Event: BOBFest 2026
Bands: Airbourne, Beyond The Black, Judas Priest, Nestor, Phil Campbell & The Bastard Sons, The Gems
Datum: 25.07.2026
Genres: Hardrock, Heavy Metal, Symphonic Rock
Besucher: ca. 35.000 (ausverkauft)
Kosten: 2-Tages-Ticket ab 159 €
Ort: Sparkassenpark, Mönchengladbach
Veranstalter: Radio BOB
Wenn ein Kieler auf dem Weg nach Wacken einen Umweg von fast 1.000 Kilometern macht, muss etwas Besonderes los sein. Und tatsächlich: Im Wilden Westen, kurz vor der niederländischen Grenze, brennt am 25.07.2026 nicht nur die Sonne, sondern auch der Baum. Denn Deutschlands führender Rocksender lädt zum sommerlichen BOBFest in den SparkassenPark Mönchengladbach. Aufgrund der langen Anreise und der zu erwartenden Zuverlässigkeit der Bahn reise ich bereits einen Tag früher an – und scheitere am Festivalmorgen trotzdem direkt am niederrheinischen ÖPNV. Der Regionalexpress verspätet sich, die ausgeschilderte Buslinie 17 zum SparkassenPark erscheint erst gar nicht. Schade, dass es nach Festivalende zwar einen Shuttle zum Bahnhof gibt, die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln jedoch weitgehend sich selbst überlassen bleibt. Also: Taxi. Am Festivalgelände angekommen, wartet zunächst eine beachtliche Schlange vor dem Einlass. Diese baut sich jedoch deutlich schneller ab als noch im Vorjahr, als manche Besucher wegen langer Wartezeiten sogar den Festivalauftakt verpassten. Hier hat der Veranstalter sichtbar nachgebessert.

Auch darüber hinaus präsentiert sich das BOBFest hervorragend organisiert. Rund 13.000 Besucher erleben ein entspanntes Tagesfestival mit kurzen Wegen, zahlreichen Food-Ständen, ausreichend Sitzgelegenheiten, Wasserstellen, genügend Sanitäranlagen sowie einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm – vom Glücksrad über Kicker bis hin zu Infoständen wie MetalBC oder Amplify Your Life und den obligatorischen Merch-Zelten. Vor allem aber überzeugt das Konzept. Während viele Festivals mit mehreren Bühnen und parallelen Auftritten um die Aufmerksamkeit der Besucher konkurrieren, setzt RADIO BOB! konsequent auf eine Bühne, sechs Bands und einen Festivaltag ohne Überschneidungen. Mit The Gems, Phil Campbell’s Bastard Sons, Beyond The Black, Airbourne, Nestor und Judas Priest ist das Line-Up hochkarätig besetzt und die Running Order klug gewählt. Jeder Act erhält die Aufmerksamkeit, die er verdient, die Umbaupausen bleiben angenehm kurz und die Spannung steigert sich kontinuierlich bis zum großen Finale. Das Ergebnis ist ein Festival, das trotz seiner kompakten Größe zu keinem Zeitpunkt Längen aufkommen lässt und eindrucksvoll beweist, dass Qualität oft wichtiger ist als Quantität.
BOBFest 2026 – ein Festival, sechs Volltreffer

Den Auftakt übernehmen The Gems – und die Schwedinnen beweisen einmal mehr, warum sie sich in kürzester Zeit einen hervorragenden Ruf als Liveband erspielt haben. Mit Year Of The Snake, Queens und Wolves legen sie vom ersten Ton an ein beeindruckendes Tempo vor und machen deutlich, dass sie nicht nur den Tag eröffnen, sondern ihn mit einem echten Ausrufezeichen beginnen. Vor allem Sängerin Guernica Mancini und Gitarristin Mona Lindgren präsentieren sich bestens aufgelegt. Immer wieder nutzen beide den Steg vor der Bühne, suchen die Nähe zum Publikum und reißen die Fans mit ihrer sichtbaren Spielfreude sofort mit. Die Chemie zwischen Band und Publikum stimmt vom ersten Song an. Mit Hot Bait, Live And Let Go, Stars, Firebird und Diamond In The Rough präsentiert die Band einen abwechslungsreichen Querschnitt ihres aktuellen Albums, bevor Like A Phoenix den gelungenen Schlusspunkt unter einen starken Festivalauftakt setzt. Dass The Gems derzeit auf der Suche nach einer neuen Bassistin und Schlagzeugerin sind, ist der Performance kaum anzumerken. Gerade angesichts der aktuellen Umbesetzung beeindruckt, wie geschlossen und eingespielt die Band bereits wieder auftritt. Die beiden Aushilfsmusiker fügen sich nahtlos ins Bandgefüge ein, sorgen für ein druckvolles Fundament und haben sichtlich Spaß an ihrem Einsatz. Im Mittelpunkt stehen dennoch Guernica Mancini und Mona Lindgren, die das Publikum mit ihrer Energie und Ausstrahlung mühelos für sich gewinnen. Als Opener erfüllen The Gems ihre Aufgabe mit Bravour. Sie bringen schon früh Bewegung vor die Bühne und setzen die Messlatte für die folgenden Bands erstaunlich hoch. Dass The Gems längst auf den großen Festivalbühnen angekommen sind, wird an diesem Nachmittag eindrucksvoll deutlich.

Nun folgt einer der emotionalsten Auftritte des gesamten Festivals. Nur wenige Monate nach dem Tod von Phil Campbell stehen seine Söhne Todd, Tyla und Dane Campbell gemeinsam mit Sänger Julian Jenkins auf der Bühne und führen das musikalische Vermächtnis ihres Vaters fort. Dabei wird schnell deutlich: Es geht nicht darum, Phil zu ersetzen – das wäre unmöglich. Vielmehr feiert die Band mit großer Leidenschaft die Musik, für die sein Name über Jahrzehnte steht. Von Beginn an dominieren kompromissloser Hard Rock und purer Motörhead-Spirit das Geschehen. Eigene Songs wie We’re The Bastards, High Rule und Strike The Match fügen sich nahtlos zwischen Klassiker wie Going To Brazil, Rock Out, Ace Of Spades, Born To Raise Hell und Killed By Death ein. Der Mix funktioniert hervorragend und macht deutlich, dass die Band nicht allein von der Vergangenheit lebt, sondern sich längst eine eigene Identität erarbeitet hat. Spätestens bei Ace Of Spades gibt es vor der Bühne kein Halten mehr. Besonders Julian Jenkins überzeugt als neuer Frontmann. Statt den unnachahmlichen Lemmy Kilmister kopieren zu wollen, interpretiert er die Songs mit einer eigenen, rauen Stimme und der nötigen Portion Respekt. Genau das macht den Auftritt glaubwürdig. Gemeinsam mit den Campbell-Brüdern entsteht eine Show, die den Geist von Motörhead atmet, ohne jemals zur bloßen Nostalgieveranstaltung zu werden. Über allem liegt dennoch die Erinnerung an Phil Campbell. Sein Einfluss ist in jedem Song spürbar, doch statt Wehmut dominiert die Freude darüber, dass seine Musik weiterlebt. Seine Söhne tragen dieses Erbe mit sichtbarem Stolz und großer Hingabe weiter – und das Publikum dankt es ihnen mit lautstarken Reaktionen. So wird der Auftritt zu weit mehr als einem weiteren Festivalset. Er ist eine würdevolle Hommage an einen der prägendsten Gitarristen des Heavy Metal und zugleich ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass ein musikalisches Vermächtnis dann am stärksten ist, wenn es nicht konserviert, sondern mit Leidenschaft weitergetragen wird.

Nach der emotionalen Hommage von Phil Campbell’s Bastard Sons übernehmen mit Nestor die nächsten Schweden das Kommando – und bringen eine der außergewöhnlichsten Geschichten des gesamten Festivals mit. Gegründet 1989 von einer Gruppe Schulfreunde, feiert die Band zunächst lokale Erfolge, gewinnt einen schwedischen Nachwuchswettbewerb und verschwindet Mitte der 90er-Jahre wieder von der Bildfläche – ohne jemals ein Album veröffentlicht zu haben. Erst 2021, mehr als 25 Jahre später, finden die fünf Freunde wieder zusammen. Eigentlich als Herzensprojekt gedacht, entwickelt sich das Comeback überraschend zu einer internationalen Erfolgsgeschichte. Mit Kids In A Ghost Town und Teenage Rebel gelingt der Band der Durchbruch – heute spielen sie Festivals in ganz Europa und teilen sich die Bühnen mit Größen wie Kiss, Europe oder Alice Cooper. Musikalisch liefern Nestor genau das, was sie versprechen: eingängige Melodien, hymnische Refrains, jede Menge Pathos und gleichzeitig ein sympathisches Augenzwinkern. Schon We Come Alive und Kids In A Ghost Town machen deutlich, warum sich die Songs sofort im Ohr festsetzen. Mit On The Run, In The Name Of Rock ’n‘ Roll, Caroline, Signed In Blood, 1989 und Last To Know präsentiert die Band einen mitreißenden Querschnitt ihres bisherigen Schaffens. Frontmann Tobias Gustavsson entpuppt sich als charismatischer Entertainer, der das Publikum mühelos mitnimmt. Die gesamte Band sprüht vor Spielfreude – und genau diese Authentizität macht den Unterschied. Nichts wirkt geschniegelt oder künstlich, vielmehr stehen hier fünf Freunde auf der Bühne, die nach Jahrzehnten endlich den Erfolg erleben, der ihnen in jungen Jahren verwehrt blieb. Auch optisch bleiben Nestor ihrer DNA treu. Trotz hochsommerlicher Temperaturen treten die Schweden komplett in Schwarz auf – verziert mit goldenen Fransen und Schulterapplikationen. Irgendwo zwischen 80er-Jahre-Arena-Rock, Glam und augenzwinkernder Selbstironie passt der Look perfekt zur Musik. Das wirkt nie aufgesetzt, sondern unterstreicht den Charakter der Band: großes Kino, große Melodien und die Erkenntnis, dass Rock ’n‘ Roll vor allem Spaß machen soll. Spätestens nach diesem Auftritt dürfte klar sein, warum Nestor in den vergangenen Jahren zu den größten Gewinnern der europäischen Melodic-Rock-Szene gehören. Ihre Geschichte ist außergewöhnlich, ihre Songs bleiben im Kopf – und manchmal schreibt der Rock eben doch noch seine schönsten Märchen.

Mit Beyond The Black übernimmt anschließend eine Band die Bühne, die in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewiesen hat, dass sie längst zur ersten Liga des deutschen Metal gehört. Was in den Anfangsjahren von manchen Kritikern vorschnell als „Casting-Band“ abgetan wurde, ist heute endgültig Geschichte. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung, starke Alben und unzählige überzeugende Liveshows hat sich die Band international etabliert – und unterstreicht diesen Anspruch auch beim BOBFest. Musikalisch präsentieren sich Beyond The Black in beeindruckender Verfassung. Druckvolle Gitarren, ein präzise arbeitendes Rhythmusfundament und ein transparenter Sound sorgen für einen technisch nahezu makellosen Auftritt. Mit Break The Silence, Heart Of The Hurricane, Reincarnation, Ravens, The Flood, Shine And Shade sowie dem emotionalen Abschluss Hallelujah spannt die Band einen gelungenen Bogen durch ihre bisherige Karriere und verbindet Härte, große Melodien und epische Atmosphäre. Im Mittelpunkt steht einmal mehr Jennifer Haben. Ihre Stimme trägt die Songs mühelos, mal kraftvoll und durchsetzungsstark, dann wieder emotional und verletzlich. Genau dieser Kontrast prägt auch ihre Bühnenpräsenz. Trotz ihrer enormen Ausstrahlung wirkt Jennifer nie unnahbar oder übertrieben extrovertiert. Im Gegenteil: Sie strahlt eine sympathische Zurückhaltung aus, fast etwas Zerbrechliches, das einen reizvollen Gegensatz zu ihrer stimmlichen Wucht bildet. Auf große Ansagen oder permanente Publikumsanimation verzichtet sie weitgehend. Nur ein- oder zweimal nutzt sie den Steg, um den Fans näherzukommen – ansonsten lässt sie vor allem die Musik für sich sprechen. Zu den optischen Höhepunkten des Sets gehört Ravens. Mit einem aufwendig gestalteten Rabenkostüm samt ausladenden Schwingen setzt Jennifer den Song wirkungsvoll in Szene. Die Inszenierung unterstützt die düstere Atmosphäre des Stücks, ohne jemals von der Musik abzulenken. Ich begleite Jennifer Haben und Beyond The Black inzwischen seit der Bandgründung 2014, habe sie in kleinen Clubs erlebt, mehrfach beim Wacken Open Air, auf der Full Metal Cruise und sogar während der Corona-Zeit bei einem Strandkorbkonzert. Gerade deshalb beeindruckt mich ihre Entwicklung besonders. Jennifer steht seit frühester Kindheit auf der Bühne – von ihrer Schülerband Speed über den Gewinn des KiKA-Wettbewerbs „Beste Stimme 2007“, die Zeit bei Saphir bis zur Gründung von Beyond The Black. Sie ist ihren eigenen musikalischen Weg konsequent gegangen, hat Rückschläge und Vorurteile ausgehalten und sich ihren Platz in der europäischen Spitze des Symphonic Metal mit harter Arbeit verdient. Umso mehr freut es mich persönlich, zu sehen, dass sie heute endlich die Anerkennung erhält, die sie sich über viele Jahre mit harter Arbeit verdient hat – ohne dabei ihre natürliche Bescheidenheit und Bodenständigkeit zu verlieren.

Mit Airbourne erreicht das BOBFest seinen ersten absoluten Höhepunkt. Was die Australier auf die Bühne bringen, ist keine gewöhnliche Rockshow, sondern eine einzige Explosion aus Energie, Schweiß und kompromisslosem Rock ’n‘ Roll. Im Mittelpunkt steht einmal mehr Frontmann Joel O’Keeffe, der sich als unermüdlicher Wirbelwind präsentiert. Kaum ein anderer Sänger schafft es, gleichzeitig zu singen, Gitarre zu spielen und dabei die Bühne derart pausenlos zu bearbeiten. Stillstand? Fehlanzeige. Dass die Band den Auftritt ausgerechnet mit Gutsy, dem Titelsong des erst im September erscheinenden neuen Albums, eröffnet, zeugt von einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein – oder eben von genau dem Mut, den der Titel verspricht. Es ist ein Statement, das perfekt zum gesamten Auftritt passt. Gemeinsam mit Too Much, Too Young, Too Fast, Hungry, Back In The Game, Breakin‘ Outta Hell, Live It Up, Stand Up For Rock ’n‘ Roll, Ready To Rock und dem unvermeidlichen Runnin‘ Wild entwickelt sich eine Show, die das Energielevel vom ersten bis zum letzten Ton auf Anschlag hält. Bemerkenswert ist dabei, dass Joel O’Keeffe kaum große Ansagen benötigt. Statt langer Monologe lässt der charismatische Frontmann lieber Taten sprechen. Immer wieder feuert er Dutzende mit Bier gefüllte Plastikbecher ins bereits kochende Publikum, sucht permanent den Kontakt zu den Fans und treibt die Stimmung mit jeder Minute weiter nach oben. Seine legendären „Reit-Ausflüge“ mitten durchs Publikum dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie sein unbändiger Bewegungsdrang auf der Bühne. Doch Airbourne funktionieren nicht allein wegen ihres Frontmanns. Ryan O’Keeffe treibt die Band mit seinem druckvollen und präzisen Schlagzeugspiel unermüdlich nach vorne, Justin Street sorgt mit seinem wuchtigen Bass für das Fundament und Harri Harrison ergänzt das Gitarrenduo perfekt. Vier Musiker, ein gemeinsamer Puls und eine Spielfreude, die vom ersten bis zum letzten Song ansteckend wirkt – mehr braucht es nicht. Während viele Bands ihre Konzerte mit aufwendigen Produktionen inszenieren, setzen Airbourne ausschließlich auf ihre Musik und ihre Bühnenpräsenz. Genau das macht ihre Shows so ehrlich und mitreißend. Am Ende mögen Judas Priest als Headliner die Krone tragen – den Titel der stärksten Liveband des Tages sichern sich für mich jedoch Airbourne. Kaum eine andere Band schafft es derzeit, kompromisslosen Rock ’n‘ Roll mit einer solchen Intensität auf die Bühne zu bringen. Die Australier sind für mich die klaren Punktsieger des BOBFests 2026.

Als um kurz vor 22 Uhr Judas Priest die Bühne betreten, wird schnell deutlich, warum die Briten seit mehr als fünf Jahrzehnten zur absoluten Weltspitze des Heavy Metal gehören. Das BOBFest ist nicht nur der Abschluss eines hochklassigen Festivaltages, sondern zugleich der Auftakt der Faithkeepers World Tour – und die Metal-Legenden nutzen diese Bühne eindrucksvoll. Schon der Opener You’ve Got Another Thing Comin‘ sorgt für Begeisterung, bevor mit Metal Gods und Breaking The Law die ersten zeitlosen Klassiker folgen. Gleichzeitig macht die Setlist deutlich, dass Judas Priest nicht einfach eine gewöhnliche Festivalshow spielen. Mit der Rückkehr von The Ripper und Delivering The Goods, die beide seit 2019 nicht mehr live zu hören waren, setzen die Briten ein Ausrufezeichen für ihre neue Tour. Klassiker wie The Sentinel, Desert Plains, Turbo Lover, Victim Of Changes oder Halls Of Valhalla schlagen den Bogen durch mehr als fünf Jahrzehnte Bandgeschichte und machen den Auftritt auch für langjährige Fans zu einem besonderen Erlebnis. Im Mittelpunkt steht einmal mehr Rob Halford – der Hohepriester des Heavy Metal. Natürlich sind die Jahrzehnte nicht spurlos an der „Metal God“-Ikone vorbeigegangen, doch seine Stimme besitzt noch immer diese unverwechselbare Kraft und Autorität, die Judas Priest seit Generationen prägt. Unterstützt von den messerscharfen Gitarrenläufen von Richie Faulkner und Andy Sneap, dem druckvollen Bassspiel von Ian Hill sowie dem präzisen Schlagzeug von Scott Travis präsentiert sich die Band technisch nahezu makellos. Jeder Song sitzt, jede Harmonie wirkt selbstverständlich – genau die Souveränität einer Band, die nichts mehr beweisen muss und gerade deshalb so beeindruckend auftritt. Mit Victim Of Changes, Halls Of Valhalla und dem furiosen Painkiller erreicht das Konzert seinen musikalischen Höhepunkt, bevor The Hellion / Electric Eye die Zugabe eröffnet. Natürlich darf auch einer der ikonischsten Momente der Metal-Geschichte nicht fehlen: Zu Hell Bent For Leather fährt Rob Halford standesgemäß auf seiner Harley-Davidson auf die Bühne und sorgt damit für Gänsehaut, ehe Living After Midnight den perfekten Schlusspunkt unter einen denkwürdigen Festivalabend setzt. Auch die Bühnenproduktion überzeugt. Im Hintergrund laufen bewegte Filmeinspielungen, die jeweils Bezug auf das Album oder den Song nehmen, ohne jemals vom eigentlichen Geschehen auf der Bühne abzulenken. Sie unterstreichen die Atmosphäre der Klassiker, lassen der Musik aber jederzeit den Vortritt – genau so, wie es bei einer Band dieses Formats sein sollte. Judas Priest liefern genau das, was man von einer der größten Metal-Bands aller Zeiten erwarten darf: eine hochklassige, souveräne und dennoch mit Leidenschaft gespielte Show. Spektakuläre Effekte brauchen die Briten nicht. Ihre Musik, ihre Ausstrahlung und ein Katalog voller unsterblicher Klassiker reichen völlig aus, um den SparkassenPark über 90 Minuten in ihren Bann zu ziehen. Als zum Abschied die Worte „The Priest Will Return!“ auf der Videowand erscheinen, antwortet das Publikum mit frenetischem Jubel. Ein würdiger Abschluss eines Festivals, das mit Judas Priest den passenden Headliner gefunden hat.
Das BOBFest 2026 beweist eindrucksvoll, dass ein großartiges Festival keine drei Tage, vier Bühnen oder ein XXL-Line-Up braucht. RADIO BOB! setzt konsequent auf Qualität statt Quantität – und trifft damit genau ins Schwarze. Sechs Bands, keine Ausfälle, kurze Umbaupausen, entspannte Atmosphäre und ein Publikum, das vom ersten bis zum letzten Ton mitgeht: Mehr braucht es manchmal nicht. Mein persönlicher Höhepunkt des Tages sind dennoch Airbourne. Was Joel O’Keeffe und seine Mitstreiter auf die Bühne bringen, ist eine Rock ’n‘ Roll-Explosion voller Energie, Leidenschaft und Spielfreude. Judas Priest liefern als Headliner die Klasse und Souveränität einer Band, die den Heavy Metal seit Jahrzehnten prägt. Die Krone des Festivals tragen verdient die Briten – den Titel der mitreißendsten Liveband des Tages sichern sich für mich jedoch die Australier.
Mit dem 25.07.2027 steht der Termin für die vierte Ausgabe des BOBFests bereits fest. Nach nur drei Jahren hat sich das Festival seinen festen Platz im deutschen Rock- und Metal-Kalender erarbeitet – nicht als das größte, sondern als eines der stimmigsten Eintagesfestivals des Landes. Das BOBFest hat seine eigene Identität gefunden. Musik statt Hektik, Qualität statt Masse und eine Atmosphäre, in der sich Bands und Fans gleichermaßen wohlfühlen. Bleibt Radio BOB! dieser Philosophie treu, dürfte der SparkassenPark auch 2027 wieder zu den sympathischsten Treffpunkten der deutschen Rock- und Metalszene gehören.











































