Periphery am 24.06.2026 in der Markthalle in Hamburg

Periphery begeistern mit technischer Perfektion, brachialen Riffs und einem überragenden Spencer Sotelo

Event: Periphery UK & Europa 2026

Bands: Periphery, Rain City Drive

Ort: Markthalle, Hamburg

Datum: 24.06.2026

Kosten: VVK 41,05 €

Zuschauer: ca. 750 Menschen

Genre: Progressive Metal, Progressive  Metalcore, Djent

Link: https://markthalle-hamburg.de/konzerte/periphery-2/

An einem heißen Tag machen wir uns auf den Weg in die Markthalle in Hamburg, denn hier sollen am heutigen Mittwochabend die Progressive-Metal-Helden Periphery einen Stopp auf ihrer kurzen Sommertour einlegen. Auf dieser Tour spielt die US-Band aus Maryland nur einige wenige ausgewählte Clubshows zwischen Auftritten auf großen Festivals, wie dem Download oder dem Graspop Festival. Mit dabei ist heute die ebenfalls aus den USA stammende Band Rain City Drive.

Trotz der enormen Temperaturen inner- und außerhalb der Markthalle findet eine beachtliche Menge den Weg in die Location. Dies ist kein Wunder, ist es doch schon eine Weile her seit dem letzten Besuch der Band in der Hansestadt.

Den Beginn machen also die Jungs von Rain City Drive. Vorab hierzu die Anmerkung, dass die Berichterstattung zu dieser Band mager ausfallen wird. Musikalisch passen sie rein gar nicht in unser Beuteschema. Die Musik der Band ist wohl am ehesten als alternativer „College“-Rock mit progressivem Hauch zu bezeichnen. Eingängige Songstrukturen mit ausschließlich klarem Gesang stehen hier klar im Fokus. Alle Songs wirken förmlich mit Gesangspassagen überladen, sodass kaum Raum für instrumentale Entfaltung bleibt. Uns sind jegliche Songs unbekannt und kaum ein Stück kann sich hervorheben, geschweige denn im Ohr verweilen. Positiv hervorzuheben ist die Tatsache, dass die gesamte Band technisch überzeugen kann. Jeder einzelne beherrscht seinen Part und die Show wird durchaus professionell dargeboten. Nicht wenige in der Markthalle scheinen Gefallen an der Band zu finden, und die Recherche zu diesem Artikel zeigt, dass die Band definitiv keine Unbekannte in ihrem Dunstkreis ist. Für uns ist diese Sache nicht rund, aber Geschmäcker sind unterschiedlich.

Nach dem Set von Rain City Drive füllt sich die Markthalle weiter. Rein optisch wirkt es fast komplett voll. Das ist schon eine Leistung, gemessen an den wetterbedingten Umständen, und zeigt, welches Standing Periphery in der Szene haben. Mit dem hervorragenden neuen Album A Pale White Dot im Gepäck gibt es sowieso Grund genug, die Band live zu begutachten.

Gleich mit dem Opener Obsession zeigt die Band, wo die Reise hingehen wird. Kompromisslos wird den Besuchern ein Brett vor den Kopf geschmettert. Der Sound in der Markthalle ist auf Anhieb fantastisch und die Band in bester Spiellaune und legt direkt mit Wildfire und Atropos nach. Periphery gehören zu den wenigen Bands, welche es perfektioniert haben, technisch versierte Songs in eine Art Eingängigkeit zu verpacken. Extrem brutale und vertrackte Riffs treffen auf filigrane Parts. Auch der Gesang schwankt permanent zwischen Extremen, mit markerschütternden Growls und eindrucksvollem klarem Gesang. Trotz des hohen Anspruchs der Songs liefern alle Musiker der Band bei den Werken wie Make Total Destroy oder auch  Facepalm Mute auf höchstem Niveau ab. Hervorzuheben sind die Gitarrenarbeit von Misha Mansoor und Mark Holcomb, sowie die Gesangsleistung von Spencer Sotelo. Gitarrist Jake Bowen kann am heutigen Abend nicht dabei sein, was die Großartigkeit des Auftritts jedoch nicht schmälert. Songs wie Letter Experiment und Psychosphere gehen schnell ins Ohr und bleiben auch nach dem Auftritt im Kopf.

Die konstanten Wechsel von Sotelo zwischen Harsh- und Cleanvocals sind einfach nur beeindruckend. Generell wirkt es so, als habe Sotelo in den letzten Jahren konstant an seiner Gesangstechnik gearbeitet, denn diese ist mittlerweile auf einem herausragenden Level. Auch der Rest der Band zockt das Set, wie man es von Periphery gewohnt ist, meisterlich runter. Der Auftritt wirkt wie eine Lektion an alle Mitstreiter in diesem Genre und findet mit dem Songtrio Unlocking, Everyone Dies Alone und Blood Eagle sein episches Finale.