Nothingness – Godslaughter

31.07.2026 - Death Metal - Everlasting Spew Records - 41:21 Minuten

Die Amerikaner von Nothingness sind zu sechst unterwegs und das bedeutet für mich meist nichts Gutes, denn einer von den Protagonisten ist meistens ein Keyboarder und von dem dauerhaften Einsatz dieses Instruments bin ich kein großer Fan. Ist natürlich wie immer Geschmackssache. Sei’s drum. Die Band stammt aus Minnesota, also der Stadt mit dem geilsten American-Football-Team, den Minnesota Vikings. Seit 2018 sind sie am Start und die beiden Gitarristen John und Alex könnte man von den Bands Abberation und Annihilation Cult kennen. Das Debüt erschien im Jahre 2019. Album Nummer zwei erschien im Jahre 2023 und nun erscheint das dritte Album namens Godslaughter. Man lässt sich also Zeit und das finde ich auch gut so.

Eines schon einmal vorweg. Der sechste Zeitgenosse, Xen Hartzell, fügt Synthesizerklänge und Samples ein. Also nicht so, wie ich es befürchtet hatte, hehe.

Los geht der Spaß mit dem Song Incinerated Immediately. Der Sound ist etwas schredderig und unklar, aber nicht dramatisch. Stört mich am Anfang nur ein wenig, da man dies nicht mehr so gewohnt ist. Nach einigen Sekunden der Gewöhnung fällt es mir nicht mehr so auf. Im Midtempo schreddert man dann die Gitarren, groovt sich ein wenig ein und schleppt sich weiter herum. Gute Riffs. Das Tempo wird dann angezogen und nach 90 Sekunden ist der Spuk auch schon vorbei. Soll das als Intro dienen oder ist es ein echter Song? Am Ende nimmt man das Tempo wieder heraus und fertig. Okay, nach dreimal Anhören hat der Song dann aber gefruchtet und ich habe die Idee, so glaube ich, dahinter verstanden.

Weiter geht es mit Convulsing Putrefaction. Kurze Drumanschläge und dann Stakkato-Attacke, Gitarre kurz alleine und Attacke. So geht es weiter, wobei man eher im langsameren Midtempo unterwegs ist. Die Vocals sind sowohl tief als auch screamig. Das passt sehr geil. Ein fettes, langgezogenes Riff erzeugt einen coolen, groovigen Moment. Nun wird das Tempo noch einmal heruntergefahren und man agiert im doomigen Höhlenbereich. Das Ganze klingt, auch durch den gezielten Einsatz der Vocals, absolut bösartig. Man schleppt sich so weiter durch das Universum. Erzeugt aber eine absolut hohe Intensität. Kommt schon geil.

Der Uftata-Anfang und das derbe Geprügel bei Skull Evulsion zeigen die andere Seite von Nothingness gut auf. Diese nette Geste für Ballerfreunde, die mich so richtig abholt, hält aber nur kurz an. Es erfolgt ein Break, Drums und Bass agieren alleine, aber nach einigen Sekunden sind wir wieder im Ballersektor und hier drehen sie jetzt komplett durch. Jawohl, vor allem der schreiende Gesang kommt hier sehr gut zur Geltung. Man groovt im aggressiven Midtempo und nach einem Break dann auch langsam. Ja, so bereitet der Death Metal von Nothingness mir so richtig gute Laune, zumal danach wieder das Chaos ausbricht und die Blast-Attacken einen komplett auseinandernehmen. Man geht beim Riffing recht technisch vor, aber man klingt nicht zu überladen und kommt auf den Punkt.

Technische und gering abgedrehte Parts, die ein wenig an alte Gorguts erinnern, haben die Burschen absolut drauf, aber dann wechselt man immer wieder in geile Knüppelsessions und fügt groovige Elemente hinzu, so wie bei Trenchant Glunch. Hier kommen auch mal Samples gut zur Geltung. Der Song ist ziemlich abgedreht, sowohl vom Riffing, als auch vom Songwriting her. Da muss man schon genau hinhören, was passiert. Schon ziemlich abgedrehtes Zeug, aber nicht so, dass man es nicht verstehen bzw. nachvollziehen könnte. Dauert aber ein wenig und dann fruchtet es natürlich umso mehr. Das Stück ist sehr intensiv.

Aber auch doomige Klänge haben sie drauf. Vanquishing Providence zum Beispiel. Der langsame Anfang klingt absolut böse. Der tiefe Gesang dazu. Herrlich. Dann spielt die Gitarre vor und dann volle Attacke. Auch der weitere Verlauf des Songs ist ziemlich geil.

Danach, wie zum Beispiel bei Divine Irresponsibilty, widmet man sich dem 2000er Death Metal und bietet eine Mischung aus Gorguts und Incantation.

Hier geht es für weitere Informationen zu Nothingness – Godslaughter in unserem Time For Metal Release-Kalender

Nothingness – Godslaughter
Fazit zu Godslaughter
Die Amerikaner von Nothingess bleiben sich und ihrer Fangemeinde treu und spielen weiterhin sehr eigenständigen Death Metal. Dabei ist festzustellen, dass eine gewisse Weiterentwicklung erfolgt. Der Härtegrad wurde erhöht, teilweise geht man direkter zu Werke, aber die technischen Merkmale und eine gewisse dissonante Grundstimmung sind natürlich weiterhin vorhanden. Groovige und schwere Passagen erleichtern schon den Zugriff auf das Geschehen, aber man muss schon genau aufpassen, was geschieht. Irgendwie eine aggressivere Version von Goguts, um das mal ganz plastisch darzustellen. Nicht alles gefällt mir, aber es ist schon teilweise echt starkes Songwriting dabei. Selber anhören ist angesagt.

Anspieltipps: Skull Evulsion und Vanquishing Providence
Michael E.
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