Wenn ich Schweden und Death Metal in einem Satz lese, werden meine Ohren immer ganz wuschig und hoffen, auf einen alten HM2-Sound zu treffen. Nekrodawn aus Dalarna sind seit dem Jahre 2022 dabei und noch zwei Demos erschienen im Jahre 2024, das erste Full Length namens Scalpture By Torture bei Legions Of Bane Records. Das Party.San-Label War Anthem Records fand die Band top und nahm sie unter Vertrag. Natürlich spielen die Mitglieder noch in anderen Formationen, ansonsten wären sie wohl keine Schweden. Mit dabei ist unter anderem Mika Lagren, der ja 13 Jahre bei Grave spielte und unter anderem auch noch bei Facebreaker. Alle Member sind bekannt und zockten schon in Combos wie Carnal Forge, Centinex, Demonical oder The Crown. Der Drummer spielt live bei Hypocrisy. Das wird ja wohl meine Hoffnung bestätigen, dass auf dem zweiten Album der Band namens Covenant Of Carnage amtlicher Death Metal gezockt wird.
Als die ersten Töne erklingen, habe ich wieder ein kleines Grinsen im Gesicht. Bin ich so leicht zufriedenzustellen? Warten wir es einmal ab. Normalerweise ist ja auch der Opener schon das Beste, was die Band zu bieten hat. Warum ist das eigentlich so? Okay, musikalische Grundsatzdiskussionen gehören hier nicht her, sehe ich ein. Es geht ja schließlich um Nekrodawn. Wie gesagt, die ersten Klänge von Neath Skies Of Iron ziehen mich schon gleich auf die dunkle Seite der Macht, und da gehören wir ja alle hin. Stehengelassenes Gitarrenriff, drumtechnische Betonung, dreckiger Sound, kurzes Bassgeknatter und dann der schmutzige Gesangseinsatz – und ab dafür. Ja, das mag ich. Das geht alles zurück auf die alte Stockholm-Schule und so soll es auch sein, geht aber viel weiter. Ein Crust-angehauchter Part wird zelebriert und ein wildes Solo schließt sich der guten Laune der Protagonisten an. Der Gesang ist sowohl tief als auch screamig. Ein Rundum-Wohlfühlprogramm für Death-Metal-Lunatics, und ich rede hier von den ersten sechzig Sekunden. Hellelujah. Straight forward und eine sirenhafte Gitarre, welche eine Beruhigung mit sich bringt. Dann wird ein grooviger Moment eingeführt und im Uptempo und mit einer aufheulenden Gitarre geht es weiter. Hier passiert viel. Break, ein Growl und wieder auf die Zwölf. Ja, das schockt, das ist dunkel und dreckig. Das mag ich. Man wiederholt dann die Parts noch einmal. Dieser Groove mit melodischer Ausrichtung hat es in sich und dann ist der erste Vernichtungsschlag auch schon im Kasten.
Diese Kombination aus Dunkelheit, schwedischem Grundverständnis und Liebe zur eigenen musikalischen Vergangenheit und gelungenem Riffing setzt sich auch beim Song Massacre Eternal fort. Hier legt man mehr Wert auf Atmosphäre. Im groovigen Midtempo marschiert man durch die Seenlandschaft und bringt Unwissenden das Schwimmen bei. Sehr geil, besonders der Hauptpart. Hier dürfen alle die Pommesgabel zum Himmel strecken und Massacre Eternal schreien. Fetter Part, welcher durch die Gesangsleistung von Per Jonas Kjellgren besonders hervorgehoben wird. Nicht nur bei diesem Part, sondern der gute Mann liefert auf dem gesamten Album 1A ab. Passt hervorragend zum dunklen Gesamtsound der Band. Hier drückt und zwickt es an allen Ecken und Kanten und dürfte live gut abgehen, auch wenn der Song mit seinen vier Minuten und gleichbleibender Ausrichtung vielleicht ein wenig zu lang ist, aber das ist natürlich immer im Ohr des Betrachters und Jammern auf hohem Niveau.
Ziemlich krankes und abgefahrenes Zeug, im absolut positiven Sinne, gibt es hier zu hören, besonders der Namensgeber Covenant Of Carnage ist hier zu erwähnen. Militärisches Drumming zu Beginn, der Bass knattert dazu, dann Gummi und ab in einem Midtempogroove und zweifachen Gesang. Dann holt man die atmosphärische Keule heraus. Der Gesang screamt kurz alleine und man groovt wieder im Midtempo, bevor man erneut atmosphärisch wird. Diese Midtempopassagen sind sowas von geil. Dann Break, Tempo heraus und langsam kriechend und mit einer traurigen Melodie in einen Vernichtungspart. Düster und erbarmungslos. Der Bass brummt dazu, ein Solo erklingt, und so schreitet man weiter und weiter und steigert sich langsam wieder, um dann noch einmal einen melodischen Moment für sich sprechen zu lassen. Die Apokalypse steht vor der Tür und wir lassen sie gerne herein.
Diese drei Songs sollen mal reichen, um die Intensität des Albums zu erläutern. Diese Eigenständigkeit im Korsett des schwedischen Death Metal habe ich selten gehört und immer wieder solch düstere Momente, wie z. B. beim Song Liberty’s Pyre. Sie lullen einen förmlich damit ein und danach gibt es das absolute Inferno. Die Gitarren klingen wild und ungezügelt. Totale Vernichtung.
Oder der mit einem langen Scream versehende Anfang von Condemned To Existence. Hammer!
Im Grunde halten sie das Niveau bis zum Ende und liefern somit absolut ab!
Geiles Ding!
Hier geht es für weitere Informationen zu Nekrodawn – Covenant Of Carnage in unserem Time For Metal Release-Kalender.



