Megascavenger – Toxious Noxious Undeath

13.08.2026 - Death Metal - Xtreem Music - 33:18 Minuten

Da ist er wieder, der gute Rogga Johansson, der ja nie weg war, und wenn man das von einer Person behaupten kann, dann ja wohl von diesem Zeitgenossen. Der Death-Metal-Lunatic zockt ja bei Paganizer und hat tausend andere Projekte am Start. Die meisten habe ich auch gehört und da ist wirklich kein schlechtes dabei, unfassbar irgendwie.

Megascavenger ist sein Baby seit dem Jahre 2012 und hier macht er eigentlich alles alleine. Wenn du was richtig machen willst, dann mach es eben selber. Der Schwede hat mit diesem Projekt eine EP und fünf Alben herausgebracht. Das letzte im Jahre 2020. Was ist los? Sehr ungewöhnlich für den Herrn. Also wurde es mal wieder Zeit, und nun, im Jahre 2026, kommt das sechste Album namens Toxic Noxious Undeath via Xtreem Music auf den Markt.

Gibt es etwas Neues zu berichten aus dem Hause Rogga Megascavenger? Musikalisch eher nicht zu vermuten, aber gesanglich hat sich etwas getan. Bei jedem dieser Songs ist ein Gastsänger am Start. Dieses stellt auch noch einmal den Stellenwert von Rogga in der Szene dar.

Und wer hätte nach den ersten Klängen vom Opener Graveyard Dreams And Bonehouse Screams (welch geiler Titel) damit gerechnet, dass uns eine Death-Metal-Granate um die Ohren geflogen kommt? Der Rogga kann und liefert – immer. Als Gesangsgast hat er sich seinen Buddy Kam Lee von Massacre ins Boot geholt. Wie passend, denn umgekehrt ist es ja auch so geschehen. Die Death-Metal-Welt ist eben ein Dorf. Hier wird Old School wieder einmal großgeschrieben. Natürlich wird gesägt ohne Ende, alles andere wäre inakzeptabel, und dass Kam eine großartige Old-School-Stimme hat, muss man ja nicht mehr erwähnen. Das Tempo wird sehr schön variiert, und wer das Songwriting von dem Zeitgenossen kennt, weiß, dass die Stücke meistens relativ kurz bzw. passend gehalten sind. In knappen 170 Sekunden ist im Death der alten Schule auch wirklich alles gesagt. Wie so oft, liegt der Fokus logischerweise auf der Gitarrenarbeit, und diese, sofern man die schwedische Brille aufhat, beherrscht der gute Mann wie fast kein Zweiter. Nach kurzer Drumattacke zu Beginn holt er gleich ein sägendes Riff heraus, um dann einen rhythmischen Groovepart anzubieten. Schön treibend und direkt. Das nachfolgende Riff bleibt auch sofort hängen und auch das Melodische, etwas Atmosphärische geht sofort in die Gehörgänge. So mischt er diese wieder zu einer gesunden Gesamtheit und fertig ist das Gute-Nacht-Gedicht.

Der gute Felix Stass von Crematory darf sein Stimmchen auch beisteuern, und zwar bei dem Song Corpses Below, und ob man nun Crematory nun mag oder auch nicht, Felix ist ein stabiler Dude und hat eine geile Death-Metal-Stimme. Over and out! Zu den schwedischen Gitarrenriffs passt diese durchaus auch. Auch hier erklingt wieder ein einfaches, aber absolut effektives Riff. Die Gitarre heult auf, ansonsten geht es straight forward, bis dann der melodische Part erklingt. Und hier kann Felix seine stimmlichen Qualitäten besonders ausleben. Als wäre der Part für ihn geschrieben worden. Wahrscheinlich wurde es auch. Ein geiler, grooviger Part wird hinzugefügt und das Ganze wird wiederholt und fertig. Death Metal kann so einfach sein und vor allem so schön.

Im Uptempo geht es bei dem Song Exploding Casket Syndrome zur Sache. Kein Wunder, denn Erik Rundquist von meinen Lieblingen von Vomitory ist nun an der Sache. Hier hat Rogga dann eben einen schnellen Song geschrieben. Zwischendurch klingt die Gitarre mal wie eine Sirene, ansonsten ist das Tempo sehr hoch und die Riffs können wieder überzeugen, die Stimme sowieso. Ist klar, oder?

Melodisch und einfühlsam geht es dann zu Beginn von Heading For The Furnace zur Sache, bis man die Uftata sprechen lässt und wieder einmal ein Riff hervorzaubert, welches nur geil ist. Vielleicht kann man an den Drums noch ein wenig etwas machen, aber ansonsten ist alles in Butter. Und dann dieser atmosphärische Part. Nur geil, und dann kommt wieder die Uftata und ab ins oldschoolige Uptempo. Die Vocals von Max Otero (Mercyless) sind einfach nur auf den Punkt und völlig genial. Auch wieder so ein stabiler Typ. Ich durfte mal mit ihm Geburtstag feiern in meiner Location. Egal, das hier hat alles Hand und Fuß. Geil.

Und dass Dave Ingram bei A World Of Fire Brimstone eine absolut gute Figur macht, muss man tatsächlich nicht extra erwähnen, sollte man aber aufgrund seiner jetzigen Situation durchaus machen. Der Song klingt am Anfang dann tatsächlich ein wenig nach Benediction, geht aber dann  mit einem langsamen, melodischen Part ins typisch Schwedische über.

Ach ja, so kann es weiter und weiter gehen. Rogga hält die Qualität sehr hoch und man hat das Gefühl, er geht abends ins Bett, hat die Stimme eines Sängers im Ohr und schreibt morgens einen Song für diese Person, und zehn Tage später ist das Album fertig. So oder so ähnlich muss es gewesen sein. Neben den oben genannten Sängern sind noch Michael H. Andersen (Thorium), Jan Bergmann Jespen (Maceration), Silvester Koorevaar (Fondlecorpse), Dave Rotten (Avulsed) und Peter Svensson (Void Moon) dabei. Noch Fragen? Im Grunde fehlte nur noch Dan Swäno. Aber man muss ja noch Ziele haben.

Geiles Ding!

Hier geht es für weitere Informationen zu Megascavenger – Toxious Noxious Undeath in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Megascavenger – Toxious Noxious Undeath
Fazit zu Toxious Noxious Undeath
Rogga Johansson ist und bleibt der schwedische Riffmeister, da gibt es keine zwei Meinungen. Ich weiß ja nie, vorher er die Ideen immer hat, aber ich habe tatsächlich noch nie etwas Schlechtes von ihm gehört. Megascavenger ist sein komplettes Soloprogramm, allerdings hat er sich bei diesen Songs zehn verschiedene Gastsänger ins Boot geholt. Geile Idee. Und natürlich sind es nur unbekannte Protagonisten wie Kam Lee, Max Otero oder Dave Ingram, hehe. Passt schon, und zwar sehr gut. Musikalisch kann der Mann natürlich nicht aus seiner Haut und liefert wieder hundertprozentigen Old School Death Metal ab. Die Gitarren sägen – und von langsam bis Uptempo und Uftata ist alles mit dabei, das Riffing ist einprägsam. Immer wieder werden kleine Melodien mit eingebaut und der Rhythmuswechsel erfolgt zur rechten Zeit. Der Sound ist natürlich fett und das Songwriting wieder einmal lecker. Wieder einmal ein geiles Death-Metal-Häppchen.

Anspieltipps: Graveyard Dreams And Bonehouse Screams und Heading For The Furnace
Michael E.
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