Torturerama – The Elaborate Theatre Of The Macabre

27.07.2026 - Death Metal - Memento Mori - 41:25 Minuten

Die Belgier von Torturerama haben auch schon einen längeren Weg hinter sich, auch wenn sie eine kleine Pause von fünf Jahren eingelegt haben. Von 2008 bis 2018 war man unterwegs und konnte zwei EPs und ein ganzes Album namens Close Encounters Of The Morbid Kind auf den Markt bringen. Dann kam die Pause, aber 2023 kam die Lust wieder. Ein Jahr später holte man sich einen zweiten Gitarristen in die Band und einen separaten Basser. Neue Songs wurden geschrieben, ein Deal mit Memento Mori eingetütet und Album Nummer zwei namens The Elaborate Theatre Of The Macabre liegt jetzt auf meinem virtuellen Reviewertisch.

Landscapes Of The Cursed dient als Opener. Hier gibt es gleich auf die Zwölf. Dieses typische Stockholm-Riffing macht Laune. Straight forward und absolute Attacke. Ja, das kann man so machen. Man verschleppt das Tempo, groovt im Midtempo, bleibt aber absolut druckvoll. Das ist natürlich alles nicht innovativ und man hat das bei anderen Bands schon intensiver und effektiver gehört, macht aber trotzdem extremen Spaß. So wie bei Dismember wird das Tempo herausgenommen und eine morbide Melodie zum Besten gegeben. Ein gelungener, atmosphärischer Moment mit kurzer Gänsehaut. Danach gibt es wieder auf die Glocke. Die Gitarren sägen. Der Gesang ist schön auf alt getrimmt und das volle old schoolige Programm wird abgearbeitet. Die Gitarren spielen noch einmal vor und man bleibt beim bösartigen Tempo. Ja, das hat was. Nimmt einen schon mit, zumal ich ja dem Schweden-Death-Metal mehr als zugetan bin.

Weiter geht die Reise mit Zombie Disposal. Der Song ist ein Stück länger. In knappen fünf Minuten geht man hier zu Werke. Der Beginn holt dann die Autopsy-Genossen ins Boot. Langsam, dreckig und bösartig startet man, bis man dann wieder genug hat und den alten Knüppel kreisen lässt. Ein langgezogenes Riff klingt melodisch und wird vermetzelt. Dieses wird auch wiederholt. Ja, das macht Laune. Nach 150 Sekunden nimmt man das Tempo dann wieder raus und groovt im Midtempo. Das treibt und drückt an allen Ecken und Kanten. Dies ist aber nur die Einleitung zu einem melodischen Solo. Gute Abwechslung. Am Ende geht man noch einmal in die Katakombe und kriecht durch das Gewölbe, lässt den Song aber nicht so enden, sondern holt noch einmal die Kelle heraus und dieses langgezogene Lead wird auch noch einmal zum Besten gegeben. Ja, der Song hat mich total abgeholt. Hier ist alles drin, was ich brauche.

Bisschen rockiger geht es zu Beginn Reap What You Sow zur Sache. Man reitet so vor sich hin. Das klingt ein wenig nach der späten Entombed‑Ära, die mir nicht unbedingt so zusagt. Torturerama gehen aber schmutziger und etwas punkiger zur Sache, trotzdem holt der Song mich nicht so richtig ab.

Repulsive Smut Supreme im Gegensatz schon. Schöne Ankündigung zu Beginn und dann schön ins schwedische Gewässer schwimmen gehen. Alle Utensilien, die man für einen musikalischen Badeausflug benötigt, sind vorhanden und so hat man einen schönen Tag an der Kieselgrube, welche natürlich gegenüber vom Friedhof liegt. Man muss nur aufpassen, dass keine Zombies im Wasser plantschen. Diese melancholische und morbide Melodie kommt sehr geil.

Das Album endet mit dem Song Summoned To Conquer The Earth. Mit einer horrormäßigen Begrüßung startet man netterweise das Rennen. Kurz und knapp. Dann schleicht man vor sich hin und kriecht kurz über die Grasnarbe. Nicht ganz neu, aber absolut effektiv. Und dann folgt die Attacke. Schnelle, schwedisch angehauchte Riffs erreichen meine Hörer und erzeugen ein Wohlbefinden. Der Sound ist natürlich altbacken und dreckig, aber klar verständlich. Coole Riffs und feine Attacke. Wieder ein Break und man groovt im Midtempo und verändert dabei das Tempo. Eine langsame Uftata verdunkelt das Geschehen. Ja, das hat alles Hand und Fuß und dürfte besonders schwedische Anhänger erfreuen, die aber auch auf doomige Klänge bzw. auf die Kollegen von Autopsy stehen, denn der Anfangspart wird noch einmal verwendet. Sehr schön. Eine langsame, morbide Melodie wird zum Besten gegeben. Im Hintergrund läuft gefühlt ein Horrorfilm ab. Diese Melodie wird in eine andere umgewandelt, aber man bleibt im morbiden Sektor. Und so ackert man bis zum Ende und verlässt den Friedhof erst bei Sonnenaufgang.

Hier geht es für weitere Informationen zu Torturerama – The Elaborate Theatre Of The Macabre in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Torturerama – The Elaborate Theatre Of The Macabre
Fazit zu The Elaborate Theatre Of The Macabre
Die belgischen Sickos von Torturerama huldigen auch auf ihrem zweiten Album dem schwedischen Death Metal. Natürlich wird der entsprechende Gitarrensound verwendet und Riffs, die man halt von Bands wie Dismember, Entombed, Interment oder Paganizer kennt. Die Burschen fügen ein wenig Punk und auch Death 'n' Roll hinzu, sodass auch die späte Entombed-Phase eine Würdigung erhält. Aber auch doomige und dreckige Passagen werden zum Besten gegeben und dann werden Erinnerungen an Autopsy wach. Die Burschen scheinen auf oder gegenüber vom Friedhof ihren Proberaum zu haben, denn hier hat alles einen absolut morbiden Schleier. Die alte Schule wird hier mit einigen eigenen Ideen kombiniert. Macht absolut Laune, auch wenn man nicht die Qualität der Meister im Ganzen erreicht, aber das ist ja eh kaum möglich.

Anspieltipps: Landscapes Of The Cursed und Repulsive Smut Supreme
Michael E.
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