Deathgrave – Hell Is Evil

21.08.2026 - Death Metal, Grindcore - Tankcrimes - 31:44 Minuten

Die Amerikaner von Deathgrave sind seit dem Jahre 2013 unterwegs und in dieser Viererkonstellation seit dem Jahre 2019. So was macht sich bezahlt. Die Band rund um den aktuellen Autopsy-Gitarristen Greg Wilkinson hatte ich schon einmal auf meinem Reviewertisch. Damals ging es um das zweite Album (Review hier). Dies war im Jahre 2023. Die Burschen blieben am Ball und diese sportlichen Aktivitäten führten im Jahre 2025 zu einer Split mit Black Ganion und jetzt zum dritten Album namens Hell Is Evil.

Mit Hell Is Evil startet man auch die wilde Achterfahrt. Mit einem etwas dreckigen Sound und dissonanten Klängen schreitet man vorwärts und verwirrt den geneigten Fan etwas, baut aber ein gefährliches Szenario auf. Nach circa einer Minute erinnert man sich aber seiner musikalischen Grundauslegung und schaut eher Richtung Großbritannien. Wer mag sie nicht, die alten Helden der Earache-Zeiten? Und diese wurden ja bekanntermaßen auch alle vom Punk beeinflusst bzw. der ungehobelte und krachende Gedanke, der von den Burschen ausging, war sehr punkig orientiert. So auch bei Deathgrave in diesem Moment. Aber auch der Death Metal spielt eine große Rolle, nicht nur bei den Vocals, die schön vorgetragen und mit fetten Screams kombiniert werden. Die Produktion ist schmutzig und drückend und passt somit absolut. Da ist etwas zusammengewachsen, was zusammengehört. Schnell und ungestüm geht man vorwärts, hat aber gelungene Riffs dabei. Diese dissonanten Momente werden bei der Tempoverschleppung wieder zum Leben erweckt und wechseln sich mit den Knüppelpassagen ab. Dabei wird eine Art cleaner Gesang verwendet. Die Gitarre spielt dann alleine vor und im grindigen, punkigen Midtempo setzt man die Verbreitung der schlechten Laune fort.

Auf die Fresse, aber mit verspieltem Riffing, gibt es gleich zu Beginn von Hard To Swallow. Der Gesang ist wieder ein wichtiger Bestandteil, überhaupt im ganzen Universum der Band. Sowohl die tiefen Growls, als auch diese fiesen Schreie haben es in sich. Gerade diese Screams verbreiten irgendwie ein Gefühl von Chaos. Kann man schlecht beschreiben, sondern muss man selber gehört haben. Nach 50 Sekunden verringert man das Tempo und schleppt sich düster und wieder ein wenig dissonant vorwärts. Der Gesang ist jetzt eine Mischung aus dreckigem, teilweise tieferem Screaming und cleanem Gesang. Puh, das ist schon starker Tobak. Man baut aber eine ziemlich dunkle und teilweise psychedelische Atmosphäre auf. Diese wird dann wieder mit der Anfangsidee fortgesetzt und man kehrt nach kurzer Zeit wieder zurück und beendet den Spaß.

Die Grindcorekeule gibt es dann bei I Am Here. Aber auch hier hat man den Knüppel zwar dabei und schwingt diesen auch ordentlich, hat aber einen groovigen Part dabei, welcher in Richtung Death Metal geht, und auch hier werden sie kurz dissonant, um dann aber die Ballerfraktion zu beglücken, und nach knapp drei Minuten ist diese Einheit auch schon zu Ende. Diese Screams machen mich im positiven Sinne fertig.

Auch bei Born From Death, einem feinen Stück Geballer, zaubern sie mir ein Lächeln ins Gesicht, obwohl die Growls und dieses markante, schon beinahe melodische Riff klar im Vordergrund stehen. Ein punkiges Riff wird im schnellen Midtempo vorgetragen und verdunkelt das Tageslicht und dann, am Ende, holt man noch einmal die Freunde des gepflegten Krachs zurück und bietet den Grind und erneut das markante Riff an.

Dissonant und etwas melancholisch geht es zu Beginn von Smaller And Smaller zur Sache. Langsam und zermürbend dreht man sich um seine eigene Aussage und so geht es weiter und weiter, bis man dann nach neunzig Sekunden doch mal auf die Idee kommt, die Grindkeule herauszuholen. Und dieses sehr geil. Auf die Fresse, bisschen Death Metal dazu und groovige Gitarrenarbeit. Und dann wieder volle Attacke. Die Screams sind natürlich auch wieder am Start. Ja, das macht Laune und nimmt einen mit auf die Reise in die etwas andere Welt von Deathgrave. Diesen zerstörerischen und zermürbenden Anfang wiederholt man dann noch einmal und fertig ist die Geschichte.

Ein sehr variables Grind-Album, muss man schon sagen. Bei It‘s Only Midnight klingt man sogar ein wenig thrashig und bei Yaws 3D gibt es punkigen Death Metal mit grindiger Grundausstattung. Und bei allen Songs spielt im Hintergrund eine gewisse Liebe zu Motörhead mit.

Hier geht es für weitere Informationen zu Deathgrave  Hell Is Evil in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Deathgrave – Hell Is Evil
Fazit zu Hell Is Evil
Die Amerikaner von Deathgrave zeigen sich auf ihrem dritten Album wieder sehr verspielt und schaffen es schon irgendwie, eine Art eigenen Stil zu entwickeln, sofern dieses heutzutage noch möglich ist. Auf der einen Seite überzeugen sie einen mit einer grindigen und punkigen Grundeinstellung. Hier taucht man tief in die britische Earache-Seele ein und kombiniert diese mit Parts aus dem Death Metal. Ziemlich geil. Die Growls und Screams sind Weltklasse. Auf der anderen Seite erzeugen sie durch dissonante Elemente und langsames Verwirrspiel eine Art Chaos, welches mich des Öfteren stört, aber eben den Sound der Band doch recht selbstständig und variabel klingen lässt. Am Anfang war da dann noch die Liebe zu Motörhead und alles zusammen ist eben der Sound von Hell Is Evil.

Anspieltipps: Hard To Swallow und Smaller And Smaller
Michael E.
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