Veröffentlichung mit Sammlerfaktor
Am 18. September 2026 erscheint mit Mount Arreat das zweite Studioalbum von Old Ruins über Sick Taste Records. Für Vinyl-Fans wird dabei ordentlich aufgefahren: Das Album ist in fünf verschiedenen Vinylversionen, als limitiertes Vinyl-Boxset sowie auf CD erhältlich. Für Sammler dürfte damit also durchaus die Qual der Wahl beginnen.
Persönlicher Kontakt, starker zweiter Eindruck
Mit Sänger/Gitarrist Kraje hatte ich bereits seit längerem online Kontakt wegen des neuen Albums. Ihn und seine Band Old Ruins durfte ich in diesem Jahr auf dem Mahlstrom Festival dann auch persönlich kennenlernen. Aus einem netten persönlichen Kontakt wurde beim anschließenden Hören schnell die Erkenntnis: Die Jungs können nicht nur sympathisch, sondern auch ordentlich Druck. Vlt. höre ich das Album auch deshalb mit einem etwas anderen Ohr, also entschuldigt, sollte ich etwas „befangen“ sein.
Weiter im Diablo-Universum
Nach dem Debüt Always Heading East aus dem Jahr 2023 geht es für die Gelsenkirchener weiter im gleichen Sektor. Auch das vorliegende zweite Album bewegt sich tief im Universum von Diablo II. Wer das Spiel kennt, wird zahlreiche Anspielungen wiedererkennen. Aber auch ohne Kenntnis der Vorlage funktioniert Mount Arreat hervorragend. Krieg, Verlust, Zerstörung, Verzweiflung und der Kampf gegen eine scheinbar übermächtige Bedrohung sind schließlich universelle Themen.

Black Metal? Ja – aber bitte mit ordentlich Abwechslung!
Musikalisch lassen sich Old Ruins nicht einfach in die Schublade Black Metal stecken. Harsche Vocals und düstere Atmosphäre treffen auf Death Metal, Doom und klassische Heavy-Metal-Melodien. Hier wird nicht einfach stumpf drauflosgeballert. Leads und Melodien übernehmen eine wichtige Rolle und geben den Songs ihren eigenen Charakter. Dazu kommen immer wieder Tempowechsel, die verhindern, dass die rund 46 Minuten auch nur ansatzweise langweilig werden.
Schon Once There Was Light setzt die Messlatte ziemlich hoch. Düster und zunächst beinahe getragen, entwickelt sich der Song zu einem treibenden Brocken, bevor cleane Vocals einen starken Kontrast zu den wütenden Schreien setzen. Gates Of Harrogath tritt anschließend deutlich aggressiver aufs Gaspedal und dürfte live ziemlich zuverlässig für Bewegung sorgen.
Wenn der Berg erwacht
Mein persönliches Highlight ist allerdings der Titelsong Mount Arreat. Der Song nimmt sich zunächst Zeit, Atmosphäre aufzubauen, bevor die Nummer regelrecht explodiert. Auch Uileloscadh Mor bleibt hängen. Das Piano am Anfang wirkt fast zerbrechlich, ehe sich daraus ein emotionales und episches Stück entwickelt. Zum Ende hin eilen Lord Of Destruction und Tyrael’s Despair und halten die Platte auf einem hohen Niveau.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Old Ruins – Mount Arreat in unserem Time For Metal Release-Kalender.



