Bleak House – Tyrant (EP)

25.09.2026 – Heavy Metal, NWoBHM – High Roller Records – 10:51 Minuten

EPs sind oftmals ein zweischneidiges Schwert. Manche EPs kommen mit fast 30 Minuten Laufzeit um die Ecke, andere erinnern an eine bessere Single, auf der zwei Nummern auf A- und B-Seite zu finden sind. Die NWoBHM-Veteranen Bleak House sind mit ihrer EP Tyrant knapp über der Single. Es gibt drei Stücke, aber nur eine Laufzeit von etwas mehr als zehn Minuten. Allen voran progressive Bands benötigen zehn Minuten für das Intro. Lohnt sich Tyrant als EP?

Bleak House und Tyrant sind ein kurzes Vergnügen

Der Bandname Bleak House ist eventuell nicht jedem Fan geläufig. Die Truppe kommt aus England und hatte als Rasputin oder Ripper bereits in den frühen 70ern erste Spuren hinterlassen. Zu Bleak House wurde die Combo 1977 und lieferte – genau – EPs. Rainbow Warrior und Lions In Winter nennen sich die beiden Teile aus den Jahren 1980 und 1982. Es war mal wieder das Keep It True Festival in Lauda-Königshofen, das für die Wiederbelebung der Band sorgte. 2024 waren Bleak House dort und die Protagonisten aus den 70ern und 80ern sind nach wie vor aktiv. Das gilt auch für die EP Tyrant, die von der Bandbesetzung nicht ganz identisch ist mit den beiden EPs. Der damalige Drummer Roy Reed und Gez Turner am Bass sind nicht mehr dabei, was dem grundsätzlichen Spaß an der Musik aber keinen Abbruch tut.

Drei Stücke und eine Band im Rentenalter. Lohnt sich sowas? Es ist eine Geschmacksfrage und ob knappe elf Minuten ein Argument für Hardware sind. Rein musikalisch gibt es wenig zu meckern.

Den Anfang macht Tyrant und klingt nahezu perfekt nach 80er-Jahre-Metal. Überraschend druckvoll kommt das Ding rüber und wer das Teil hört, dürfte kaum von einer Rentnerband reden. Auch Arise With The Prince kann sich gut hören lassen. Der Bass ist von Sam Killin besetzt und die Drums von Chris Shaw. Das sind die Söhne von Sänger Graham Shaw und Gitarrist Graham Killin, die nun die treibenden Kräfte im Bleak House sind. Der Schlusspunkt nennt sich To The Gods und ist wie der Vorgänger auf dem Livealbum aus dem Jahr 2000 zu finden. Die beiden Nummern sind vor circa 40 Jahren entstanden und wurden jetzt neu abgemischt und vertont. Entsprechend klingen die Stücke genauso, wie es Fans der NWoBHM erwarten, nur eben im neuen Gewand, das der technische Standard 2026 hergibt.

Hier geht es für weitere Informationen zu Bleak House – Tyrant (EP) in unserem Time For Metal Release-Kalender.

 

Bleak House – Tyrant (EP)
Fazit zu Tyrant
Der Hauptkritikpunkt an der EP Tyrant von Bleak House ist die viel zu kurze Laufzeit. Klar, die EP hat im Bleak House Tradition. Trotzdem bietet zum Beispiel der Livemitschnitt aus den 80ern 16 Stücke inklusive Cover-Versionen. Gerade einmal sieben Nummern befinden sich auf den beiden EPs aus den 80ern. Auf den beiden Kompilationen Bleak House und Suspended Animation sind alte Aufnahmen von Arise With The Prince und To The Gods zu finden, aber auch noch weit mehr Material, welches das Quintett 2026 eine Neuaufnahme hätte gönnen können, ohne die beiden EPs Rainbow Warrior und Lions In Winter anzufassen. Schade, hier wäre mehr drin gewesen als nur dieser kurze Appetitanreger. Die drei Dinger machen Bock auf mehr und vielleicht begeben sich die Protagonisten noch mal ins Studio.

Anspieltipps: Tyrant, Arise With The Prince und To The Gods
Jürgen F.
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