Eventname: Broken Family Fest Vol. 2
Bands: Temptress, El Saguaro, Oakfarm, Submarine On Mars, Tier
Datum: 10.10.2026
Kosten: 32,00 € VVK, 38,00 € AK
Genre: Heavy Doom, Stoner, Psychedelic, Heavy Blues Rock, Space Rock, Instrumental Stoner
Veranstalter: Broken Music
Link: https://www.facebook.com/events/1452493593344697
Heute steht das Rothaus Trier ganz im Zeichen schwerer Riffs, psychedelischer Klänge und jeder Menge Underground-Spirit. Nach der Premiere im vergangenen Jahr im HOT in Koblenz geht das Broken Family Fest in die zweite Runde und macht diesmal Station in Trier. Präsentiert wird das Festival von Time For Metal, gemeinsam mit Broken Music und den Freunden von Vinyl4Charity e. V.
Zunächst gibt es erst einmal jede Menge bekannte Gesichter zu begrüßen. Aus dem Umfeld von Vinyl4Charity und Broken Music treffen wir auf zahlreiche Freunde und Wegbegleiter, sodass die ersten Gespräche schon vor dem eigentlichen musikalischen Programm in vollem Gange sind.
Fünf Bands stehen heute auf dem Programm. Von instrumentalen Space-Rock-Ausflügen über psychedelischen Blues und schweren Stoner Rock bis hin zu wuchtigem Doom und düsteren Western-Vibes ist alles vertreten, was das Herz der Underground-Gemeinde höherschlagen lässt.
Submarine On Mars – Der Start in andere Klangwelten
Den Auftakt übernehmen Submarine On Mars aus Hagen. Die Formation um Laura (Gitarre) und Torben (Bass) wird mittlerweile durch Steven Broschkus (Ex-Van Groover) an den Drums ergänzt. Musikalisch bewegt sich das Trio zwischen fuzzgeladenem Space Rock und Psychedelic und setzt dabei auf instrumentale Klangreisen, bei denen Gitarre, Bass und Schlagzeug die Hauptrolle übernehmen. Gesang wird nicht benötigt, denn die Instrumente erzählen ihre eigenen Geschichten.

Mit ausgedehnten Passagen und psychedelischen Elementen schaffen Submarine On Mars eine musikalische Welt, in der man sich treiben lassen kann. Die Band eröffnet das Festival mit einer Ausrichtung, die sich hervorragend in das Gesamtkonzept einfügt. Schließlich soll es heute nicht ausschließlich um möglichst schwere Riffs gehen, sondern ebenso um Atmosphäre, Groove und die Freiheit, musikalisch auch einmal andere Wege einzuschlagen. Damit ist der Boden für die folgenden Bands bereitet, die den Abend mit ihren jeweils ganz eigenen Interpretationen schwerer Gitarrenmusik fortsetzen.
El Saguaro – Eine Zeitreise in die Seventies
Zu El Saguaro habe ich bereits eine kleine Vorgeschichte, denn ich durfte mich schon mit ihrer Debüt-EP Enthusiecstasy beschäftigen. Daher weiß ich durchaus, was musikalisch auf uns zukommt. Was die drei Portugiesen (Lucas Hugues, André Horta und João Ferreira) allerdings live auf die Bühne bringen, ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Die Jungs sind eine regelrechte Sensation und entführen uns mit ihrem psychedelischen Rock direkt zurück in die Seventies.
Bluesige Elemente treffen auf einen herrlich unbeschwerten Groove und eine Atmosphäre, die einen für einen Moment vergessen lässt, dass wir uns nicht irgendwo in den Siebzigern, sondern mitten im Rothaus Trier befinden. Dabei wirken El Saguaro keineswegs wie eine Band, die einfach nur einen bestimmten Sound reproduzieren möchte. Vielmehr bringen sie eine Lebendigkeit auf die Bühne, die ihren Songs noch einmal eine ganz eigene Qualität verleiht. Die Musik entwickelt einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Für die drei Portugiesen stehen heute noch einige Kilometer auf dem Programm. Bereits um 21:00 Uhr müssen sie sich auf den Weg nach Spanien machen, wo sie am nächsten Tag zu einem weiteren Gig erwartet werden. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt also nicht. Dennoch ergibt sich kurz nach dem Auftritt noch die Gelegenheit, ein paar Worte mit den Musikern zu wechseln.
Oakfarm – Ein Jahr, ein neues Album und jede Menge Entwicklung
Oakfarm habe ich bereits im vergangenen Jahr beim ersten Broken Family Fest in Koblenz erleben und kennenlernen dürfen. Da kann ich eigentlich nur sagen: Ein Jahr weiter, ein neues Album im Gepäck und eine ganze Menge Entwicklung!
Das Kieler Trio Tobias Lemberger (Gitarre, Gesang) und Arne Döpper (Bass) und Dennis Oelze (Schlagzeug) zeigt, dass sich eine Band innerhalb eines Jahres weiterentwickeln kann, ohne dabei ihre musikalischen Wurzeln aus den Augen zu verlieren. Der Mix aus schwerem Stoner Rock und bluesigen Einflüssen funktioniert live hervorragend. Die Riffs sitzen, der Groove stimmt und die Band wirkt in ihrem Auftreten deutlich gereifter. Da bleibt mir eigentlich nichts weiter übrig, als es mit dem Titel ihres gerade neu erschienenen Albums zu beschreiben: Too Hard For Some Too Soft For Others!
Nach dem Gig ergibt sich dann noch eine interessante Überraschung für mich. Im Gespräch erfahre ich, dass Schlagzeuger Dennis Oelze zugleich der Mann hinter Pink Tank Records ist. Da gibt es direkt Gesprächsstoff, und so unterhalte ich mich noch eine ganze Weile mit ihm. Wieder einmal zeigt sich, dass bei solchen Festivals nicht nur die Musik auf der Bühne zählt. Auch die Begegnungen danach gehören dazu und machen den besonderen Charme der Underground-Szene aus.

Temptress – Jetzt wird das Rothaus auf seine Grundfesten geprüft
Dem Trio aus Dallas, Texas, bin ich bereits vor dem Auftritt am Merchstand begegnet. Die Gelegenheit habe ich natürlich direkt genutzt, um beide Alben auf Vinyl einzutüten.
Die 2019 in Dallas gegründete Band besteht aus Andi Cuba am Schlagzeug, Kelsey Wilson an der Gitarre und Christian Wright am Bass. Alle drei übernehmen auch Gesangsparts, was dem Trio zusätzliche Möglichkeiten eröffnet, seinen eigenständigen Sound zu gestalten. Musikalisch lassen sich Temptress nicht einfach in eine einzige Schublade stecken. Klassischer Metal trifft auf Stoner- und Doom-Metal, während Alternative, Post-Rock und Sludge weitere Einflüsse beisteuern. Das Ergebnis ist eine Mischung, die sich zwischen schweren Riffs, düsteren Klangwelten und atmosphärischen Passagen bewegt.

Die Amerikaner bringen eine ordentliche Portion Wucht mit nach Trier, und spätestens jetzt dürfte klar sein, dass es mit entspanntem Zurücklehnen nicht getan ist. Hier regieren schwere Gitarren, ein druckvolles Rhythmusfundament und eine Atmosphäre, die sich zunehmend verdichtet. Das Trio lässt seinem Sound den nötigen Raum, um sich auszubreiten, und genau darin liegt die Kraft dieser Musik.
Das ist genau die Art von Musik, für die ich mich begeistern kann: druckvoll, düster und mit genügend Tiefgang, um sich nicht in bloßer Lautstärke zu verlieren. Jetzt muss das Rothaus zeigen, was seine Mauern aushalten. Die Grundfesten dürfen ruhig ein wenig ins Wanken geraten!
Tier – Bad Blood, staubige Western-Vibes und ein würdiger Abschluss
Den Schlusspunkt des Broken Family Fest Vol. 2 setzen die Trierer Lokalmatadoren von Tier. Die Jungs aus der Region wissen ziemlich genau, wie man das Publikum mit einer Mischung aus Stoner Rock, dreckigen Riffs und einer ordentlichen Portion Western-Atmosphäre packt.
Bei Jonas am Schlagzeug ist die Armverletzung immer noch ein Thema. In der Vergangenheit hat das bereits zu einigen Live-Ausfällen geführt. Zeitweise sprang deshalb Bandfreund Franky ein, während Jonas sich dezent hinter dem Schlagzeug positionierte und seine Gesangsparts live übernahm. Jetzt ist Jonas allerdings wieder voll da.
Seit 2019 stehen Jonas (Drums, Gesang), Fabian (Bass, Gesang) und Jan (Gitarre, Gesang) als Power-Trio auf der Bühne und sorgen regelmäßig für ekstatische Shows. Auch heute zeigt sich, dass man sich von Widrigkeiten nicht zwangsläufig die Laune verderben lassen muss. Die drei haben ihren eigenen Kopf, ihren eigenen Sound und offensichtlich jede Menge Spaß an dem, was sie tun.

Aber alles cool: Keep Sweet, ihr Süßen! Böses Blut gibt es hier nicht, auch wenn Bad Blood natürlich gespielt wird. Ebenso wenig dürfen Hang ’Em Up und Hashtrain fehlen. Spätestens jetzt verwandelt sich das Rothaus in eine staubige Kulisse irgendwo zwischen Arizona und Louisiana. Die Riffs ziehen ihre Kreise, der Groove schiebt ordentlich nach vorne und die Songs entwickeln genau jene Atmosphäre, die Tier so unverwechselbar macht.
Wir befinden uns nicht irgendwo in einer abgelegenen Wüstenbar im amerikanischen Süden, sondern mitten in Trier. Doch für die Dauer des Auftritts spielt das überhaupt keine Rolle. Tier schaffen es, diese Bilder im Kopf entstehen zu lassen und das Publikum in ihre eigene musikalische Welt mitzunehmen. Wir müssen allerdings bereits vor dem Ende des Gigs von Tier die Reise heimwärts antreten, denn es liegen noch 1,5 Stunden vor uns.
Fazit – Die Broken Family hält zusammen
Fünf Bands, unterschiedliche musikalische Welten und viele schöne Begegnungen machen das Broken Family Fest Vol. 2 zu einem gelungenen Abend im Rothaus Trier. Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten, die dieses Festival möglich machen. Die Broken Music Family hält zusammen und hoffentlich sehen wir uns bei der nächsten Ausgabe wieder!
Weitere Bildergalerien:
El Saguaro
Oakfarm
Temptress
Tier
































