Baest mit Special Guest Deadnite und Nocturnis am 12.10.2026 im Schlachthof Wiesbaden

Baest auf Colossal European Headline Tour 2026

Bands: Baest, Deadnite, Nocturnis

Ort: Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden, Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden

Datum: 12.10.2026

Kosten: 29,45 € VVK, 32 € AK

Genre: Death Metal,  Progressive Metal, Groove Metal, Black Metal

Veranstalter: Schlachthof Wiesbaden

Link: https://schlachthof-wiesbaden.de/events/baest-2026

Heute Abend steht im Kesselhaus des Schlachthofes in Wiesbaden mal wieder erstklassiger Death Metal an. Die Dänen Baest befinden sich gerade auf ihrer Colossal European Headliner Tour. Die habe ich an gleicher Stelle vor vier Jahren bereits einmal gesehen. Damals haben sie gezeigt, dass Dänen nicht lügen, auch nicht im Death Metal. Also, nix wie hin ins Kesselhaus nach Wiesbaden.

Nocturnis – Düstere Klänge zum Auftakt

Den Anfang des Abends im Kesselhaus Wiesbaden machen Nocturnis aus Offenburg. Rund 30 Minuten stehen der Band zur Verfügung, um das Publikum auf den bevorstehenden Metalabend mit Baest einzustimmen. Musikalisch geht es dabei von Beginn an düster und atmosphärisch zur Sache. Mit Unsegen I und Unsegen II eröffnet die Formation ihren Auftritt und legt damit den Grundstein für ein Set, das sich ganz der dunklen Seite des Metals verschrieben hat. Mit Reue geht es anschließend weiter, bevor Nocturnis mit zwei Stücken einen Blick auf das kommende Album werfen. Bereits jetzt bin ich mir sicher, dass ich diesen Abend hier im Kesselhaus nicht Be-Reue!

Nocturnis, Wiesbaden Kesselhaus 2026, Pic by Big Simonski

Das zweite Studioalbum Drangsal erscheint am 06.11.2026 und ist bereits heute am Merchstand auf CD und Kassette erhältlich. Wer auf Vinyl gehofft hat, muss sich allerdings noch gedulden, denn die Schallplatte ist heute leider nicht mit dabei. Mit Der Letzte Hort und Dämmernis präsentieren Nocturnis gleich zwei Titel der neuen Scheibe. Die Stücke fügen sich stimmig in das Set ein und machen neugierig auf das kommende Werk. Nach der EP Aporia aus dem Jahr 2020 und dem Debütalbum Unsegen von 2022 ist Drangsal der nächste Schritt in der Bandgeschichte. In Ermangelung der Vinyl nehme ich dann später die Kassette mit, denn die Jungs haben mich überzeugt.

Nocturnis nutzen ihre halbe Stunde, um ihre düstere Klangwelt vorzustellen und dem Publikum einen Eindruck davon zu vermitteln, wohin die musikalische Reise geht. Als Opener erfüllen sie damit ihre Aufgabe richtig gut und schaffen eine passende Grundlage für den weiteren Abend im Kesselhaus.

Deadnate – Progressive Metal mit jeder Menge Bewegung

Nach dem eher statischen Auftritt von Nocturnis (die auch recht wenig Platz auf der Bühne hatten) kommt mit Deadnate aus Fredericia in Dänemark ordentlich Bewegung auf die Bühne. Schon optisch ist das ein deutlicher Kontrast zum Opener, denn die Musiker nutzen den vorhandenen (größeren) Platz und bringen deutlich mehr Dynamik in den Abend. Auch musikalisch wird es jetzt abwechslungsreicher und technisch anspruchsvoller. Deadnate verbinden Progressive Metal mit druckvollen Grooves, vertrackten Rhythmen und einer modernen Härte, lassen dabei aber auch melodischen Passagen genügend Raum. Ihre Thrash-Metal-Wurzeln sind ebenfalls immer wieder herauszuhören.

Deadnate, Wiesbaden Kesselhaus 2026, Pic by Big Simonski

Mit Songs wie He Who Pays, Morass und Guilt & Sorrow zeigen die Dänen, wie vielseitig ihr Sound ausfallen kann. Harte Riffs treffen auf komplexe Rhythmen, während die Band immer wieder zwischen brachialen Ausbrüchen und atmosphärischen Momenten wechselt. Dabei wirkt das technische Spiel nicht wie eine reine Demonstration musikalischer Fähigkeiten, sondern fügt sich in einen abwechslungsreichen Gesamtklang ein. Deadnate lassen ihre Stücke atmen, nur um anschließend wieder mit voller Wucht nach vorne zu gehen.

Das im Frühjahr 2026 selbstproduzierte Album Mosaic steht natürlich im Mittelpunkt. Nach dem Debüt The North Sea schlägt die Band darauf ambitioniertere und härtere Wege ein. Im Kesselhaus lässt sich gut nachvollziehen, weshalb sich Deadnate in der dänischen Underground-Szene zunehmend einen Namen machen. Die Musiker bringen Energie auf die Bühne und sorgen dafür, dass sich das Publikum auf die wechselnden Rhythmen und Stimmungen einlassen kann. Neon Burner, The Lie We Can Trust und Two Tongues sind ebenfalls abwechslungsreiche Songs vom neuen Album. Die Mischung aus technischer Finesse, Groove und kompromissloser Härte macht den Auftritt zu einer spannenden Angelegenheit. Deadnate sind damit weit mehr als eine bloße Überbrückung bis zum Headliner. Sie setzen einen eigenen Akzent und sorgen dafür, dass die Stimmung im Kesselhaus für Baest bereits ordentlich angeheizt ist.

Baest – Colossal Death Metal und eine Bühne im Ausnahmezustand

Dann ist es endlich Zeit für den Headliner des Abends: Baest aus Aarhus betreten die Bühne des Kesselhauses und machen ziemlich schnell klar, dass hier niemand einen Gang zurückschalten möchte. Die Dänen haben mit Colossal ihr mittlerweile viertes Studioalbum im Gepäck und zeigen darauf eine musikalische Weiterentwicklung, ohne ihre Wurzeln im Death Metal zu verleugnen.

Der  Opener Colossus macht deutlich, wohin die Reise geht. Auf dem aktuellen Album öffnen sich Baest stärker für klassischen Heavy Rock, ohne dabei ihre charakteristische Härte aufzugeben. Wo früher vor allem Old School Death Metal das Bild bestimmte, treffen inzwischen groovende Rhythmen und rockige Einflüsse auf die gewohnt wuchtigen Riffs. Der Gesang von Simon Olsen bleibt dabei so rau und druckvoll, wie man es von ihm kennt. Mit Misfortunate (mit Unterstützung von Deadnate, die mit auf der Bühne stehen), In Loathe And Love und Mouth Of The River geht es anschließend mit ordentlich Schub weiter. Gerade die Mischung aus metallischer Wucht und rhythmischer Beweglichkeit funktioniert live hervorragend.

Baest, Wiesbaden Kesselhaus 2026, Pic by Big Simonski

Baest gehen ab wie die Zäpfchen, liefern eine Spielfreude auf allerhöchstem Niveau und scheinen sich zwischendurch auch noch einen kleinen Wettbewerb im Grimassenschneiden zu liefern. Vor allem Gitarrist Lasse Revsbech und Bassist Mattias Melchiorsen legen sich in dieser Disziplin mächtig ins Zeug.

Mit Genesis, Gargoyles und Ecclesia zeigt die Band weitere Facetten ihres Sounds. Die Gitarrenarbeit bleibt technisch anspruchsvoll, die Riffs sind kantig und die Rhythmusfraktion sorgt für ordentlich Druck. Simon Olsen erweist sich dabei einmal mehr als echtes Frontschwein, das mit seiner Stimme den Songs die nötige Durchschlagskraft verleiht. Dass er früher auch bei der dänischen Melodic-Death-Metal-Band Livløs am Mikrofon stand, passt ins Bild eines Sängers, der sich im extremen Metal bestens zu Hause fühlt.

Nicht nur auf der Bühne geht es hoch her. Auch vor der Bühne herrscht ordentlich Bewegung. Das Publikum nimmt die Energie dankbar auf, und als Simon Olsen später sogar mitten in der Crowd auftaucht und dort in der Menge weitermacht, ist endgültig klar, dass Baest die Distanz zwischen Band und Publikum an diesem Abend nicht besonders wichtig ist. Hier wird nicht einfach ein Konzert abgespult, sondern gemeinsam gefeiert.

Mit Necro Sapiens schlagen Baest noch einmal eine Brücke zu ihrem bisherigen Schaffen, ehe Depraved World die rockigere Seite von Colossal unterstreicht. Der Titel bringt die Entwicklung der Band auf den Punkt: Death Metal bleibt das Fundament, doch darüber darf es inzwischen auch einmal nach klassischem Heavy Metal klingen. Meathook Massacre sorgt anschließend wieder für eine ordentliche Portion Härte, bevor Stormbringer den Abend beschließt. Nach dem Gig bleibt noch genügend Zeit, sich mit den Jungs zu unterhalten.

Fazit

Drei Bands, drei unterschiedliche Ansätze und ein rundum gelungener Abend im Kesselhaus Wiesbaden. Nocturnis sorgen für düstere Atmosphäre, Deadnate bringen progressive Härte und Bewegung auf die Bühne, bevor Baest mit Spielfreude, starkem Sound und einer mitreißenden Show endgültig alles abräumen. Besonders der direkte Kontakt zwischen Band und Publikum macht den Headliner-Auftritt zu einem echten Erlebnis. Ein Konzertabend, bei dem vom atmosphärischen Einstieg bis zum energiegeladenen Finale einfach alles passt!

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