Das Interview mit Ralf „Albi“ Albers von Fiddler’s Green zum aktuellen Album Heyday und der kommenden Tour

Ralf „Albi“ Albers: Ein Konzept, das wir unbedingt fortsetzen wollten!

Artist: Fiddler’s Green

Herkunft: Erlangen, Deutschland

Genre: Folk Rock

Label: Deaf Shepherd Recordings

Link: https://www.fiddlers.de

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre, Bouzouki – Ralf „Albi“ Albers
Geige, Gesang – Tobias Heindl
Gesang, Gitarre – Patrick „Pat“ Prziwara
Bassgitarre – Rainer Schulz
Akkordeon, Bodhrán – Stefan Klug
Schlagzeug, Perkussion – Frank Jooss

Time For Metal / Rene W.:

Hallo liebe Band,

wir freuen uns, dass ihr rund einen Monat nach eurem Release von Heyday Zeit gefunden habt, über das Album mit uns zu sprechen.

Zwischen dem Vorgänger Devil’s Dozen und eurem Langeisen Heyday sind drei Jahre vergangen. Wie habt ihr diese Zeit genutzt und wann seid ihr in den Produktionsprozess des neuen Albums eingestiegen?

Fiddler’s Green / Ralf „Albi“ Albers:

Zunächst haben wir natürlich Devil’s Dozen quer durch Europa live präsentiert, und in der Tat war der Erfolg dieses Albums eine große Motivation für uns, was Heyday betraf. Mit Jörg Umbreit und den Principal Studios haben wir für uns den idealen Produzenten an einem wunderbaren Aufnahmeort gefunden, ein Konzept, das wir unbedingt fortsetzen wollten. Der Songwritingprozess zu Heyday ging dabei mehr oder weniger nahtlos ineinander über: Bereits im Herbst 2016, als Devil’s Dozen erschien, begannen wir neue Songs zu schreiben und haben zunächste alle möglichen Ideen in Form von ca 20 Demos gesammelt. Ab Frühjahr 2017 verbrachten wir, wann immer wir in den Tourpausen Zeit fanden, jeweils mehrere Tage am Stück im Studio. Quasi mit definiertem Arbeitstag von 11 – 23 Uhr, hat uns sehr gutgetan. Und dann ging’s los: Zunächst gingen wir gemeinsam die Demos durch, dann wurde ausgesiebt, an mehreren Stücken weitergearbeitet, umarragiert, neue Teile entworfen, ganz neue Songs geschrieben, bis im Herbst 2018 Heyday schließlich im Kasten war.

Time For Metal / Rene W.:

Devil’s Dozen wurde sehr positiv aufgenommen und auch der Anspruch eurer Anhänger wächst mit jeder starken Scheibe. Wie schwer ist es da, mit der früheren Leichtigkeit an das Songwriting zu gehen?

Fiddler’s Green / Ralf „Albi“ Albers:

Es ist seit Jahren eigentlich immer das gleiche Spiel: Ein neues Album ist fertig, und aus einem losen Haufen an fragmentarischem Songmaterial ist erneut ein rundes Ganzes geworden! Dann sind wir wieder mächtig stolz, vor allem, wenn wir zurückblicken auf drei Jahre intensiver Arbeit; man weiß ja vorher nie so recht, was dabei rauskommt. So ist es jetzt auch. Dann brennen wir stets darauf, jetzt endlich auch live das neue Programm zuspielen, wir sind erstmal sozusagen total erfüllt von neuen Songs, die müssen dann unbedingt raus, auf die Bühne; ein neues Album scheint da erst mal in weiter Ferne. Aber klar, mit Heyday haben wir auch für uns persönlich die Latte ziemlich hochgehängt und wie jedesmal denke ich, kann man das noch toppen? Aber da es ja jedesmal so ist, vertraue ich auch in Zukunft ganz auf unsere Kreativität; schließlich schreiben wir alle an den Songs, und da kommt schon was an Power zusammen! Also werden wir wahrscheinlich schon bald an weiteren neuen Ideen herumknobeln…

Time For Metal / Rene W.:

Heyday beschreibt mein Kollege ganz prägnant und bündig wie folgt: Pubsongs meets Protestsongs. Wie steht ihr dazu und was steckt hinter der Idee, neben lockeren Songs auch unbequeme Thematiken aufzugreifen?

Fiddler’s Green / Ralf „Albi“ Albers:

Na ja, was die Ausgelassenheit in Feierlaune betrifft, die man mit Pubsongs assoziiert, mag der Slogan ja treffend sein, aber thematisch waren unsere Songs ja schon immer doch ein bisschen weiter gefasst; dass wir uns diesmal aber auch politisch äußern, liegt daran, dass wir, ich sag mal, ziemlich angepisst sind von all den reaktionären rechtspopulistischen Äußerungen und Parolen, die ja ihre Wirkkraft auch durch die ständige Wiederholung in sozialen Medien entfalten. Wir haben schlicht das Gefühl, in unserer Eigenschaft als öffentliche Personen, die von vielen anderen gehört werden, eine liberale Gegenposition zu beziehen, und diese Botschaft ebenfalls zu verbreiten, so weit es geht.

Time For Metal / Rene W.:

Für alle, die noch nicht in Heyday hereingehört haben, was ist ganz typisch Fiddler’s Green und welche Einflüsse sind ganz frisch dazu gekommen?

Fiddler’s Green / Ralf „Albi“ Albers:

Zum einen gibt es wieder idealtypische Songs wie The Freak Of Eniskillen oder Born To Be A Rover, die wie ein Traditional klingen, aber auch unseren ureigenen Stempel tragen, eine paar feine Jigs und Reels hie und da, ein schöne Ballade zur Abrundung, aber auch neue Elemente wie die Sitar, bisher nur unplugged eingesetzt, eine Swingnummer, einen ziemlich flotten Rapsong über Limericks, eine Gedichtform aus Irland, oder einen punkigen Protestsong ohne irische Note.

Außerdem haben wir noch intensiver an den Arrangements gefeilt, vor allem die Chöre sind sehr sorgfältig ausgearbeitet.

Time For Metal / Rene W.:

Mit Platz 7 konntet ihr erneut ein sehr gutes Ergebnis in den Deutschen Charts erzielen und ist rein auf dieser Wertung basierend das beste Album – punktgleich mit Winners & Boozers. Wie glücklich macht einen als Künstler das Resultat und die Gewissheit: Da draußen stehen treue Fans parat, die nur darauf warten das neue Material in der heimischen Anlage aufdrehen zu können?

Fiddler’s Green / Ralf „Albi“ Albers:

Es mag pathetisch klingen, aber glücklich ist noch untertrieben: Zum einen das zutiefst befriedigende Gefühl, dass sich all der Aufwand, all die Tage und halben Nächte im Studio, mit kreativen Höhepunkten, aber natürlich auch Durchhängern, voll gelohnt hat. Seit drei Jahren schon geistert all das neue Material schon in unseren Köpfen, dann wurde nochmal intensiv geprobt und jetzt endlich geht’s auch raus in die Welt damit. Und viele, viele Fans warten drauf. Es könnte also kaum besser sein!

Time For Metal / Rene W.:

Mit Heyday habt ihr auch über den Grenzen hinaus Eindruck hinterlassen und erstmals die Charts bei unseren Nachbarn in der Schweiz geknackt. Damit dürftet ihr in der Form nicht gerechnet haben. Wie habt ihr auf diese erfreuliche Nachricht reagiert und wann steht der nächste Besuch in der Schweiz und auch in Österreich an?

Fiddler’s Green / Ralf „Albi“ Albers:

In der Schweiz haben wir uns in den letzten 10 Jahren eine ziemlich treue Fanbase erspielen können und dass wir auch dort erstmals in die Charts kamen, ist natürlich klasse und wird uns ein ziemlicher Ansporn sein, auch dort noch mehr zu reißen. Wir waren auch neulich schon in Solothurn und auch in Österreich und haben dort Heyday dort schon mal live getestet. Also wenn die Reaktion in Deutschland auch so ist, dann wird’s auch hierzulande ein wahres Fest!

Time For Metal / Rene W.:

Nach fast 30-jähriger erfolgreicher Bühnenpräsenz: Wie ist das Gefühl, wenn es endlich wieder auf Tour geht, ein Konzert ansteht oder die großen Festivalbühnen warten? Seit ihr noch nervös oder ist die Routine in Fleisch und Blut übergegangen?

Fiddler’s Green / Ralf „Albi“ Albers:

Na ja, wir steuern stetig auf unserer zweitausendstes Konzert zu, da hat sich natürlich viel Routine angesammelt. Wir arbeiten ja auch bereits seit Jahren mit derselben Crew, was uns eine unglaubliche Sicherheit gibt. Das heißt aber nicht, dass sich nicht auch ab und ein gewisser Grad an Nervosität einstellen kann, also, z.B. letztes Jahr vor Flogging Molly oder Dropkick Murphy auf die Bühne zu gehen, hat den Puls schon beschleunigt. Aber sobald wir loslegen, ist davon meist nix mehr zu spüren.

Time For Metal / Rene W.:

In den nächsten Wochen stehen schon diverse Konzerte in der Republik an. Wie habt ihr euch darauf vorbereitet und könnt bzw. wollt ihr schon was zum Set sagen?

Fiddler’s Green / Ralf „Albi“ Albers:

Zunächst natürlich im Proberaum, dann haben wir uns in vier Pubpromokonzerten in Irish Pubs vor 150 harten Fans warmgespielt, und anschließend ein paar der neuen Songs in einigen Klubgigs in Österreich, Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden ausgetestet, die Setlist noch ein bisschen umgestellt und schließlich in ihre endgültige Form gebracht. Herausgekommen ist ein ganz neues Programm mit zehn oder elf Titeln von Heyday, ziemlich viele also, aber den bisherigen Reaktionen nach zu urteilen dürfte es dabei ganz schon abgehen. Ein paar Klassiker gibt’s natürlich auch, wird ’ne runde Sache.

Time For Metal / Rene W.:

Ein weiteres Highlight wartet am Jahresende und kommt auch mit großen Schritten näher. Die Eisheilige Nacht 2019 ist eine Tour, die ein wahres Erfolgsrezept ist. Dort werdet ihr mit keinen Anderen als Subway To Sally zu sehen sein. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und wie schwer ist es mit der Familie zu vereinbaren, gerade am Ende des Jahres vor und zwischen den Feiertagen nicht anwesend zu sein?

Fiddler’s Green / Ralf „Albi“ Albers:

Subway To Sally kennen wir ja schon seit den frühen Neunzigern, als wir in Weimar in irgendeinem dunklen Kellergewölbe das erste Mal aufeinandertrafen. Und so ist es ja bis heute geblieben, wir freuen uns immer, wenn wir auf Festivals liebe Kollegen treffen, inzwischen sind wir alle ja auch ein bisschen altersweise. Umso schöner, dass wir wieder einmal auf einer ganzen Tour dabei sein dürfen, unterwegs mit der musikalischen Familie sozusagen, mit der man alle Jahre mal zusammenkommt. Wird heimelig! Was Weihnachten angeht: Am 23. sind wir ja „wieder“ zuhause und am ersten Feiertag „noch“ da, das geht dann gerade so eben. Aber was soll man machen, wenn man zu den Eisheiligen Nächten eingeladen wird? Sind halt schon was Besonderes.

Time For Metal / Rene W.:

Wie man entnehmen kann, sind bislang nur das Biberttal Festival 2019 und das Shamrock Castle 2019 geplant. Kommen noch weitere Festivalauftritte dazu oder lasst ihr diese Sommersaison lieber gemächlicher angehen, um im nächsten Jahr erneut die großen Open Airs zu entern?

Fiddler’s Green / Ralf „Albi“ Albers:

Nö, nix gemächlich, sind schon ein paar große Festivals wie Wacken und auch ein paar im Ausland dabei. Unser eigenes Festival Shamrock Castle am zweiten Juliwochenende wird auch bald ausverkauft sein, wenn’s so weitergeht, also alles sehr erfreulich.

Time For Metal / Rene W.:

Abschließend habt ihr ganz traditionell die Möglichkeit ein Wort an eure Fans und unsere Leser zu richten. Ich wünsche euch alles Gute und hoffe, dass ich demnächst euren Irish Speedfolk auf einer Bühne bei kühlem Gerstensaft erleben kann.

Fiddler’s Green / Ralf „Albi“ Albers:

Das hoffen wir doch auch und in diesem Sinne: Heyday heißt Glanzzeit – und die kann es nur mit unseren Fans geben! Wir freuen uns tierisch auf Euch und rufen Euch zu – von Hamburg bis München, von Dresden bis Köln: Feiert Heyday gemeinsam mit uns – live ab Mitte April auf Deutschlands Bühnen!

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