Ectovoid – In Unreality’s Coffin

09.01.2026 - Death Metal - Everlasting Spew Records - 44:34 Minuten

Die Amerikaner von Ectovoid sind schon lange keine Unbekannten mehr im Underground. Das Quartett aus Alabama ist seit dem Jahre 2010 dabei und drei der vier Member spielen noch bei Seraphic Entombment. Seit 2025 ist ein neuer Gitarrist und Sänger dabei, der hier, da die anderen Protagonisten auch nur Namenskürzel haben, mit dem unglücklichen S.S. abgekürzt wird. Da machen wir Deutschen uns aber mehr Gedanken darüber. Album Nummer zwei erschien bereits im Jahre 2015 und das war es. Okay, eine Split (2016) und eine EP (2019) folgten noch, aber dann war wirklich Ende im Gelände. Nun sind sie wieder aktiv und Album Nummer drei namens In Unreality’s Coffin kommt via Everlasting Spew Records auf den Markt.

Los geht die wilde Reise mit dem Song Dissonance Corporeum und nachdem man den Song eingefädet hat, die Gitarre vorspielt, die Drums einsetzen und ein UUAAARGH erklingt, weiß man, wohin die Reise geht. Der gute, alte Death Metal muss wieder mal ran und das ist auch gut so. Im altbackenen, schnellen Midtempo ballert man herum und liefert dazu ein Riffing ab. Das Teil ist natürlich dreckig produziert. An allen Ecken riecht es nach Moder. Sehr schönes Ding, welches absolut im Ohr hängenbleibt. Dieses melodische Lead setzt sich sofort in den Gehörgängen fest. Die Growls klingen, wie sie eben klingen müssen, und hier und da kommt ein Scream hinzu. Nach einem wilden Solo ehrt man den guten Chuck von Death und zockt von der Gitarrenfraktion her einen Part, der eben auch von ihnen hätte stammen können. Sehr lecker. Man nimmt noch einmal Fahrt auf und verabschiedet die Gemeinde in den Sonnenuntergang. Feine Sache.

Songs vom Drummer komponiert

Wenn ich richtig informiert bin, stammen die Songs aus den Trommelstöcken des Drummers McDonald. Dieses ist ja recht ungewöhnlich, aber natürlich nicht unmöglich. Ich wundere mich immer wieder darüber und bestaune, wie viel Talent der eine oder andere Musiker da draußen hat.

Rasant und gewalttätig und schön treibend kommt dann Collapsing Spiritual Nebula aus der heimischen Klangschale und nimmt einen sofort mit. Auch hier überzeugt man und baut sehr viel Druck auf. Wer auf den alten, überwiegend amerikanischen Death Metal abfährt, ist hier genau richtig. Nach dem imposanten Anfang nimmt man das Tempo heraus und baut einen dunklen Groove auf, der auch sofort fruchtet. Ja, das hat alles Hand und Fuß. Auch hier arbeitet man mit melodischen Elementen. Danach wieder Gummi und dann in ein verspieltes Solo. Dieser Part wird ausgebaut und mit Tempowechseln versehen. Ja, da bin ich mit dabei. Überzeugt mich. Wieder Tempoaufnahme und danach treibend, aber auch verschleppend und noch einmal volle Attacke. Der doppelte Gesang macht einfach nur Laune und fügt sich genial ein. Erinnert mich, wenn ich so an neuere Bands denke, ein wenig an Slaughterday. Geiler Song, kann ich nicht anders sagen.

Ein aggressiver, technischer und direkter Ansatz

Die Songs beinhalten ein absolut hohes Aggressionspotenzial und werden für old schoolige Death-Metal-Verhältnisse pfeilschnell vorgetragen. Dabei klingt man zu keiner Zeit stumpf und langweilig. Die Burschen beherrschen ihre Instrumente und liefern immer wieder kleine technische Spielereien, die geschickt und gekonnt im Songwriting mitverarbeitet werden. Trotz dieser Elemente klingt man geradeaus und direkt, wie z. B. beim Song Intrusive Illusions (Echoes From A Distant Plane). Hier geht man zu Beginn recht schleppend und dunkel vor, steigert das Tempo und klingt recht evil. Schönes Ding,

Diese Riffs mit den kraftvollen, facettenreichen und intensiven Drums und mit den aus dem Hintergrund kommenden Growls und Screams nehmen einen einfach mit. Und sicherlich hat man das eine oder andere so schön gehört, aber die Burschen bringen trotz ihres hohen Grundtempos immer wieder Abwechslung in die Sache. Das hat schon etwas. Diese dunkle und teilweise ein wenig morbide Grundstimmung verbreitet sich auf dem ganzen Album und immer wieder blitzt ein Death-artiges Riffing auf, so wie bei Formless Seeking Form. Das Solo ist dann auch wieder so richtig wild. So haben sie es anscheinend am liebsten, hehe.

So richtig fetzig finde ich sie, wenn sie gnadenlos drauflosstürmen, so wie bei Irradiated Self. Ein richtiger Hassklumpen. Schnell, direkt, aber facettenreich. Passt!

Der Namensgeber des Albums beinhaltet dann all die gerade beschriebenen Zutaten. Der Song In Unreality’s Coffin ist ein absolutes Death-Metal-Brett. Dieser Mittelpart mit dem kongenialen Riffing! Awesome! Mehr muss man da nicht zu sagen.

Ectovoid liefern uns eine spannende Geschichte, deren Inhalt der Old School Death Metal ist. Und diese Geschichte wird zum Glück niemals enden.

Hier geht es für weitere Informationen zu Ectovoid – In Unreality’s Coffin in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Ectovoid – In Unreality’s Coffin
Fazit zuIn Unreality’s Coffin
Die Amerikaner von Ectovoid haben ja ihre Fangemeinde lange warten lassen, aber dieses Warten hat sich gelohnt, wie man so schön sagt. Auf ihrem dritten Album liefern sie einen erbarmungslosen Death Metal ab, der es schafft, old schoolig ohne Ende zu klingen, aber dabei neuere, technische Elemente mit einzubauen. Das Songwriting ist mehr als gelungen. Die Riffs sind messerscharf und immer auf den Punkt, das Drumming ist präzise und facettenreich und die Growls und Screams gesellen sich bösartig dazu. Da bleiben nicht so viele Augen trocken. Die dunkle, teilweise dreckige und morbide Grundstimmung spiegelt sich auch in der Produktion wider, und trotz des eng gesteckten musikalischen Rahmens zeigen sie sich innovativ. Das Tempo ist überwiegend schnell und das ganze Album eine absolute Aggressionsbombe. Ich mag es und kann es absolut empfehlen, wenn ihr dem Old School Death Metal wohlgesonnen seid!

Anspieltipps: Collapsing Spiritual Nebula und In Unreality’s Coffin
Michael E.
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