Auf Ambush folgen Tailgunner. Napalm Records scheint aktuell die Hoffnungsträger im klassischen Metal einzusammeln. Guns For Hire, die Debüt-LP von Tailgunner, schlug vor allem in UK ein, wo die junge Truppe bereits mittelgroße Clubs als Headliner bespielt. Auch auf dem Festland spielen sich Craig Cairns (eventuell auch bekannt von seiner Tätigkeit als Sänger bei Induction) und seine Band im Billing immer weiter nach oben. Für 2026 sind Tailgunner unter anderem für das Rockharz Festival, Alcatrazz, Dynamo Metal Fest und Keep It True Legions bestätigt. Geht es für Tailgunner mit Midnight Blitz blitzschnell in den Heavy-Metal-Olymp?
Midnight Blitz: blitzschnell auf den Heavy-Metal-Olymp?
Tailgunner wurden bei ihren Touren durch UK schon als mögliche Nachfolger von Judas Priest gehandelt. Das live dargebotene Painkiller-Cover dürfte diese Jubelarien angefeuert haben. Nun hat die britische Metal-Legende und langjähriges Judas-Priest-Bandmitglied K.K. Downing die Produktion des Zweitlings übernommen. Gehen noch mehr Vorschusslorbeeren?
In den Post-Covid-Jahren zeigten sich Tailgunner sehr präsent auf den Bühnen in Europa, unter anderem im Vorprogramm von metallischen Schwergewichten wie KKs Priest und Riot V. Midnight Blitz soll den zukünftigen Headliner-Status der Truppe manifestieren. Der Anfang klingt vielversprechend. Der Titeltrack knüpft an das bisherige Material an, und klassischer Metal mit ordentlich Energie, der zum Headbangen geeignet ist, macht gleich klar, dass trotz Major-Label kein neuer Weg eingeschlagen wird.
Das nachfolgende Tears In Rain nimmt den Fuß etwas vom Tempo. Der ins Ohr gehende Refrain rückt in den Vordergrund und Tailgunner präsentieren sich nicht nur als 80er-Jahre-Freaks. Das Ding würde sich zum Beispiel auf der neuen Helloween-Platte Giants & Monsters gut machen. Die Spielwiese Power Metal und Heavy Metal, aber immer gradlinig und ohne jeden Kitsch, ist der Ansatz von Tailgunner 2026. Follow Me In Death ist melodisch, aber auch temporeich und könnte ebenso von Bands wie Heavens Gate oder Hammerfall stammen.
Tailgunner: von Old-School-Metal, Power Metal bis Ballade
Auch das weitere Material setzt auf facettenreichen Old School Metal. Dead Until Dark knüpft an seinen Vorgänger an, Barren Lands And Seas Of Red sticht bereits mit seiner Laufzeit von mehr als sechs Minuten hervor. Dass hier US-Metal von zum Beispiel Metal Church vorher auf dem Plattenteller lag und bei den Youngstern Spuren hinterließ, ist kaum zu leugnen. Cairns und Co. können aber auch überraschen. Die Ballade War In Heaven ist ein weiteres Ausrufezeichen, die das Rad nicht neu erfindet, aber stark produziert ist und vor allem Sänger Cairns in Höchstform präsentiert.
Wem der balladeske Ausflug nicht gemundet hat, bekommt mit Blood Sacrifice umgehend Backenfutter und dürfte wieder auf dem richtigen Kurs sein. Diesen Kurs verfolgt Night Raids genauso wie Eye Of The Storm, wo jedoch mehr Helloween und Co. durchschimmern und das Ding insgesamt einen moderneren Sound liefert. Der Schlusspunkt Eulogy ist der zweite Track mit mehr als sechs Minuten. Tailgunner springen zwischen schnellem Heavy Metal mit instrumentalen Power-Metal-Passagen und setzen das finale Statement einer hungrigen Band, die auf den metallischen Olymp will.
Hier geht es für weitere Informationen zu Tailgunner – Midnight Blitz in unserem Time For Metal Release-Kalender.



