Bereits am 20.03.2026 haben Guča Meets Wacken ihr Debütalbum Here Comes The Horny Future über Tubareckorz veröffentlicht. Das Album ist sowohl digital als auch als limitierte Vinyl-Ausgabe erhältlich und präsentiert einen Sound, der sich jeder stilistischen Schublade entzieht.
Wenn Balkan Brass den Metal auf die Hörner nimmt
„We are Guča Meets Wacken – and we play Balkan Metal!“ Selten beschreibt ein einziger Satz eine Band so treffend. Auf ihrem Debütalbum Here Comes The Horny Future prallen schmetternde Balkan-Bläser und massive Gitarrenwände mit solcher Wucht aufeinander, dass ein eigenständiger Sound mit hohem Wiedererkennungswert entsteht. Tanzbar, heavy und hymnisch zugleich.
Die internationale Formation vereint neun Musiker aus Serbien, Griechenland, Nordmazedonien, Bulgarien und Deutschland. Auf zehn Songs wechseln sich Eigenkompositionen mit ungewöhnlich interpretierten Coverversionen ab. Neben sechs eigenen Stücken verleihen Guča Meets Wacken zum Beispiel dem traditionellen italienischen (antifaschistischen) Volkslied Bella Ciao sowie Lola von The Kinks ihren ganz persönlichen Balkan-Metal-Anstrich. Dabei setzen sie konsequent auf echte Bläser, verzerrte Gitarren und ein druckvolles Schlagzeug – ganz ohne Samples oder künstliche Effekte. Das Ergebnis klingt rau, lebendig und vor allem authentisch.
Von Guča bis Wacken
Hinter dem Projekt steht Manne Pokrandt, Produzent und Bassist, unter anderem bekannt durch Engerling und die Zusammenarbeit mit Mitch Ryder. Als regelmäßiger Gast des Zappa-Festivals in Bad Doberan überrascht es kaum, dass auch die zappaeske Experimentierfreude hier und da durchscheint. Natürlich bewegen sich Guča Meets Wacken stilistisch in einer anderen Welt, doch wie einst bei Zappa werden Bläser nicht als schmückendes Beiwerk verstanden, sondern bilden einen gleichberechtigten Bestandteil des Bandsounds.
Am Mikrofon steht Tim Tom Thomas, Sohn von Knorkator-Mitglied Alf Ator. Über sich selbst sagt er augenzwinkernd, er sei „vielleicht schon Musiker gewesen, bevor er überhaupt wusste, was Musik bedeutet“. Diese sympathische Selbstironie passt hervorragend zur gesamten Ausrichtung der Band.
Dass das Konzept auch live funktioniert, haben Guča Meets Wacken längst bewiesen. Nach ihrem umjubelten Auftritt vor rund 15.000 Besuchern auf dem legendären Guča-Festival in Serbien folgten unter anderem die Supportshows zum 30-jährigen Bandjubiläum von Knorkator in der Berliner Columbiahalle. 2027 soll schließlich auch das Wacken Open Air folgen, passender könnte der Bandname dann kaum noch werden.
Humor trifft musikalische Klasse
Bereits das Titelstück Here Comes The Horny Future zeigt eindrucksvoll, worauf sich die Hörer einstellen dürfen. Der Titel spielt herrlich doppeldeutig mit den allgegenwärtigen „Horns“ der Band und liefert gleichzeitig einen augenzwinkernden Einstieg in ein Album voller Spielfreude. Treibende Rhythmen, massive Gitarren und die ständig präsenten Bläser verschmelzen zu einer energiegeladenen Eröffnung.
Mit Bella Ciao beweisen Guča Meets Wacken, dass selbst ein weltbekannter Klassiker noch überraschend frisch klingen kann. Guča Meets Wacken setzen hier auf satte Gitarren, treibende Drums und Bläser, die den Song regelrecht explodieren lassen.
Herrlich selbstironisch fällt I Lost The Overview aus. Der Titel dürfte jedem bekannt vorkommen, der schon einmal versucht hat, gleichzeitig den Gitarren, den Trompeten, der Tuba und seinem eigenen Nacken beim Headbangen zu folgen. Tatsächlich verliert man zwischendurch fast den Überblick – allerdings nur, weil die Band bewusst mit Tempo, Dynamik und überraschenden Wendungen spielt.
Auch Songs Where Is The Button und We All Live In A Village zeigen, dass die Band sich selbst nie zu ernst nimmt. Zwischen tanzbaren Balkan-Melodien, hymnischen Refrains und schweren Metal-Riffs steckt jede Menge Humor, ohne dabei ins Alberne abzudriften. Genau diese Mischung aus Selbstironie und handwerklicher Klasse macht den besonderen Reiz des Albums aus.
Nicht weniger unterhaltsam präsentiert sich das abschließende Rammhorn(z). Bereits der Name sorgt für ein Schmunzeln und weckt unweigerlich Assoziationen an eine bekannte deutsche NDH-Band. Musikalisch bleiben Guča Meets Wacken jedoch eigenständig. Statt industrieller Härte gibt es einen musikalischen Rammbock aus druckvollen Gitarren und einer Bläserfront, die ihrem Namen alle Ehre macht.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Guča Meets Wacken – Here Comes The Horny Future in unserem Time For Metal Release-Kalender.



