Event: Korpiklaani – Heidenfest 2026
Bands: Korpiklaani, Moonsorrow, Heidevolk, Trollfest, The Dread Crew Of Oddwood
Ort: Markthalle Hamburg, Klosterwall 11, 20095 Hamburg
Datum: 11.01.2026
Kosten: VVK circa 58,85 €, AK 60 €
Zuschauer: ca. 300
Genre: Folk Metal, Pagan Metal, Melodic Black Metal, Pirate Metal
Link: https://www.sunday-entertainment.de/artists/heidenfest-2026
Setlisten:
1. Ontwaakt
2. Ostara
3. Walhalla Wacht
4. Yngwaz‘ Zonen
5. A Wolf In My Heart
6. Oeros
7. Drinking With The Gods (Valhalla)
8. Saksenland
9. Vulgaris Magistralis
1. Jumalten Kaupunki
2. Ruttolehto
3. Pimeä
4. Suden Tunti
5. Sankaritarina
1. Hunting Song
2. Wooden Pints
3. A Man With A Plan
4. Happy Little Boozer
5. Aita
6. Tuli Kokko
7. Kalmisto
8. Ämmänhauta
9. Oraakkelit
10. Viima
11. Gotta Go Home (Boney M. Cover)
12. Saunaan
13. Metsämies
14. Vodka
Das zweite Januarwochenende 2026 hat es in sich. Am Freitag machen die Schulen und der ÖPNV dicht und eine fette Schneedecke legt sich über die Hansestadt. Der Samstag dient dazu, das normale Leben so langsam wieder anzuwerfen, allerdings mit diversen Problemen im Nah- und Fernverkehr. Der Sonntag präsentiert sich auf den ersten Blick freundlich. Klarer Himmel und Sonne lassen den Zauber einer weißen Landschaft im Norden erwachen. Allerdings bei Tageshöchsttemperaturen von minus fünf Grad. Passend dazu kommt ein ganzer Schwung an Bands aus Skandinavien heute in die Hansestadt. Das Heidenfest kramte das Veranstaltungsteam vergangenen Winter wieder aus der Mottenkiste. Diese Tradition wird auch 2026 fortgesetzt und die tiefgekühlte Markthalle öffnet bereits um 17 Uhr die Pforten.

Um 18 Uhr soll die erste Band auf der Bühne stehen. Selbst das Personal der Markthalle scheitert bei der Anreise an den Verspätungen im ÖPNV. Dafür beginnt die erste Band verfrüht. Bereits um 17:30 Uhr stehen ein Haufen Menschen im Piratenoutfit auf der Bühne. Dazu ein Cello, eine irische Bouzouki, Akkordeon oder Ukulele. Das sind eher seltene Instrumente bei den bekannten Piratenbands aus nah und fern. The Dread Crew Of Oddwood kommen aus dem sonnigen San Diego und machen heute Bekanntschaft mit dem nordischen Klima. Das kümmert die Truppe wenig. Eine halbe Stunde gibt es das bekannte Piratenliedgut, allerdings größtenteils akustisch dargeboten. Der akustische Ansatz ist das hervorstechende Merkmal des Piratenhaufens, ansonsten sind derartige Bands gerade inflationär auf den Bühnen zu erleben. Da die Anfangszeit auch noch falsch übermittelt wurde, sind kaum mehr als 80 Leute im großen Saal und folgen der Piratenmusik.
Von Piraten zu Flamingos

Geschmäcker sind bekanntlich unterschiedlich und die rosa Antwort auf J.B.O. kommt im Flamingo-Kostüm aus Norwegen. Trollfest liefern Folk Metal als Fun-Ausgabe und tanzen in pinkfarbenen Flamingo-Klamotten über die Bühne. Das Liedgut über feiende und trinkende Trolle findet mehr Anklang beim Publikum als die Piratenband. Genauso stehen diverse Metalfans im Vorraum bei einem Kaltgetränk. Musikalisch gibt es das bekannte Konzept in Richtung Dance Like A Pink Flamingo, Famongues, Kaptein Kaos oder Trinkentroll. Der Höhepunkt ist eine Polonaise durch den Laden zu Pina Colada, die Bassist Øyvind Bolt Strönen „Lodd Bolt“ Johannesen anführt. Nach zehn Nummern und circa 45 Minuten ist Schluss mit der pinkfarbenen Show und die Heiden übernehmen die Regie.
Von Flamingos und Heiden

Der erste Publikumsmagnet scheinen Heidevolk aus den Niederlanden zu sein, die bereits vom Namen perfekt zum Heidenfest passen. Musikalisch dreht es sich um Pagan- und Folk Metal, den die Herren seit fast 25 Jahren zelebrieren. Von den Anfangstagen ist niemand mehr in der Band. Rowan Roodbaert ist seit 2006 am Bass dabei und seit dem zweiten Release Walhalla Wacht auf jedem Album vertreten. Die Hälfte des Sextetts ist erstmals auf dem 2023er-Release Wederkeer zu hören. Darunter ist auch die Hälfte des Gesangs. Daniël Wansink übernahm 2022 von Lars NachtBraecker beziehungsweise dem ehemaligen Drummer und Bandmitbegründer Joost Vellenknotscher. Das Duo Jacco de Wijs und Daniël Wansink ist nicht schlecht, liefert aber nicht die Energie, die de Wijs und NachtBraecker auf die Bühne brachten. Das zeigt sich vor allem bei den älteren Nummern wie Walhalla Wacht oder Ostara. Sehr gelungen ist der A Capella-Teil bei Oeros vom aktuellen Album Wederkeer. Das 2018er-Release Vuur De Verzet steuert mit drei Nummern den Löwenanteil zu dem 45-minütigen Auftritt bei, sodass vor allem de Wijs stark aus den Boxen kommt. Auch wenn es an der einen oder anderen Stelle noch nicht ganz rund für Heidevolk läuft, sind die Niederländer der erste gefeierte Akt des Abends, bei dem sich die Besucherschaft nahezu komplett im großen Saal einfindet.
Moonsorrow sind der besondere Gast beim Heidenfest 2026

Das Heidenfest 2026 liefert eine kleine Besonderheit. Bei den ersten drei Shows sind Moonsorrow aus Finnland dabei. Danach übernehmen Finntroll. Bereits an den Shirts im Publikum wird klar, dass viele Menschen wegen Moonsorrow heute in der Location sind. Pagan Metal und Folk Metal haben Moonsorrow auch am Start. Aber genauso Melodic Black Metal und Longtracks mit Atmosphäre, die eigentlich so gar nicht zu dem feierwütigen Repertoire von Trollfest und Co. passen. Auch der Change Over dauert etwas länger als geplant. Beim Tourstart in Tilburg spielten Moonsorrow gerade mal eine halbe Stunde wegen technischer Probleme. Heute dauert es circa 15 Minuten länger als geplant, dann geben Keyboard und Instrumente die passenden Töne von sich.
Etwas überraschend haben sich die Reihen in der Markthalle bereits gelichtet. Kaum mehr als 250 Leute verfolgen den Gig von Ville Seponpoika Sorvali und seinen Mitstreitern. Eigentlich gehört auch Henri Urponpoika Sorvali zur Bandbesetzung von Moonsorrow. Der Herr ist auch unter dem Namen Trollhorn bekannt, der aber weder für Finntroll noch für Moonsorrow live unterwegs ist. An der zweiten Gitarre agiert der ehemalige Barren-Earth-Gitarrist Janne Perttilä. Wer sich genauer mit Barren Earth auseinandersetzt, findet eine Vielzahl bekannter Namen. Jón Aldará (Iotunn, Hamferð), Olli-Pekka Laine (Amorphis), Mikko Kotamäki (Swallow The Sun), Sami Yli-Sirniö (Kreator) oder der Moonsorrow-Drummer Marko Tarvonen sind in der Liste der leider nicht mehr aktiven Band zu finden.
Moonsorrow haben sich in den vergangenen Jahren rar gemacht. Jumalten Aika ist noch immer das aktuelle Werk aus dem Jahr 2016. Nach Covid sind die Herren nicht mehr so aktiv. Vielleicht ändert sich das mit der kurzen Tour im Rahmen des Heidenfests. Musikalisch gibt es rein gar nichts zu meckern. Sound, Performance und die fünf gespielten Nummern können vollkommen überzeugen. Vor allem die eingängigen Suden Tunti und Sankaritarina sorgen für geschlossenes Headbangen in den vorderen Reihen. Klar, wer wegen Party und Co. in der Markthalle ist, der wird mit Moonsorrow nicht unbedingt warm werden. Der vielschichtige, teils episch lange Sound, der zwischen Folk und angeschwärztem Metall vagabundiert, wird die rosafarbene Fraktion nicht abholen. Für die Anhängerschaft von epischen Langläufen sind die knapp 50 Minuten viel zu kurz. Entsprechend feiern die anwesenden Fans die Truppe völlig verdient ab. Bockstarker Auftritt.
Der Wodka kommt zum Schluss

Auf einem Sonntagabend den Headliner-Slot zu haben, das kann manchmal zu einer geringeren Besucherzahl führen. Klar, die Wetterbedingungen und der lokale ÖPNV, der sich zum späteren Abend noch mehr ausdünnt, sind neben dem Arbeitgeber stichhaltige Argumente. Korpiklaani spielen vor kaum mehr als 200 Menschen ein kurzes Set von gerade einmal 70 Minuten. Ein Highlight ist die Kommunikation von Sänger Jonne Järvelä, der irgendwas in seinen Bart nuschelt, was niemand – anscheinend auch nicht seine Bandkollegen oder die Crew – versteht. Die Vermutung wird laut, dass Järvelä vor dem Gig zu viel Vodka genossen hat. Dafür macht er aber gesanglich eine zu gute Figur. Wie auch immer, zum Abschluss gibt es Party-Folk-Metal, mit einem Mann, der einen Plan hat und sich noch immer maximal zuschütten will.
Dazu covern Korpiklaani Gotta Go Home von Boney M., der die verbliebenen Fans zum Tanzen und Klatschen animiert. Der Saunagang Saunaan passt perfekt zu einer finnischen Band, bevor Beer Beer und Vodka den Schlusspunkt gegen 23 Uhr setzen. Die Location hat sich während der Show immer weiter geleert und am Ende sind kaum mehr als 150 Leute noch im Saal. Fünf Bands mit unterschiedlichen Ausrichtungen. Insgesamt eine interessante Mischung zum Anfang des Konzertjahres 2026. Für das Wetter und die damit verbundenen Hindernisse bei der Anreise kann niemand etwas. Nicht alle Fans, die ein Ticket kauften, sind am Ende in der Markthalle. Dazu wäre Glühwein eventuell das bessere Getränk als Bier gewesen. Es geht für die Fans raus in die eiskalte Nacht und der erste Konzertabend des Jahres 2026 in der schönen Location ist Geschichte.






















































