Eventname: Alestorm – Thunderfisting Europe Tour 2025/26
Headliner: Alestorm
Vorbands: Roses Of Thieves, Lutharo
Ort: Arena Wien, Wien
Datum: 27.11.2025
Kosten: ab 45,00 €
Genre: Pirate Metal, Folk, Modern Metal, Melodic Death Metal
Besucher: ca. 3.000
Veranstalter: Arena Wien
Link: https://www.facebook.com/alestormband
Setlist Alestorm:
- Keelhauled
- Killed To Death By Piracy
- The Sunk’n Norwegian
- Uzbekistan
- Mexico
- Frozen Piss 2
- Under Blackened Banners
- Banana
- Zombies Ate My Pirate Ship
- Bar Ünd Imbiss
- Hangover (Taio Cruz Cover)
- Nancy The Tavern Wench
- Alestorm
- Wooden Leg!
- The Storm
- P.A.R.T.Y.
- Shit Boat (No Fans)
- Drink
- Fucked With An Anchor
- Rumpelkombo
Die Arena Wien ist rappelvoll, als die Thunderfisting Europe Tour 2025/26 in der Hauptstadt Station macht. Der Saal ist ausverkauft, und man spürt schon beim Einlass: Wien hat Bock auf Piraten-Metal, Bierfontänen und gnadenlose Partystimmung.
Roses Of Thieves – Piraten-Folk-Metal mit Herz, Charme und Power

Roses Of Thieves eröffnen den Abend – und schon nach den ersten Minuten ist klar, dass sie ein mehr als passender Opener für Alestorm sind. Frontfrau Kinga Ruppert-Jáger liefert eine beeindruckend klare, kräftige und melodische Performance, die perfekt zu den folkigen, manchmal fast schon hymnischen Arrangements der Band passt. Mit Songs wie Be The Captain oder White Wolf zündet die Band sofort eine Mischung aus Piraten-Attitude, Folklore, moderner Metal-Schärfe und Pub-Party-Feeling. Die Geige, die Akkordeon-Elemente und die rockigen Gitarrenriffs lassen die Arena langsam auftauen. Richtig überraschend kommt dann das Boys (Summertime Love)-Cover – ein perfekter, frecher Bruch, der das Publikum schmunzeln lässt und gleichzeitig zeigt: Diese Band nimmt sich nicht zu ernst, aber ihre Performance dafür umso mehr. Ein runder, stimmungsvoller Start.
Lutharo – Neuer Sturmwind aus Kanada
Für Lutharo ist dieser Abend etwas Besonderes: Es ist eine der ersten größeren Shows mit neuer Sängerin, nachdem Krista Shipperbottom und der Drummer im Oktober 2025 die Band verlassen haben. Die neue Stimme – Kayla Dixon – bringt eine ganz andere, etwas rauere und energischere Vocal-Attitüde auf die Bühne. Zwar wirkt das Zusammenspiel der Band stellenweise wie ein frischer Neustart, doch gerade das verleiht dem Set einen spannenden, ungeschliffenen Charakter. Der Mix aus melodischem Death Metal, kraftvollen Power-Metal-Melodien und dichten Riffs kommt beim Wiener Publikum gut an. Auch wenn die Menge eher beobachtet als ausrastet, ist spürbar: Lutharo haben Potenzial, und diese Besetzungsänderung könnte die Tür zu einer neuen Ära öffnen.
Alestorm – Die Piraten übernehmen Wien

Dann ist es so weit: Alestorm betreten die Bühne – und die Arena verwandelt sich schlagartig in ein schwitzendes, grölendes Piratenschiff. Mit Keelhauled als Opener legen die Schotten sofort mit voller Kraft los. Bier fliegt, Leute tanzen, die Mitsing-Parts hallen durch den Saal wie Seemannschor-Manöver. Die Setlist ist eine grandiose Mischung aus alten Klassikern wie The Sunk’n Norwegian oder Mexico und neueren Eskalations-Hymnen wie Frozen Piss 2. Eine echte Überraschung ist die Rückkehr von Bar Ünd Imbiss, das seit 2019 nicht mehr live gespielt wurde – entsprechend laut fällt die Reaktion der Fans aus. Wie immer entpuppt sich Drink als kollektives Trinkgelage, bevor Fucked With An Anchor noch einmal alles zusammenfasst, wofür diese Band seit Jahren steht: Humor, Party, Chaos, Gemeinschaft. Mit Rumpelkombo beenden Alestorm den Abend – aber die Arena singt noch lange weiter.
Die Thunderfisting Europe Tour 2025/26 macht in der Arena Wien genau das, was man sich von einem Piraten-Metal-Abend erwartet: Sie verwandelt die Halle in eine tobende, biergeschwängerte Seefahrts-Taverne — und das mit drei Acts, die jeweils auf ihre Weise abliefern. Roses Of Thieves eröffnen mutig, lustvoll und mit klarer Handschrift, getragen von starker Gesangsleistung und einer überraschend großen Fanbase in den ersten Reihen. Lutharo zeigen sich trotz Sängerinnen-Wechsel tight, professionell und melodisch stark – eine Band, die definitiv weiter wachsen wird. Und Alestorm? Die Schotten machen, was sie am besten können: Party, Chaos und Piratenwahn. Die Setlist bietet sowohl Klassiker als auch selten gespielte Songs, die Stimmung schwankt zwischen Bierfontänen, Crowdshouts und kollektiver Eskalation. Der Abend beweist erneut, dass Pirate Metal live eine eigene Liga ist – roh, albern, heftig, gesellig. Die Arena Wien wird zum schwankenden Deck eines Schiffes voller Fans, die für zwei Stunden alles vergessen und einfach nur feiern wollen. Ein absoluter Triumphzug für Alestorm und ein rundum gelungener Tourstopp, der die Wiener Metalszene im besten Licht zeigt: laut, loyal und bereit für jedes nautische Abenteuer.














