Wenn eine Band den Namen Korpsesoturi innehat, liegt die Vermutung nahe, dass sie aus Bali oder Südamerika stammt. Oder täusche ich mich? Schnell nachgeschaut und Hellelujah, sie stammen aus Finnland. Da wäre ich mein Leben lang nicht drauf gekommen, aber dem Internet sei Dank! Dieses Trio, welches die ehemaligen Member Josh und Otto von Demolisher in seinen Reihen hat, ist seit 2014 am Start: Neben den gerade genannten Zeitgenossen gesellt sich seit dem Jahre 2019 auch Jani an der Gitarre dazu. Eine EP und zwei Alben haben den Weg aus der Sauna in die Welt geschafft, und nun haben sie die Türen erneut geöffnet und liefern mit Tahtoisin Kuolla eine weitere EP ab.
Tahtoisin Kuolla eröffnet dann auch diese EP, die insgesamt zwei Songs stark ist. Ich bin mir nicht immer sicher, ob ich es gutheißen soll, wenn EPs so kurz sind. Auf der einen Seite ist es schon zu sehen und zu hören, dass eine Band noch aktiv ist und ein Lebenszeichen heraushaut. Auf der anderen Seite sind eben zwei Songs kein Maßstab, um sich, zumindest aus Sicht eines Reviews, eine ordentliche Meinung zu bilden. Aber darüber habe ich ja zum Glück nicht zu entscheiden. Ich drücke auf den Play-Knopf und hoffe auf schöne, knappe sieben Minuten. Die Finnen haben sich seit Beginn ihres Schaffens Death Metal auf die Fahne geschrieben, und das wird auch hier von Anfang an klar. Der Anfang macht schon einmal richtig Laune. Riff vorweg und am Ende des Parts Drumeinsatz und, weil es so schön ist, einfach noch einmal. Aber jetzt mit Growls, und ich habe jetzt damit gerechnet, dass das Gemetzel via Geballer losgeht, aber weit gefehlt. Es geht erst einmal kurz doomig zur Sache, dann gibt es Growls alleine und dann nimmt der Song so richtig Fahrt auf. Knüppelt drauflos, fügt Screams hinzu und nach knapp einer Minute groovt man ein wenig und wiederholt dann den Anfang, knüppelt aber danach. Die Vocals sind eine Mischung aus Growls und Screams und nach knappen zwei Minuten ist der ganze aggressive Spaß auch schon vorbei. Intensiv und krachend. Doch, ganz ansprechend, muss ich schon sagen. Ich liebe diese Vorspieler und dann den Einsatz des Trommelschlumpfs.
Mischung aus Death Metal und Doom
Last but not least – und nun wird es auch länger, keine Sorge. Kuolema Kesken Aktin ist der Name des zweiten Songs. Der Bass knurrt am Anfang, schön langsam und so, wie er halt klingen muss. Die Drums setzen ein und man ist eher doomig unterwegs. Ein langsames, düsteres, teilweise melodisches Riff setzt ein und bleibt im schleppenden Format. Die Growls setzen ein und weiter geht es. Gerade am Anfang hört man, dass es sich um eine Eigenproduktion handelt. Klingt so, als ob das eine Probeaufnahme ist. Der Sound wird dann aber besser, komischerweise. Auch der Song nimmt an Geschwindigkeit zu und liefert dazu ein fettes Riff, geht dann aber relativ schnell wieder vom Tempo runter und agiert wieder in doomigen Gefilden. Dabei agiert man recht melancholisch, aber auch drückend. Das können Finnen ja, wie die Vergangenheit bewiesen hat. Nicht übel. Dann das Tempo ganz runter und der Bass agiert wieder alleine und so lässt man das Teil über dreißig Sekunden ausklingen. Komisch, wie der ganze Songaufbau an sich. Musikalisch aber eine gute Mischung aus Doom und Death Metal.
Hier geht es für weitere Informationen zu Korpsesoturi – Tahtoisin Kuolla in unserem Time For Metal Release-Kalender.



