Headliner: Wargasm
Vorbands: Mimi Barks, Farewell Spit
Ort: Schlachthof, Wiesbaden
Datum: 13.06.2026
Kosten: 36,35 € VK, 38,- € AK
Genre: Metal, Punk, Elektropunk, Hiphop
Besucher: ca. 260 Besucher
Veranstalter: Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden e.V
Link: https://schlachthof-wiesbaden.de/events/wargasm-2026
Setlisten:
- Backyard Bastards
- Vigilantes
- Bad Seed
- Fukstar
- Get Down
- Pyro
- Shin Venom
- Bang Ya Head
- Small World Syndrome
- Feral
- Drildo
- Spit/Voodoo
- Do It So Good
- States Of Consciousness
- Ophelia
- Jericho
- Power Durch Verrat
- Suicide
- Back Off
- Klingen & Stiches
- FSU
- Wormgirl
- Big Ass Chains
- Bad Fakes
- Dark Days
- Lights
- Misery Business
- Othe Side
- Scars Remain
Als ich an diesem Abend im Wiesbadener Schlachthof eintreffe, ahne ich noch nicht, dass mich hier einige Überraschungen erwarten und wie sehr das Kesselhaus seinem Namen alle Ehre bereiten würde.
Bekannt war, dass Wargasm Mimi Barks als Gast im Schlepptau haben. An der Kasse kam dann der lapidare Kommentar: Heute gibt’s drei Bands zum Preis von zweien. Kurzfristig ist die Band Farewell Spit als Teaser hinzugestoßen. Nun gut, warum nicht. Besser so als andersherum.
Um Punkt 20 Uhr geht es los. Farewell Spits Stil würde ich am ehesten als eine Art Pop-Metal beschreiben. Die wirklich jungen Musiker wärmen knapp 30 Minuten lang, die beinahe ausverkaufte Halle, mit gut gelauntem, leichtem Metal vor.

Deutlich härter geht es dann zur Sache, als Mimi Barks die Bühne betreten. Während Farewell Spit noch adrett gekleidet und gepflegt die Bühne verlassen haben, kommt Mimi Barks als das komplette Gegenteil an die Front. Ein Auge mit blinder Kontaktlinse, schwarze, fleckige Zähne und mit krallenförmigen Nägeln – kommt sie der bösen Hexe aus Hänsel und Gretel doch sehr nahe. Das so cool zu bringen, muss man erst einmal draufhaben. Mit einer Mischung aus Rap und knallhartem Metal bringt sie die Stimmung in der Halle auf ein deutlich höheres Level. Es werden Gummipuppen in den Moshpit geworfen, die in wilden Flugbahnen durch die Halle fliegen, um schließlich zerfetzt oder schlaff unter der Decke hängend zu enden. Das Publikum feiert diese Aktionen und die Band kann sich das Grinsen einfach nicht verkneifen. Auch hier dauerte die Show 30 Minuten, an deren Ende es sich die Frontfrau nicht nehmen lässt, selbst durch die Crowd zu surfen. Ab diesem Punkt ist die Laune der Gäste als überaus motiviert zu bezeichnen.
Nach 20-minütigem Umbau geht es nun in die Vollen!

Wargasm betreten die Bühne. Den nur leicht bekleideten Musikern wollte ich erst eine „Sex sells“-Mentalität unterstellen, bis mir in Anbetracht der Hitze im Saal klar wird, dass diese passender gekleidet sind als ich selbst. Das Kesselhaus kocht. Nicht nur die Stimmung, auch die Temperatur hat einen Höchstwert erreicht, als die fünf Engländer mit der Show loslegen. Wild, laut und überaus umtriebig tigert das Front-Pärchen über die Bühne und befeuert das begeisterte Publikum mit ihrem ganz eigenen Stil aus Rap, Metal und Punk. Jemand, der wie ich in den 90ern aufgewachsen ist und The Prodigy geliebt hat, fühlt sich sofort verstanden und abgeholt. Die Party (nichts anderes ist es mittlerweile) ist nach einer halben Stunde schon auf dem Maximum. Crowdsurfer treffen reihenweise vorne an der Bühne ein, die wegen des nicht vorhandenen Grabens von der Band entgegengenommen werden. Wohin man schaut, wildes Gemoshe und Headbangen. Wargasm sind sicherlich nichts für Mauerblümchen, die Mauerblümchen bleiben wollen. Die Band macht Laune, lässt einen aus sich herauskommen, macht so viel Spaß! Die muss man einfach live erleben. Kein YouTube-Video oder MP3 kommt dem echten Konzert dieser Band auch nur annähernd nahe! Einziger Wermutstropfen: Die Show geht nur 60 Minuten. Meine lieben Jungs und Mädel von der Insel. Das darf ruhig länger dauern. Rock on!




































