Event: Lords Of Fyre Tour 2025
Bands: The Dark Side Of The Moon, Lord Of The Lost, Feuerschwanz
Datum: 03.10.2025
Genres: Symphonic Metal, Dark Rock, Mittelalterrock
Besucher: ca. 3000
Ort: Columbiahalle Berlin
Veranstalter: Extratours
Kosten: 64,16 € VVK, Abendkasse 66,16 €
Setlisten:
- The Gates Of Time
- First Light
- If I Had A Heart (Fever Ray Cover)
- New Horizons
- Jenny Of Oldstones (Florence And The Machine Cover)
- No Time To Die (Billie Ellish Cover)
- Can’t Catch Me Now (Olivia Rodrigo Cover)
- Legends Never Die (Against The Current Cover)
- Moonstruck
- I Will Die In It
- Damage
- Drag Me To Hell
- Smalltown Boy (Bronski Beat Cover)
- Destruction Manual
- Die Tomorrow
- Blood For Blood
- La Bomba
- Children For The Damned (Iron Maiden Cover)
- Lorely
- The Curtain Falls
- Bizaar Bizarre
- Six Feet Underground
- Light Can Only Shine In The Darkness
- Cha Cha Cha (Käätjä Cover)
- Schrei Nach Liebe (Ärzte Cover)
- Blood & Glitter
- SGFRD Dragonslayer
- Memento Mori
- Untod Im Drachenboot
- Bastard Von Asgard
- Knightclub
- Ultima Nocte
- Schubsetanz
- Kampfzwerg
- Bezerkermode
- Sam The Brave
- Uruk-Hai
- Drum Solo / Taking The Hobbits To Isengard
- Dragostea Din Tei (O-Zone Cover)
- Die Hörner Hoch
Zugabe
- Valhalla (Mit Melissa Bonny)
- Das Elfte Gebot
- Lords Of Fyre (Mit Lord Of The Lost)
Heute Abend geht es zur Lords Of Fyre Tour 2025, die als Co-Headliner-Tour von Feuerschwanz und Lord Of The Lost in der Berliner Columbiahalle stattfindet. Zunächst stellt es sich jedoch als herausfordernd heraus, einen Parkplatz in der Nähe zu finden. Somit kommen wir, nach dem Empfang unserer Eintrittsberechtigung, zu spät in einen bereits gut gefüllten Saal. Dort sind seit etwa 20 Minuten The Dark Side Of The Moon auf der Bühne.

Die Fotografiererlaubnis ermöglicht es, zumindest vom Rand der Absperrung noch einige Bilder zu machen. Die Band besteht aus den beiden Gründern, Sängerin Melissa Bonny (ehemals Ad Infinitum) und Gitarrist Hans Platz (Feuerschwanz), sowie Drummer Morten Løwe Sørensen (Amaranthe) und Jenny Diehl (ebenfalls Feuerschwanz). Aus einer Wette heraus geboren, haben sie sich inzwischen einen gewissen Ruf erspielt. Thematisch irgendwo zwischen Game Of Thrones und Herr Der Ringe angesiedelt, haben sie mit Metamorphosis bereits ein Album eingespielt, das neben Coversongs, auch eigene, dem Fantasy-Bereich zugewandte Songs enthält. Heute haben sie gut 40 Minuten Spielzeit und haben mit The Gates Of Time angefangen. Die Musik ist ansprechend und wird bereits jetzt gefeiert. Die Halle ist gut gefüllt und mit knapp 3000 Besuchern nicht ganz ausgebucht. Trotzdem gehen die Zuschauer beim Opener gut mit und vermitteln der Band ein gutes Gefühl. Das Billie-Ellish-Cover No Time To Die und auch Legends Never Die von Against The Current kommen gut an. Auch wenn sie sich mit fünf gecoverten Songs – also mehr als der Hälfte der Setlist – mit fremden Federn schmücken, legen sie einen starken Auftritt hin. Das ist Gute-Laune-Musik, auch wenn die Harfenistin Jenny ab und an eher an Mittelalterbands erinnert. Trotzdem reihen sie sich insgesamt irgendwo zwischen den Kapellen Beast In Black oder Battle Beast ein.
Der Umbau geht dann recht zügig vonstatten. Ich dachte, es kämen nun Feuerschwanz dran, aber das ist ein Irrtum. Zunächst haben Lord Of The Lost – was sich eigentlich am Bühnenaufbau bereits erahnen ließ – die Bühne für sich. Nach den ersten Feuersäulen zum Opener Moonstruck dürfen wir vor die Bühne.

LOTL haben sich mit dem zweiten Gitarristen Benjamin Mundliger bestens gerüstet, und so bleibt Chris Harms mehr Zeit, sich ganz auf die Gesangsleistung zu konzentrieren. Das gelingt ihm gut, und schon beim zweiten Track I Will Die In It vom aktuellen ersten Teil des Opvs Noir geht die Post ab. Der Anteil an Fans ist hoch und somit ist es eigentlich ein leichtes Spiel für die Hamburger. Die Setlist ist gut durchdacht und bietet einen ausgewogenen Mix zwischen neueren Songs wie Bizarre Bizarre oder Moonstruck, aber natürlich dürfen auch Drag Me To Hell von Empyrean oder Die Tomorrow vom gleichnamigen Tonträger nicht fehlen. Showmäßig ist es meist Chris, der agiert, auch wenn Pi an der Gitarre es ebenfalls gut hinbekommt. Inzwischen haben LOTl einen so großen Backkatalog an Hits, dass nicht alles in einem Konzert dargeboten werden kann. Trotzdem gibt es Szenenapplaus, wenn Gared im Hintergrund an seinem Multiinstrument agiert. Neben seiner Arbeit an der Gitarre hat aber auch Benjamin Tasteninstrumente vor sich stehen und haut da ab und an in die Tasten, wenn auch eher sporadisch. Der gesamte Auftritt entpuppt sich als kurzweilig und bereitet den Zuschauern Freude, auch wenn schon sehr viele Feuerschwanz-Shirts zu sehen sind. Das unverwüstliche La Bomba, Loreley vom Erfolgsalbum Thornstar und auch ein kleines Drumsolo bei Six Feet Underground vom tierisch agilen Niklas lassen kaum Wünsche offen.

Das auf Opvs Noir noch mit Sharon Den Adel performte Light Can Only Shine On You gefällt auch ohne weibliche Begleitung und passt hervorragend ins Set. Chris versucht sich nun auf Finnisch, und mit dem Song Cha Cha Cha von Käärijä beweist er sein Fremdsprachengefühl (der Hamburger Akzent lässt grüßen), aber damit ehrt er den Auftritt der Finnen beim ESC. Die Ärzte dürfen beim Städte-Song nicht fehlen und mit dem Schrei Nach Liebe, einem Klassiker der Berliner Punk-Rock-Band, kommen die zu Ehren. Das Publikum kann das natürlich lautstark mitsingen. Das politische Statement gegen Gewalt und rechte Hetze von Chris vor dem Song kommt hier gut an. Danach gibt es eine Wall of Death in der Columbiahalle, und mit Claas inklusive Bass in der Mitte klappt das erstaunlich gut. Chris hätte dann aber doch gern seinen Bassisten zurück, und beim abschließenden Blood & Glitter steht der auch wieder unversehrt auf der Bühne. Damit endet der Lord Of The Lost-Auftritt.
Als Letztes stehen dann Feuerschwanz auf der Bühne, und das gesamte Bühnenbild ist auf die Truppe aus dem Großraum Erlangen ausgelegt. Zunächst gibt es wieder aus vielen Rohren Pyros, sodass wir erst zum dritten Song Untot Im Drachenboot vor die Bühne dürfen. Tja, was nun folgt, ist ein Mittelalterfest vom Feinsten – für diejenigen, die es mögen. Bastard Von Asgard, Nightclub, Schubsetanz oder Kampfzwerg lassen kaum Wünsche offen. Die Band ist gut drauf, und die beiden Sänger Hauptmann und Hodi unterhalten das Publikum bestens. Dabei spielt das Outfit kaum eine Rolle, aber es ist schon sehr mittelalterlich bzw. in Rüstungen gehalten. Die beiden Schildmaiden Yennefer und Hela tauchen immer wieder in knappen Kostümen am Bühnenrand auf und liefern mit Säbeln, Flaggen, Feuer und allerlei Gerät einige sehenswerte Bilder. Immer wieder gibt es Rauch, Feuersäulen oder Funkenregen – hier wird also ordentlich aufgefahren. Musikalisch ist nichts auszusetzen, und wie zuvor bei The Dark Side Of The Moon ist Hans Platz eine sichere Bank an der E-Gitarre. Auch das Drumming von Rolf Hering ist druckvoll, und das Solo vor Taking The Hobbits To Isengard kann sich hören lassen. Das O-Zone-Cover Dragostea Din Tei wird zum Mallorca-Hit, und die schwarzen Bälle in der Menge sorgen für Bewegung – Spielball inklusive.

Wäre ich dem Mittelalterrock mehr zugetan, wäre das hier sicherlich großes Kino. Bei Die Hörner Hoch!, eingeleitet mit „Noch ein Bier!“-Rufen des Publikums und der Aufforderung von Sänger Hodi, die Shirts auszuziehen, folgen zumindest einige Männer nur zu gern. Der reguläre Teil ist damit beendet, aber die Tour heißt ja nicht umsonst Lords Of Fyre Tour. Also gibt’s noch eine Zugabe, die mit Melissa Bonny und Hauptmann und dem Song Valhalla beginnt. Danach folgt einer der erfolgreichsten Songs von Feuerschwanz, Das Elfte Gebot, bevor es auf der Bühne richtig eng wird: Die gesamte Lord Of The Lost-Band ist mit auf der Bühne – so stehen dort zwei Bassisten, drei Gitarristen, drei Sänger und zwei Perkussionisten (Gared und Niklas) gemeinsam am Werk. Was für eine Gaudi – und stimmgewaltig geht es zur Sache! Es folgen natürlich noch allerlei Danksagungen, Bilder vom Ensemble und einen Abgesang mit Abbas Thank You For The Musik. Da kein Meet & Greet auszumachen ist, gehen wir auch so von dannen.





























