Da ist er nun, der dritte Teil des Gesamtkunstwerks Opvs Noir. Im letzten Jahr erschienen die ersten beiden Teile (August 2025: Opvs Noir Vol. I – Review hier und im Dezember Opvs Noir Vol. II – Review hier) und konnten bereits für Aufsehen sorgen. Dafür sorgten nicht nur das Probehören für ausgewählte Gäste in den Chamäleon Studios, sondern natürlich auch die geschickte Verteilung der insgesamt 33 Songs auf drei Alben, die dann zusammengefasst in einem ordentlichen Case auch noch etwas hermachen. Natürlich gibt es auch diesmal wieder verschiedene Ausgaben: das Digipak, die einfache CD im Pappschuber für kleines Geld oder erneut eine Kassette sowie verschiedene Vinyl-Versionen, wobei die Liquid-Variante auch diesmal wieder streng limitiert und bereits Sold Out ist.
Auch beim dritten Teil wird auf Gastsänger nicht verzichtet
Als Gäste dürfen auf dem dritten Teil Alea, Wednesday 13, Hannes Braun, Ambre Vourvahis und Damien Edwards mitwirken. Zunächst kommt mit Kill The Lights ein rein LOTL-Stück, bei dem Chris Harms, natürlich sofort erkennbar, stimmlich allein agiert und die ersten Cello-Klänge Swan-Songs-Freunde aufhorchen lassen. Ein schönes Arrangement vervollständigt den Opener. Bereits bei I’m A Diamond kommen Saltatio Mortis mit ihrem Frontmann Alea zum Einsatz. Das Stück hat nicht nur einen Gastsänger zu bieten, sondern auch die leichten Industrial-Züge beeindrucken ebenso wie der eingängige Refrain. Ohne Gastgesang, dafür mit orchestralen Einflüssen, folgt stehenden Fußes My Funeral. Der düstere Titel spiegelt sich im Song nicht wider. Es wird eher eine positive Botschaft vermittelt, und so wird Pink zur neuen Trauerfarbe. Wednesday 13 sorgt dann zusammen mit Lord Of The Lost für ein perfektes Industrial-Erlebnis. Stampfender Rhythmus und elektronische Klänge erledigen dann den Rest.
Auch im zweiten Drittel überzeugt die Hamburger Combo auf ganzer Linie
The Shadow Within mit einigen imposanten Gitarrenparts zeigt, dass nicht nur Harms Lord Of The Lost ist, auch wenn er sehr präsent erscheint. Mit Pi und Benji stehen da zwei klasse Gitarristen an seiner Seite, und auch Nick sowie Class als Rhythmusabteilung sind essenziell für die Band. Hannes Braun (noch Kissin’ Dynamite) und Chris lassen es dann französisch werden. La Vie Est Hell (Das Leben ist die Hölle) entpuppt sich als ein Midtempo-Stück, das ich mir auch gut mit einer Frau als Sangespartnerin hätte vorstellen können. Aber die beiden machen das super und schaffen es, dem von Charles Baudelaire inspirierten Song mehr Leben einzuhauchen. Square One wirkt danach schon fast wie eine Ode an den Frühling. Lebensbejahend und freudig schaffen es Lord Of The Lost zu überraschen. Dafür sorgen sicherlich auch die Pianoklänge von Gared. Tiefer seelischer Schmerz einer verlorenen Liebe kann kaum schöner in einem Song verpackt werden, als es Ambre Vourvahis (Xandria) gemeinsam mit Chris hier zelebriert. Dazu ein wunderschönes, viel zu kurzes Gitarrensolo von Pi und ein leider zu abruptes Ende.
Das letzte Drittel läutet das Ende des Opvs Noir ein
Dark Rock vom Feinsten wird in typischer LOTL-Manier mit Your Love Is Cooler Than Death dargeboten und zeigt die Stärke der Band. Ein komplexer Song mit schöner Melodie und packendem Rhythmus. Dann kommt der letzte der Gäste zum Zuge: Damien Edwards von Cats In Space. Mit Take Me Away geht es ruhiger und balladenhaft durch die viereinhalb Minuten. Das Ende ist dann mit The Days Of Our Lives erreicht. Dieser abschließende Song hebt die Musik von Lord Of The Lost noch einmal auf ein neues Level. Ohne Happy End endet der Track und hinterlässt ein spürbares Gefühl des Abschieds. Chapeau, die Herren.
Hier! geht es lang für weitere Informationen zu Lord Of The Lost – Opvs Noir Teil III in unserem Time For Metal Release-Kalender.



