Wenn der legendäre Wattie Buchan einmal das Zeitliche segnet und The Exploited zu Grabe trägt, dann wird es weiterhin noch asoziale Hardcore-Punk- und Street-Punk-Bands geben, getreu dem Motto Punks Not Dead. Allen voran die New Yorker Punks von The Casualties werden das Chaos-Banner hochhalten. Seit 1990 spucken sie dem bürgerlichen Spießertum, der gleichgeschalteten Gesellschaft und der korrupten Politik ins Gesicht. Seit Written In Blood aus dem Jahr 2018 gab es nur vereinzelte Lebenszeichen, eher live on stage als in Form von neuen Songs. Aber nun explodieren die in Kauf genommenen Opfer förmlich mit nahezu jedem der 13 Tracks auf Album Nummer 11: Detonate.
Stilecht starten die New Yorker Nietenkaiser mit einem Sample-Intro, bevor sie mit dem Titelsong in den Straßenkampf ziehen. Pure Aggression, pure Ablehnung sprechen aus den 90 Sekunden. Ein Auftakt, wie es sich gehört für eine Hardcore-Punk-Kapelle, die People Over Power fordert und Imperien fallen sehen möchte. Schon jetzt ist klar: The Casualties sind zurück und machen deutlich, Hardcore-Punk ist nichts für Weicheier, sondern für Kämpfernaturen. Die Songs treffen, ebenso wie die Message, den Kopf und das Herz. Absolut mitreißend geht der Vierer vom Big Apple zu Werke. Er hat nichts verlernt, er weiß, wie Punk geht. Das Adrenalin muss pumpen.
Making Punk gefährlich again
Vom stürmischen Circlepit, wildem Pogo, wütenden Mitgröhl-Parts und hochgerecktem Mittelfinger – The Casualties haben alles im Angebot, was das Punker-Herz begehrt. So zum Beispiel bei Brick By Brick, das vor Kampfesmoral nur so strotzt. Ausgebremst wird die Kampfeslust mittendrin durch die hymnische Schunkelnummer Few The True, die ebenfalls zur Band gehört, wie die ungestümen Wutausbrüche mit ihrer positiven Botschaft: Krieg deinen Arsch hoch, benutze deinen Kopf und mach etwas Nützliches! Auf keinen Fall Wake Up, Kill, Repeat!
Mit heiserem Gebrüll, bollerndem Bass, simplem, aber effektivem Beat und rasenden Riffs brechen sie eine Lanze für das Außenseitertum, auch als Punk beschimpft. Sie stellen die Frage nach dem Sinn von Krieg, Mord, Unterdrückung und politisch motiviertem Hass. Alles Dinge, für die ausschließlich wir Menschen stehen und ohne die wir besser leben könnten. Warum können wir solch einen Scheiß nicht hinter uns lassen? The Casualties haben darauf keine Antworten. Das ist auch nicht die Aufgabe von Punk Rock, sondern eben diese Fragen zu stellen, immer wieder nachzubohren, bis es die notwendigen Antworten gibt. Oder einfach das Ventil und die Alternative für Frust, Wut und Enttäuschung bieten. Genau das macht Detonate hervorragend.
Hier geht es lang für weitere Informationen zu The Casualties – Detonate in unserem Time For Metal Release-Kalender.



