Seit ihrer Gründung im Jahr 2010 haben sich Mission In Black Schritt für Schritt aus dem süddeutschen Underground nach oben gearbeitet. Was einst mit der Demo Black Infect begann, entwickelte sich über Anthems Of A Dying Breed (2018) und Profit Reigns Supreme (2023) zu einer festen Größe im modernen Melodic Death Metal aus Deutschland. Gerade das Zusammenspiel aus melodischer Härte, thrashiger Direktheit und der enorm variablen Stimme von Steffi Stuber sorgt inzwischen für einen klaren Wiedererkennungswert. Dazu kommt mit El Puerto Records ein Label, das sich in den vergangenen Jahren immer wieder als verlässliche Heimat für starke europäische Metalveröffentlichungen erwiesen hat.
Mit Divinity Of Lies liefert die Band nun ihr drittes Studioalbum ab. Produziert sowie gemastert wurde die Platte erneut von Sebastian „Seeb“ Levermann, dessen Handschrift dem Sound spürbar guttut. Die Produktion wirkt druckvoll und modern, ohne steril zu klingen. Gitarren und Drums drücken konstant nach vorne, während die Vocals jederzeit genug Raum bekommen, um zwischen Growls, Shouts und cleanen Passagen ihre Wirkung zu entfalten. Vor allem genau diese Balance macht das Album über weite Strecken stark.
Zwischen Druck, Melodie und kontrollierter Wucht
Schon das Intro Pulse Of The Awakening baut eine angenehm düstere Spannung auf, bevor Rise ohne große Vorwarnung direkt explodiert. Schnelle Riffs, treibendes Schlagzeug und ein Refrain, der sich sofort festsetzt, eröffnen das Album äußerst effektiv. Dabei merkt man früh, dass Mission In Black ihre Songs inzwischen deutlich fokussierter schreiben als noch auf früheren Veröffentlichungen. Auch Something To Die For hält dieses Niveau. Die Rhythmussektion arbeitet extrem präzise, während sich die Melodien unaufdringlich festsetzen. Gerade der Refrain bleibt hängen, ohne zu kitschig zu wirken. Überhaupt schafft die Band hier oft genau diesen schmalen Grat zwischen Eingängigkeit und Härte. Mit dem Titeltrack Divinity Of Lies folgt einer der stärksten Momente des Albums. Die düstere Grundstimmung, die schweren Gitarren und die wechselnden Gesangslinien verleihen dem Song eine enorme Dynamik. Gerade die cleanen Vocals funktionieren hier überraschend stark und geben dem Stück zusätzliche Tiefe.
Starke zweite Hälfte mit kleinen Abnutzungserscheinungen
Burn With Me zieht das Tempo wieder an und setzt stärker auf thrashige Energie. Die Gitarrenarbeit bleibt dabei jederzeit melodisch genug, um nicht in reines Geballer abzudriften. World Of Demise wirkt dagegen finsterer und schwerer, ohne die Eingängigkeit komplett aufzugeben. Besonders die leicht unterschwellige Atmosphäre funktioniert hier hervorragend. Mit Fighter erlaubt sich die Band eine kurze Verschnaufpause. Glücklicherweise driftet der Song nie in belanglose Balladenklischees ab, sondern bleibt angenehm kontrolliert. Steffi Stubers klare Stimme steht hier stärker im Fokus und zeigt erneut, wie vielseitig ihr Gesang inzwischen geworden ist. Liquid Fire bringt danach wieder ordentlich Bewegung ins Album und lebt von seinem starken Wechselspiel aus melodischen Leads und aggressiven Strophen. Auch As Mountains High And Oceans Deep weiß mit seinem druckvollen Aufbau zu überzeugen, wirkt stellenweise aber etwas formelhafter als die stärkeren Momente der ersten Albumhälfte. Das abschließende Embers beendet die Platte schließlich ruhig und atmosphärisch, fast schon wie ein kontrolliertes Ausbrennen nach den vorherigen Angriffen.
Hier geht es lang für weitere Informationen zu Mission In Black – Divinity Of Lies in unserem Time For Metal Release-Kalender.



