TodoMal – Graveyards Of Joy

03.07.2026 – Doom – Season Of Mist – 43:12 Minuten

Am 3. Juli 2026 veröffentlichten TodoMal ihr drittes Studioalbum Graveyards Of Joy über Season Of Mist. Das Album ist als CD sowie auf Vinyl in einer klassischen Black-Vinyl-Ausgabe und einer limitierten Transparent-Turquoise Vinyl-Variante erhältlich.

Ein würdiger Abschluss einer außergewöhnlichen Trilogie

Mit diesem Werk schließen Christopher B. Wildman und Javier Fernández Milla ihre Trilogie ab, die 2021 mit Ultracrepidarian begann und 2023 mit A Greater Good fortgesetzt wurde. Das Duo bleibt seiner musikalischen Vision treu, erweitert seinen Sound jedoch um noch mehr emotionale Tiefe und cineastische Weite. Entstanden nach einem persönlichen Schicksalsschlag, verarbeitet das Album Trauer, Wut und Einsamkeit, ohne jemals in hoffnungsloser Finsternis zu versinken.

Doom mit Weitblick

TodoMal verweigern sich konsequent den üblichen Genregrenzen. Statt klassischen Doom Metal zu reproduzieren, verbinden sie schwere Gitarren mit Keys, melancholischen Folk-Elementen, orchestralen Klangfarben und einer fast filmischen Dramaturgie. Dadurch entsteht ein Sound, der ebenso an verlassene Landschaften wie an epische Western oder Progressive Rock erinnert. Trotz der bedrückenden Grundstimmung wirkt die Musik niemals statisch, sie entwickelt sich langsam, lässt den einzelnen Instrumenten Raum und lebt von ihren dynamischen Kontrasten.

Bereits der Opener Mare Ignis zieht den Hörer mit atmosphärischer Dichte in seinen Bann. Einer der Höhepunkte folgt mit Deliverance, das eindrucksvoll zeigt, wie geschickt TodoMal zwischen fragilen Akustikmomenten und monumentalen Doom-Riffs wechseln. Auch Point Of Coalescence überzeugt mit seiner Mischung aus spiritueller Melancholie und kraftvoller Schwere. Der abschließende Titeltrack Graveyards Of Joy fasst schließlich alle Qualitäten des Albums zusammen und beendet die Trilogie mit einer bewegenden Mischung aus Hoffnung und Resignation.

Atmosphäre statt Effekthascherei

Besonders beeindruckend ist die organische Produktion. Die Instrumente erhalten ausreichend Platz, wodurch selbst die massivsten Riffs transparent bleiben. Christopher B. Wildmans ausdrucksstarker Clean-Gesang verleiht den Songs zusätzliche Tiefe und wird wirkungsvoll durch die Gastbeiträge von Cecilia Tallo, die neben ihren Gesangsparts auch für die Vokalarrangements verantwortlich zeichnet, sowie Teodora Gosheva ergänzt. Gemeinsam verleihen sie den Kompositionen eine zusätzliche emotionale und beinahe sakrale Dimension. Auch Darío Garrido bereichert das Album mit feinfühligen Akustikgitarren, während Manu Clavijo mit seinen live eingespielten Streichern den ohnehin cineastischen Charakter der Songs nochmals verstärkt. Dadurch gewinnt Graveyards Of Joy eine bemerkenswerte klangliche Tiefe, die weit über die reine Schwere des Doom Metal hinausgeht.

Die Texte greifen Bilder verlassener Ortschaften und menschenleerer Landschaften Spaniens auf und verbinden sie mit Themen wie Verlust, Vergänglichkeit und dem beharrlichen Wunsch nach einem Neuanfang. Diese Verbindung aus persönlicher Erfahrung und atmosphärischer Bildsprache verleiht dem Album eine bemerkenswerte Authentizität.

Hier! geht es für weitere Informationen zu TodoMal – Graveyards Of Joy in unserem Time For Metal Release-Kalender.

TodoMal – Graveyards Of Joy
Fazit zu Graveyards Of Joy
Mit Graveyards Of Joy gelingt TodoMal ein beeindruckender Abschluss ihrer Trilogie. Die Band verbindet Doom Metal mit Folk, Progressive Rock und cineastischen Klanglandschaften zu einem ebenso schweren wie emotionalen Werk. Wer Geduld mitbringt und sich auf die entschleunigte Dramaturgie einlässt, wird mit einem tollen Album belohnt.

Anspieltipps: Mare Ignis, Deliverance und Graveyards Of Joy
Juergen S.
9
Leserbewertung0 Bewertungen
0
9
Punkte