Das norwegische Quartett Horrifier, welches mit Musikern der Bands Dizmai und Voidspire bestückt ist und erst seit dem Jahre 2023 zaubert, hat sich schon eine gute Fanbase erspielt. Das liegt sicherlich auch an dem Album Horrid Resurrection aus dem Jahre 2024, welches auch mich durchaus überzeugen konnte. 2025 folgte dann eine EP, die komischerweise an meinen Gehörgängen vorbeigegangen ist. Diese Missachtung von mir muss natürlich bereinigt werden, aber zuvor lausche ich den Klängen des zweiten Albums namens Revelations Of Gore. Ebenso wie das Debüt erscheint das Album beim Label Personal Records. Los geht’s.
Und zwar, logischerweise, mit dem Opener. Dieser lautet auf den Namen Voices und stellt ein stimmenverwirrendes und bedrohliches Intro dar, bevor man dann direkt zu den ersten Klängen von Compelled To Slaughter rüberwechselt. Langsam, dunkel und doomig startet man das Rennen. So geht es einige Sekunden. Atmosphärisch und mit einer kleinen Melodie versehen beglückt man meine Ohren, um dann sofort eine oldschoolige Uptempo-Attacke zu fahren. Alles im Namen des Death Metal. Sehr fein. Dann wieder Tempo raus, Break und ab in den Doom-Sektor. Ja, das mag ich. Das schockt. Da verweilt man ein wenig, um dann wieder die totale Attacke zu fahren. Der tiefe Gesang wird mit halligen Screams kombiniert. Die Riffs sitzen und sind sicherlich nicht neu, erzeugen aber die absolute Wirkung. Beim letzten Part zeigt man sich wieder aggressiv, bietet aber schon beinahe technisches Gitarrenspiel an. Keine Sorge, nicht verkopft oder extrem verspielt, sondern konstruktiv an das Soundgewand angepasst. Yeah, gefällt mir..
Human Butchery startet dann sofort mit einer Attacke und damit haben sie mich ja sofort. Ich bin nun einmal ein Death-Metal-Lunatic. Aus und fertig. Okay, so simpel ist es natürlich nicht. Das muss schon alles passen und nicht stumpf oder nach 08/15 klingen, aber davon sind Horrifier ganz weit entfernt. Die Finger bearbeiten das Gitarrenbrett und gehen rauf und runter. Triolische Bedienung inklusive und am Ende des Parts wird man rhythmisch und groovt. Lecker. Break, Tempo raus und wieder ab in langsame Gefilde. Hier kommen qualvolle Schreie im Hintergrund dazu und ein Schleier der Morbidität wird verwendet, um eine düstere Atmosphäre herzustellen. Dieses ist nicht nur hier so, sondern betrifft das ganze Album. Break, ein Uargh erklingt, die Gitarre spielt vor, die Drums betonen und ab ins Chaos. Ja, verdammt noch einmal, ja. Death Metal kann so einfach und effektiv sein. Brett. Das Riffing ist geil und nimmt einen mit. Dann drückt man im Midtempo, die Gitarre heult auf und weiter geht es. Stimmung, Freund:innen, Stimmung. Und wieder runter in den Keller, aber ohne zu lachen, denn da ist es ja düster. Eine morbide Melodie übernimmt nun das Zepter und zieht uns ganz in ihren Bann. Hervorragend. Diesen Moment kosten sie so ziemlich bis zum Ende aus. Großartiger Song. Macht Laune hoch zehn.
Im Grunde ist mit diesen beiden Songs alles gesagt, und das meine ich im positiven Sinne, denn die Qualität des Albums ist ziemlich hoch, aber es sind auch Überraschungen oder andere Einflüsse zu hören, wie zum Beispiel The Ingestion. Langsam und schleppend und mit einfachen, aber druckvollen Riffs startet man ins Rennen und nach einigen Vorspielern geht es dann los. Hier zeigt man sich eher ein wenig gediegen und legt Wert auf das recht mit Haken versehende Gitarrenspiel. Eine gelungene Melodie ist natürlich auch dabei. Uftata-Part und ein wildes Solo gibt es gratis. Läuft!
Morbid Lust dagegen ist dann wieder eine völlige Attacke auf die Gehörgänge. Hier gibt es nur straight forward. Das alles klingt dreckig und räudig und geht unter die Haut. Einflüsse aus dem Thrash Metal und Punk sind absolut spürbar und stehen ihnen gut zu Gesicht. Totale Vernichtung pur.
Oder das effektive Basssolo bei The Final Oblation. Top.
Klar, erfinden Horrifier das Rad nicht neu und ich für meinen Teil möchte das auch gar nicht. Wie schon erwähnt, spielen einige Mitglieder ja noch bei der Black-Metal-Band Dizmai und dieses Gefühl der Dunkelheit wird auf das Songwriting von Horrifier übertragen. Hinzu kommen Einflüsse von Morbid Angel, Autopsy, Repulsion und auch schwedischen Combos. Fertig!
Hier geht es für weitere Informationen zu Horrifier – Revelations Of Gore in unserem Time For Metal Release-Kalender.



