Death Kommander – The Great Offensive (EP)

14.08.2026 - Death Metal - FDA Records - 24:17 Minuten

Die Schotten von Death Kommander sind seit dem Jahre 2018 unterwegs und sind ziemliche Bolt-Thrower-Fans. Das haben sie bereits auf den beiden Alben Pro Patria Mori (2021) und Never To Old Grow (2025) bewiesen. Das Quintett nutzt die Stunde der Gunst und hat weiteres Material geschrieben. Herausgekommen ist diese EP namens The Great Offensive, welche via FDA Records auf die Menschheit losgelassen wurde.

Aber die Vorfreude auf neues Material wird einem relativ schnell genommen, denn nach dem Intro und den ersten Tönen des Openers Pay With Your Blood und dem Beschäftigen mit der Materie, fällt einem auf, dass es sich eben nicht um einen neuen Song handelt, sondern um einen re-recorded Song vom ersten Demo. Und dieses trifft dann auf alle Stücke zu. Da ja den meisten das Demo bzw. die EP namens Summer Offensive ’18 aus dem Jahre 2018 unbekannt ist und die Produktion vermutlich damals auch nicht der Hit war, ist es völlig legitim und in Ordnung, dass sie diese Songs noch einmal aufgenommen haben. Da es sich aber eben nicht um neues Material handelt, werde ich auch nicht so tief einsteigen wie sonst.

Der Anfang der Band wird so noch einmal neu dargestellt. Pay With Your Blood legt ohne Umschweife los und es geht zur Sache. Die Gitarren drücken im Midtempo und haben Energie, das Drumming drückt im Midtempo und erzeugt einen Rhythmus, bei dem man mitmuss. Die Vocals sind so, wie sie sein sollen. Die kraftvollen, tiefen Gesangseinlagen werden mit einigen dunklen Screams kombiniert. So marschiert man eben wie ein Panzer durch den Tag und hat sich von Bolt Thrower mehr als inspirieren lassen. Dann wird das Tempo herausgenommen, um eine langsame, schleppende und markante Melodie zu präsentieren. Die sitzt und nimmt einen mit. Danach steigert man erneut das Tempo. Feiner Death-Metal-Song.

Auch Operation Eisenfaust geht in diese Richtung, entfaltet aber überwiegend im Midtempo seine Wirkung. Das Riffing gefällt mir am Anfang nicht so gut, aber diese eingestreute düstere Melodie hat es in sich und der langsame Aufbau des Songs schockt auch wohl. Holt mich aber nicht so ab, wie der Opener, da der Schwerpunkt zu sehr auf das Groovige gelegt wird. Man agiert zwar auch kurz im Midtempo, aber das Groovige überwiegt.

Da gefällt mir Onwards schon wieder viel besser. Hier kriecht man am Anfang aus den Boxen und liefert so ein typisches Bolt-Thrower-Riff ab, ändert das Tempo kurz und wiederholt dann den Anfang, um dann im schnellen Midtempo die Botanik auseinanderzunehmen. Der Rhythmus wird gewechselt und wieder angegriffen. Geht gut ins Ohr. Yes, das Teil knallt gut. Eine gewisse Schwere ist vorhanden und so soll es sein. Der Bass kommt auch gut druckvoll zur Geltung und dieses schon genannte Bolt-Thrower-Riff, welches natürlich noch einmal verwendet wird, ist sehr geil.

Shellshock geht in eine ähnliche Richtung wie Operation Eisenfaust und man kann gut erkennen, wohin die Reise der Band geht. Schwere, langsame und drückende Parts kommen hier sehr gut zur Geltung. Der Aufbau ist ziemlich geil. Die Qualität ist gut hörbar. Das vorhandene Solo hat es in sich. Sehr groovig, das Teil. Top.

Flamethrower ist dann wieder aggressiver und fixer, agiert im schnellen Midtempo. Ist gut, kann mich aber auch nicht hundertprozentig abholen.

Der Song The March ist so passend. Der Anfang nimmt einen gleich mit und im groovigen Midtempo geht es absolut zur Sache. Sehr geiles Riffing. Tempo kurz verschleppt und dann wieder drauf. Sehr geiler Rhythmus. Ja, da muss man abgehen. Mein Lieblingssong auf dem Album, würde ich sagen. Abgesehen vom Outro hat man sich das Beste quasi bis zum Ende aufbewahrt.

Die Neuauflage der EP ist absolut gerechtfertigt und dürfte Freunde von Death Kommander und Bolt-Thrower-ähnlichen Kapellen durchaus erfreuen.

Hier geht es für weitere Informationen zu Death Kommander – The Great Offensive (EP) in unserem Time For Metal Release-Kalender

Death Kommander – The Great Offensive (EP)
Fazit zu The Great Offensive
Die Schotten von Death Kommander haben sich mit ihren beiden Alben bereits eine gute Fanbase erspielt. Im Jahre 2018 kam ihre erste EP heraus und diese haben sie jetzt noch einmal neu herausgebracht, aber alles neu aufgenommen und produziert. Wer die Anfänge der Band nicht mitbekommen hat, kann sich hier ein sehr gutes Bild machen. Die Einflüsse von Bolt Thrower sind noch mehr hör- und spürbar als auf den beiden Alben. Die Produktion ist ziemlich gelungen, der Bass kann atmen, die Gitarren gut schleppen und die Drums drücken. Schön dreckig, das Ganze. Eine gute Mischung aus langsamen, schweren und drückenden Parts, schleppenden Melodien, aggressivem Midtempo-Death-Metal und kraftvollen Vocals. Nicht alles gefällt mir, aber für ein Debüt sehr gelungen.

Anspieltipps: Pay With Your Blood und The March
Michael E.
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