Atomic Aggressor – The Occult Forces

28.08.2026 - Death Metal - Hells Headbangers Records - 39:26 Minuten

Immer und immer wieder kommen geile Kapellen aus Chile und überzeugen mit ihrer Intensität und Einstellung zum extremen Metal. Atomic Aggressor sind allerdings keine neuen Hasen im Geschäft, sondern sind bereits seit 1985 mit dabei und somit schon etwas länger im Geschäft. Ihre Geschichte unterteilt sich aber in zwei Abschnitte. Der erste Teil ging von 1985 bis 1992. In diesem Zeitraum brachte man drei Demos heraus, die natürlich im Underground Kult sind. Dann löste man sich auf und lange war es ruhig, bis man dann 2007 mit zwei neuen Musikern wiederkam. Die Demos wurden 2008 als Compilation herausgebracht und man war wieder im Rennen. Das Quartett spielt in dieser Konstellation seit dem Jahre 2012 zusammen und so kann man natürlich etwas auf die Beine stellen. Es dauerte aber bis 2014, bis das erste Album namens Sights Of Suffering herauskam. Wer jetzt denkt, es geht los, irrt sich. 2019 kam erst das nächste Lebenszeichen in Form einer EP. Und nun als Album Nummer zwei namens The Occult Forces. Gut Ding will Weile haben.

Los geht es mit Souls Degradation. Von der ersten Sekunde an hört man ihnen an, aus welcher Epoche sie kommen bzw., dass sie keine Frischlinge im Geschäft sind. Death Metal der alten Schule steht auf der Agenda. Ein wilder Schrei ertönt, ein Morbid-Angel-lastiges Riff erhellt das Universum und die Attacke geht im Midtempo los. Damals wurde alles noch nicht so eng gesehen und thrashige Parts wurden absolut gerne mitverarbeitet. Die Trennung war damals noch nicht so strikt bzw. es wurde überhaupt keine vorgenommen. Und so geht es hin und her. Man wechselt Rhythmus und Tempo und alles ist im Fluss, bis man ein Break einbaut und ein Basssolo das Geschehen kontrolliert. Ein verspieltes Solo folgt, um dann einen langsamen, beinahe schon atmosphärischen Moment folgen zu lassen. Das Morbid-Angel-Riff wird wieder herausgeholt und man wiederholt den Anfang, Stakkato-Riffing inklusive. Feines Tempo und pure Aggression. Allerdings hat man das Gefühl, dass der Song irgendwie nie aufhört, aber dann ist es doch so weit. Geiler Song.

Weiter geht es mit Forms From The Occult. Der eingeschlagene Weg wird natürlich gnadenlos fortgeführt. Auch hier werden zu Beginn vom Riffing und vom Tempo her Erinnerungen an Morbid Angel wach. Ziemlich geile Riffs werden verbraten und die Tempowechsel sind echt stark. Das ganze Teil ist am Treiben ohne Ende und klingt absolut intensiv. Dann muss natürlich wieder ein Solo her, aber dieses macht Spaß und ist nicht zu lang und man drückt danach wieder absolut auf das Tempo. Selbst wenn sie im Midtempo agieren, klingen sie extrem bösartig. Der Song treibt die Sau komplett durchs Dorf. Dann sägt die Gitarre langsam und man baut den Song langsam wieder auf. Dieser langsame Moment wird ausgekostet, aber auch variiert und dann mit einem neuen Solo kombiniert. Die Drums betonen noch einmal einzeln und kündigen somit die nächste Attacke an. Auch hier hat man das Gefühl, die wollen endlos weiterspielen. Und immer dann, wenn ich das Gefühl habe, ist später Feierabend.

Auch der nachfolgende Song namens The Chalice Of Despair geht in diese Richtung. Atomic Aggressor versuchen erst gar nicht, ihre zeitliche Herkunft zu verleugnen oder neumodische Strömungen zu berücksichtigen. Nee, das sollen schön andere machen. Die Gefahr ist natürlich, dass man sich in diesen eng gesetzten Rahmen wiederholt. Hier und da kommt einem natürlich so einiges bekannt vor, das ist klar, denn das oldschoolige Rad wird nicht neu erfunden, aber ich mag diese Wechsel im Rhythmus- und Tempobereich. Da überraschen sie einen immer wieder und zeigen sich sehr abwechslungsreich. Das Zuhören macht absoluten Spaß, vor allem, wenn sie diese Tremolo-Riffs am Start haben und diese dann mit High-Tempo-Drumming kombinieren. Diese dunklen, nicht zu tiefen Vocals fügen sich komplett ins Gesamtbild ein. So klang es eben früher und alles andere würde auch keinen Sinn ergeben.

Wie gesagt, man hält sich strikt an die eigenen Vorgaben. Wahrscheinlich ist es aber ungewollt und es strömt so aus der Band heraus. Dieser Anfang von Evil From Beneath zum Beispiel. Was schön. Einzelne Gitarrenanschläge, welche fortgeführt werden. Allerdings fruchtet der Song im Ganzen nicht so gut, aber ist deswegen nicht schlecht. Dafür kommt Dwellers Of The Unknown umso fetter aus den Boxen.

Der Rest des Albums geht in dieselbe Richtung und wer die Achtziger und Neunziger mag, so wie ich, wird es mögen, auch wenn nicht alles extrem knallt. Die ersten drei Songs sind schon die besten, die sind aber auch extrem geil. Der Rest ist aber auch großes Tennis.

Hier geht es für weitere Informationen zu Atomic Aggressor The Occult Forces in unserem Time For Metal Release-Kalender

Atomic Aggressor – The Occult Forces
Fazit zu The Occult Forces
Gut Ding will Weile haben. Die Chilenen, die seit 1985 dabei sind, aber 15 Jahre Pause eingelegt haben, veröffentlichen endlich ihr zweites Album und können natürlich nicht aus ihrer Haut. Hier hört man Death Metal aus den Achtzigern und Neunzigern. Florida und Südamerika geben sich die Klinke in die Hand, der Übergang zum Thrash ist fließend. Schnelle Tremolo-Riffs, intensive Übergänge, Tempo- und Rhythmuswechsel, High-Tempo-Drumming, krasse Soli, geile, passende Stimme und eine fette Produktion erzeugen mir durchaus ein Lächeln ins Gesicht. Wer auf Morbid Angel, Possessed und Sadistic Intent abfährt, der sollte hier unbedingt reinhören. Feine, intensive und aggressive alte Schule.

Anspieltipps: Souls Degradation und Dwellers Of The Unknown
Michael E.
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