Im letzten Jahr haben Threshold auf dem Rock Hard Festival gespielt. Dieses Konzert wurde aufgezeichnet und ist nun veröffentlicht. Die Qual der Wahl, welchen Tonträger man erwerben soll, ist eher gering, da es nur eine CD oder eine DVD gibt. Auf Vinyl erscheint es leider nicht. Trotzdem wird hier in den 60 Minuten alles geboten, was zu einem Threshold-Konzert gehört.

Wurde Slipstream in früheren Jahren eher im Laufe des Konzerts oder als Zugabe gespielt, eröffnet er, wie seit etwa zwei Jahren, die Setlist. Als einer der wohl erfolgreichsten Songs der Briten stimmt er gleich richtig ein. Der Song erschien auf der Platte Dead Reckoning und wurde damals noch von dem inzwischen verstorbenen Sänger Andrew „Mac“ McDermott eingesungen. Heute steht, und das bereits seit 2017, Glynn Morgan am Mikro und zeigt, dass er das ebenfalls gut kann.
Da mir nur die CD vorliegt, kann ich natürlich zu den Akteuren nur das sagen, was ich vom diesjährigen Headbangers Open Air oder auch von vorherigen Konzerten mitgenommen habe. Spieltechnisch versiert und auf höchstem Niveau beweisen die Briten einmal mehr ihr Können. An den Drums agiert seit 2000 Johanne James und ist sozusagen der Akteur mit den meisten Akzenten. Seine Mimik und Gestik unterstreichen die Songs oftmals eindrucksvoll. Am Bass steht Steve Anderson eher zurückhaltend britisch. Keyboarder Richard West steuert das progressive Element bei, während Carl Groom, einziges noch verbliebenes Gründungsmitglied, an der Gitarre für den rockigen Part zuständig ist und dies mit sehenswerten Ausfallschritten, Posen und klasse Soli beweist. Sänger Glynn Morgan brauchte lange, um Damian Wilson bei mir vergessen zu machen. Mit Damian am Mikro hatte ich Threshold seinerzeit kennengelernt, und er war für mich lange Zeit DER Sänger. Aber inzwischen habe ich mich bestens mit der Stimme von Glynn arrangiert, und es passt halt auch.
Threshold mit Songs der letzten 24 Jahre
Mit Silenced von Divided Lines geht es weiter. Auch da gibt es kaum Überraschungen. Die Band spielt den Track schon lange und beherrscht ihr Handwerk. Ruhiger wird es mit The Man Who Saw Through Time, bei dem das Piano-Intro und Carl Groom brillieren. Ein typischer Prog-Song, der auch live gut funktioniert. Ein, zwei Worte Deutsch kann Glynn auch und begrüßt so das Publikum. Mit den Songs Mission Profile und Falling Away wird das Programm fortgesetzt. Immer wieder setzt sich Carl Groom in Szene. Das Publikum feiert den Auftritt. Wie gesagt, ich habe die Jungs des Öfteren gesehen und mag ihre Musik einfach. Immer wieder werden nach den schnelleren Stücken ruhigere Sachen wie Falling Away gespielt. Gerade hier kommt dann auch die Stimme von Morgan sehr gut zur Geltung, und das Groomsche Spiel beeindruckt. Den Abschluss bilden dann King Of Nothing und Small Dark Lines.
Hier geht es zu weiteren Informationen zu Threshold – Live At Rock Hard Festival 2025 in unserem Time-For-Metal–Release-Kalender.



