Vor fast genau zwei Jahren verabschiedeten sich Cirith Ungol von den europäischen Bühnen. Ob noch ein Album folgt, ließen die Protagonisten offen. Live waren Cirith Ungol mehr zu einem Night Demon und Cirith Ungol geworden. Von der ursprünglichen Cirith-Ungol-Besetzung waren nur noch Sänger Tim Baker und Drummer Robert Garven am Start. Die Saitenarbeit verrichtete Night Demon mit Armand John Anthony an der Gitarre und Jarvis Leatherby am Bass. All The Shadows nennt sich die aktuelle Scheibe mit neuer Bandbesetzung.
All The Shadows und die Veränderung der Saitenfraktion
Leatherby obliegt eine Sonderstellung bei Cirith Ungol. Ohne seine Initiative vor circa zehn Jahren hätte es vermutlich niemals eine Cirith-Ungol-Reunion gegeben und den Bass hat er gleich selbst übernommen. Anders sieht es mit Jim Barraza und Greg Lindstrom aus, die 2023 auf dem Keep It True Festival auf der Bühne standen. Zwei Jahre später sind beide langjährigen Bandmitglieder Geschichte, wobei die Gründe nicht im Detail bekannt sind.
Jetzt lässt sich das neue Bandgefüge aus zwei Blickwinkeln betrachten. Der eine Blickwinkel ist vor allem die Sirenenstimme von Tim Baker. Das Markenzeichen der Band ist nach wie vor vorhanden und drückt auch All The Shadows seinen Stempel auf. Der andere Blickwinkel ist der Abschied vom Abschied mit neuer Bandbesetzung und Buchungen für Festivals 2027. Aber auch das ist kein Alleinstellungsmerkmal von Cirith Ungol.
Der Titeltrack eröffnet und klingt nach vertrautem Stoff. All The Shadows bestimmt die Sirene von Tim Baker, wo aber im Vergleich zu zum Beispiel Forever Black vor circa sechs Jahren die Saiten deutlich einfacher gespielt daherkommen. Ein Vergleich zu The Frost Monstreme sei erlaubt und hier gewinnt das Duo Lindstrom und Barraza deutlich. This Mortal Stain holt die doomige Komponente hervor, ohne dass Cirith Ungol schwermütig oder erdrückend wirken. Mit Turning Blind geht es stampfend, verschroben und kauzig weiter. Shallow Reflection gehört mit mehr als sechs Minuten zu den Langläufern auf der Platte, bleibt aber in weiten Teilen unspektakulär.
Der Fluch der guten Taten
Den zweiten Teil läutet Empty Tomb ein, wobei mit On Broken Wings und Hollow Nimbus direkt zwei weitere Stücke mit einer Laufzeit von mehr als fünf bzw. mehr als sieben Minuten folgen. Das Problem von all diesen Nummern sind die beiden Vorgängerwerke Forever Black und Dark Paradise. Wer Sachen wie Legions Arise, das bereits erwähnte The Frost Monstreme oder den Titeltrack Forever Black komponiert und veröffentlicht, legt seine eigene Messlatte verdammt weit nach oben. An diese Messlatte kommen die aktuellen Sachen nicht ran. Venus In Thirds setzt den Schlusspunkt unter Cirith Ungol 2026.
Hier geht es für weitere Informationen zu Cirith Ungol – All The Shadows in unserem Time For Metal Release-Kalender.



