Das in Ohio ansässige Label Redefining Darkness Records hat immer ein geiles Händchen für Bands aus dem Underground, gerade im Death Metal und im Grindcore-Bereich. Wie diese Split zustandegekommen ist, weiß ich nicht (wahrscheinlich durch die jahrelange Freundschaft der Bands), aber Exhumed. Nunslaughter, Traffic Death und Molder auf einer Split im Jahre 2026 zu ballern, ergibt absolut Sinn.
Exhumed muss man ja nun wirklich keinem mehr vorstellen. Alle, die sich ein wenig mit extremem Metal auskennen, sollten diese Band kennen. Die Amerikaner sind seit 1990 dabei. Okay, von 2005 bis 2010 haben sie fünf Jahre Pause gemacht, aber ansonsten haben sie ihr Ding durchgezogen, obwohl Mastermind Matt Harvey nebenbei noch ziemlich mit den Bands Gruesome und Expulsion beschäftigt ist. Für diese Split haben die Burschen zwei neue Songs aufgenommen.
Los geht es mit Roadside Attraction. Kurze Drumattacken, Gitarren vorweg, Break, ein Yeahh und dann geht es in den grindigen Death Metal. Ein Hauch von Carcass liegt in der Luft. Uftata und Geknatter und immer weiter straight forward. Der refrainartige Gesang kommt sehr geil. Break. Vocals fies alleine und das Spiel von vorne noch einmal. Ja, das macht Spaß. So kennen wir die Jungs von Exhumed. Break und dann Tempo raus und das Eichhörnchen ernährt sich nur noch langsam, aber sehr gezielt. Der Einsatz der Doublebass baut sehr viel Druck auf. Ein melodischer Part gesellt sich dazu und so reitet man dem Sonnenuntergang entgegen. Im aggressiven Midtempo leitet man das Ende ein, welches dann natürlich geknüppelt wird und noch einmal diesen Carcass-Part innehat. Geiles Ding!
Crash And Burn, der zweite Neue, haut dann alles kurz und klein. Sehr lange wird von vorne weg alles weggeballert. Ebenso hat man diesen, schnellen, aber eben groovigen Carcass-Moment, aber das Teil bügelt alles weg. Welch ein Blastbeat-Gewitter! Growls und Screams geben sich die Klinke in die Hand und so marschiert man durch den Song. Die Gitarre heult mal zum Solo auf, ansonsten ist es ein reiner Brettersong, aber durchaus mit Abwechslung. Nach dem zweiten Solo gibt es ein Break und dann wieder Hackengas. Sehr geil. Ich bin genau deren Zielgruppe.
Molder ist eine amerikanische Death-Metal-Band, die relativ neu ist, aber eben der alten Schule angehört. So neu sind sie nun auch nicht mehr, denn sie sind auch schon seit 2017 dabei und haben schon drei Alben veröffentlicht.
Face The Tearer und Covered In Spores kommen beide mit einem kleinen Intro vorweg. Diese können durchaus aus einem Horrorfilm stammen.
Face The Tearer wartet dann mit einer feinen, oldschooligen Uftata auf, kämpft sich so vorwärts und nimmt Fahrt auf. Solo und Uftata bestimmen hier das Rennen und nach nicht einmal drei Minuten ist Feierabend. Sehr headbangerfreundlich. Am Ende gibt man noch ordentlich Gummi.
Covered In Spores geht in die ähnliche Richtung und auch hier dürfen sich die Freunde des oldschooligen Death Metal freuen. Schnelle Uftata-Momente verdunkeln das Dasein und führen zu einem Lächeln im Gesicht des Zuhörers, da sie am Ende geballert werden. Fettes Riffing steht ebenfalls an der Tagesordnung. Es fehlt etwas das Außergewöhnliche, das Überraschende, aber der Song macht Spaß ohne Ende.
Auch Nunslaughter sind keine absoluten Unbekannten mehr. Die ursprünglich aus Pittsburgh stammende Formation, die mittlerweile in Cleveland ansässig ist, ist unter dem Namen seit 1987 unterwegs und war vorher schon zwei Jahre als Death Sentence aktiv. Leider starb im Jahre 2015 Drummer und Aktivposten Jim Sadist und Sänger Don Of The Dead hat die Band kurzfristig aufgelöst, hat sich aber dann im Jahre 2016 dazu entschieden, doch weiterzumachen. Ein Gewinn für die Szene. Viele Splits und EPs pflastern von Anfang an ihren Weg.
Rising Shadows verleiht dann dem Zuhörer gleich dieses schmutzige Gefühl und eine Reise in die eigenen Gedärme. Knappe 180 Sekunden geht dieser oldschoolige Wahnsinn. Thrashiger Death Metal mit grindigem Touch. Die Produktion ist wie immer auf altbacken getrimmt. Das Tempo wird gewechselt. Einfach nur lecker.
Und wer hätte gedacht, dass Murdergod genauso über einen hinwegfegt, wie der Vorgängersong? Fettes Brett. Ziemlich schnell und direkt. Hier gibt es straight forward und kein Halten. Erst nach 80 Sekunden wechselt man den Rhythmus und das Tempo. Im aggressiven Midtempo watet man nun vorwärts und wird hinten heraus noch einmal richtig aggro. Und nach drei Minuten sagt man Tschüss.
Traffic Death ist für mich dann die unbekannte Variante in diesem Viererbob. Das Quartett aus Iowa ist aber schon seit 2013 dabei. Dieses Jahr hauten sie bereits ihr viertes Album heraus.
Für diese Split haben sie vier Songs beigefügt. Und natürlich bleiben sie ihrem Stil treu.
Sharpest Knife In The Drawer, Who The Fuck Is Joe Estevez?, Symphony Of Ignorance und You Can’t Dust For Vomit stellen feinsten Crossover Grindcore dar, der ganz schön krank und kaputt klingt. Der Mix ist schon brachial. Punk, Grindcore, Thrash und Doom treffen aufeinander und erzeugen ein Gefühl des Unbehagens. Pure, rotzige Gewalt
Hier geht es für weitere Informationen zu Exhumed / Molder / Nunslaughter / Traffic Death – 4 Way-Split in unserem Time For Metal Release-Kalender.



