Amadeus Awad’s Eon – The Book Of Gates

“Wanderer zwischen den Welten“

Artist: Amadeus Awad

Herkunft: Libanon

Album: The Book Of Gates

Spiellänge: 46:33 Minuten

Genre: Progressive Metal, Progressive Rock

Release: 28.11.2014

Label: Power Prog Records

Link: https://www.facebook.com/amadeus.awad.official

Produktion: von Amadeus Awad und Elia Monsef, Mix und Mastering von Brett Caldas-Lima in den Tower Studios, Frankreich

Bandmitglieder:

Amadeus Awad – Alle Gitarren, Zusätzliche Programmierungen
Elia Monsef – Gesang als „Necromancer“, Zusätzliche Programmierungen
Russell Allen – Gesang als „Pharaoh“
Amanda Somerville – Gesang als „Queen“
Kevin Moore – Keyboards bei Songs 2,3 und 4
Elyes Bouchoucha – Keyboards bei Song 1
Danny Bou Maroun – Keyboards und Orchestrierung bei Song 1
Dan Veall – Bass
John Macaluso – Schlagzeug
Tracklist:

  1. Visions
  2. The Crown’s Fate
  3. The Book Of Gates
  4. Incarnation
  5. Poetry Of Time (Bonus Track)
  6. Noir (Bonus Track)
  7. Song For A Loner (Bonus Track)

Amadeus Awads Eon - The Book Of Gates

 

Amadeus Awad ist ein libanesischer Gitarrist, Komponist, Texter und hat als Kopf verschiedener anderer Projekte bereits mit einer Reihe namhafter Künstler zusammenarbeiten können. Inspiriert von Richie Blackmore hat er bereits im Alter von vierzehn seine erste Rockband namens Thorn Birds gegründet, die hauptsächlich Coversongs spielte. Mit neunzehn ging er nach Beirut und spielte eine Zeit lang in verschiedenen anderen Coverbands, bevor er im Jahr 2010 seine Solokarriere startete. Mit schöner Regelmäßigkeit, nämlich in den Jahren 2011, 2012 und 2013 veröffentlichte er seitdem jeweils eine EP. Am 28.11.2014 erscheint nun über Power Prog Records sein viertes Werk The Book Of Gates, das neben vier neuen Tracks auch die drei bereits auf der letzten EP Schizanimus veröffentlichten Songs als Bonustracks enthält.

Auch an dieser neuen Konzept-EP The Book Of Gates sind wieder namhafte Künstler beteiligt. So konnte Amadeus Awad u. a. für die Gesangsparts Elia Monsef (Ostura), Russell Allen (Symphony X, Adrenaline Mob, Allen/Lande) und Amanda Somerville (Trillium, Avantasia, Kiske/Somerville, Kamelot) gewinnen. Das erste Stück Visions fängt noch relativ verhalten an. Akustische Gitarren und sehr schön im Hintergrund ein großes Orchester, das ist alles, was den Gesang begleitet. Ich denke, hier ist Elia Monsef am Mikrophon, von dem ich vorher zugegebenermaßen noch nie gehört habe. Mit dem Einsetzen der elektrischen Gitarren bei The Crown’s Fate habe ich mir spontan nur ein Wort aufgeschrieben, nämlich Pathosray. Zu sehr erinnert mich dieser Einstieg an Scent Of Snow von der italienischen Band. Dann steigt Amanda Somerville ein, ich hätte sie allerdings nicht erkannt, denn so habe ich sie noch nie singen hören. Aber wieder mal ein Beweis, welch gute Sängerin sie ist. Das Lied selbst erinnert mich mit seinen teilweise orientalisch angehauchten Klängen und den vielen Rhythmuswechseln an eine Mischung aus Myrath, Amaseffer und den bereits erwähnten Pathosray. Die instrumentalen Parts sind teilweise so klasse, dass ich es fast (aber nur fast) bedauere, wenn der Gesang wieder einsetzt. Hier darf sich jeder mal zeigen, und es ist definitiv nicht so, dass der Song auf Amadeus Awad zugeschnitten wäre. Sehr lobenswert. Der Beginn vom etwas härteren The Book Of Gates lässt mich zunächst einmal an galoppierende Pferde denken, die ihre Reiter durch die Wüste tragen. Aber der nächste Rhythmuswechsel kommt bestimmt, und meine Versuche des headbangens gebe ich bald auf. Insbesondere der Refrain ist sehr vertrackt instrumentiert, setzt sich aber sofort mit Widerhaken in meinen Gehörgängen fest. Der letzte der vier neuen Songs, Incarnation, fängt mit richtig gutem Gitarrengeschredder an, ich bewundere allerdings auch zum wiederholten Mal das Schlagzeugspiel von John Macaluso. Fast habe ich das Gefühl, dass dieses Lied im Vorgriff auf die drei folgenden, sich mit orientalischen Klängen etwas zurückhält. Die als Bonustracks auf diese EP gepackten letzten drei Lieder, bei denen Elia Monsef am Mikrophon zu hören ist, sind nämlich bereits auf Schizanimus veröffentlicht worden, und die EP unterscheidet sich doch relativ deutlich von den aktuellen Werken. Natürlich ist es wieder sehr progressiv, immer sehr ruhig, aber kaum noch orientalisch. Hier bieten sich als Vergleichsbands Dream Theater und ansatzweise auch Riverside und Subsignal an. Der erste der Bonustracks und auch gleichzeitig der längste Song des Albums, nämlich Poetry Of Time, zieht sich meiner Meinung nach etwas, allerdings hat man dadurch auch Gelegenheit, tief in die Musik einzutauchen und sich dem schönen Spiel hinzugeben.

Fazit: Puh, das ist wieder mal so ein Album, das entdeckt werden will. Vor allem auch die Zweiteilung zwischen aktuellen Songs und Bonustracks ist schon ziemlich gewagt. Waren die ersten vier Lieder, bis auf stellenweise The Book Of Gates, schon relativ ruhig gehalten, wird es bei den Bonus Tracks fast schon melancholisch. Ansonsten sind die beiden Teile eigentlich nicht miteinander zu vergleichen. Sie beweisen allerdings, welch guter Komponist Amadeus Awad tatsächlich ist. Und wer die oben genannten Bands mag, wird auch dieses Album gern hören.

Anspieltipps: The Crown's Fate, The Book Of Gates und Song For A Loner
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