Arion – Last Of Us

“Sehr gelungenes Erstlingswerk“

Artist: Arion

Herkunft: Helsinki, Finnland

Album: Last Of Us

Spiellänge: 50:11 Minuten

Genre: Melodic Metal, Symphonic Metal

Release: 22.08.2014

Label: Ranka Kustannus OY

Link: https://www.facebook.com/OfficialArion

Bandmitglieder:

Gesang – Viljami Holopainen
Gitarre – Iivo Kaipainen
Bassgitarre – Gege Velinov
Keyboard – Arttu Vauhkonen
Schlagzeug – Topias Kupiainen

Tracklist:

  1. The Passage
  2. Out Of The Ashes
  3. Shadows
  4. Seven
  5. Last Of Us
  6. I Am The Storm
  7. You’re My Melody
  8. Burn Your Ship
  9. Lost
  10. Watching You Fall

Arion - Last Of Us

 

Da der größte Teil der Facebook-Seite von Arion in finnischer Sprache gehalten ist, habe ich leider nicht viel über die Band herausfinden können. Aktiv sind die Jungs seit dem Jahr 2011 und haben bislang eine EP veröffentlicht. Was mich allerdings sehr erstaunt hat, ist, wie viele Auftritte Arion schon absolviert haben und vor allem, mit welch namhaften Bands. So trat man schon als Support für Stratovarius auf und hat in Japan mehrere Konzerte mit Amorphis, Stam1na und Von Hertzen Brothers absolviert. Außerdem ist Arion im Jahr 2013 auch beim finnischen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest angetreten. Bei der Releaseparty zum am 22.08.2014 erschienen Debutalbum Last Of Us wurde Arion von der Band Adamantra unterstützt, deren Album wir ja auch bereits im Review hatten.

Mit The Passage führt uns die Band Arion im wahrsten Sinne des Wortes gleich auf den Weg, den sie mit ihrem Album nehmen wird. Ein instrumentales Intro mit großem Orchester und Chor. Man darf sich also auch auf symphonische Klänge einstellen.Beim folgenden Uptempo-Song Out Of The Ashes wird die weitere Marschroute dann noch klarer. Auf die Melodie wird sehr viel Wert gelegt, das Keyboard soll die übrigen Instrumente nicht nur unterstützen, sondern begleitet das Ganze auf Augenhöhe. Besonders angetan war ich ja vom tollen Gesang von Viljami Holopainen. Ich habe irgendwo gelesen, dass der Junge erst 18 Jahre alt ist. Wenn das stimmt, dann kann ich nur meinen Hut ziehen. Auch mit den folgenden Stücken beweist er, dass er sehr viele Tonlagen hervorragend beherrscht und dabei immer klar und kraftvoll rüberkommt.Noch sehr zurückhaltend startet Shadows, dann setzen allerdings die verhältnismäßig harten Gitarren ein. Sehr eingängig und darum wohl auch die zweite Singleauskopplung. Die erste Singleauskopplung folgt dann aber auch gleich auf dem Fuße. Das Hochgeschwindigkeitsintro zu Seven lässt ansatzweise Vergleiche zu anderen finnischen Bands aufkommen. Bei diesem Lied gelingt es Arion auch wieder sehr gut, die symphonischen Elemente mit der nötigen Portion Härte zu vermischen.Auch eine Powerballade darf auf diesem überaus abwechslungsreichen Album natürlich nicht fehlen und wird mit Last Of Us prompt geliefert. Furios wie ein Wirbelwind kommt I Am The Storm daher. Der Gesang von Viljami Holopainen ist hier teilweise etwas rauer, steht ihm auch sehr gut. Die Keyboard- und Gitarrensoli sind genau richtig getaktet, ohne das Lied unnötig in die Länge zu ziehen. Ob man die Ballade You’re My Melody nun gleich direkt anschließen musste, ist sicherlich Ansichtssache, ich wäre gern noch im oberen Tempobereich geblieben. Wie zu erwarten, gibt es hier sehr viel Klavier und Geigen. Beim längsten Song des Albums Burn Your Ship fällt mir insbesondere im instrumentalen Teil mit großem Chor die Band Rhapsody Of Fire ein. Dieses Lied könnte nämlich problemlos auch aus deren Feder stammen, und das kann durchaus als Kompliment für Arion gewertet werden. Auch die Länge des Songs ist mit 7:24 ja durchaus im Rahmen dessen, was die Italiener normalerweise so liefern. Etwas irritiert hat mich zunächst der abrupte Rhythmuswechsel bei Watching You Fall. Umso eindrucksvoller ist danach allerdings der Gesang von Viljami Holopainen, der fast schon in Schreien und Kreischen überkippt. Mit ebenfalls über sieben Minuten Spielzeit der zweitlängste Song, der einen würdigen Schlusspunkt setzt.

Fazit: Also da bin ich doch mal außerordentlich positiv überrascht, was die fünf Finnen uns da auf die Ohren geben. Ich hatte mir vorher nur die Single Shadows angehört und mir das Album dann zum Review gegriffen, ohne allerdings allzu große Erwartungen zu haben. Aber das ist wirklich mal ein richtig gutes Album. Natürlich erfindet Arion das Genre nicht neu, aber es wird doch genug Abwechslung geboten, so dass die Band in der Masse der guten Bands eigentlich nicht untergehen dürfte und hoffentlich noch viele weitere gute Alben auf die Ohren der geneigten Hörerschaft loslassen kann.

Anspieltipps: Shadows, Seven, I Am The Storm und Lost
8.9
8.9
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