Bereits seit mehr als 20 Jahren existieren Course Of Fate aus dem norwegischen Fredrikstad. Aber erst 2020, pünktlich zur Pandemie, tauchte die Truppe mit ihrem Debüt Mindweaver auf. Progressive Klänge und Mind – dass Queensrÿche für die norwegische Band einflussreich ist, haben die Herren überhaupt nicht verleugnet. Mit dem zweiten Werk Somnium wurde das Spektrum breiter – von Pink Floyd bis Pain Of Salvation. 2026 folgt die dritte Platte Behind The Eclipse. Das dritte Release soll für den weiteren Weg entscheidend sein. Wohin geht es mit Course Of Fate?
Course Of Fate – norwegischer Progressive Metal unter dem Radar
Bereits die ersten beiden Scheiben konnten überzeugen, trotzdem blieben Course Of Fate bisher unter dem Radar. Behind The Eclipse soll diesen Sachverhalt ändern. Am Bass und an der Gitarre gibt es mit Torstein Guttormsen und Fredrik Jacobsen neues Personal. Das Keyboard ist ebenfalls verschwunden. Es gilt aber vor allem, einen Schicksalsschlag zu verarbeiten. Im April 2023 verstarb der langjährige Bassist Daniel Nygaard an den Folgen einer Krebserkrankung mit gerade einmal 35 Jahren.
Was in den vergangenen Jahren fehlte, war eine Live-Präsenz. Das ist zum einen durch den Schicksalsschlag zu erklären, aber auch der ausgeschiedene Gitarrist Marcus André Skaar Lorentzen war noch in diversen anderen Projekten und Bands aktiv. Eventuell gelingt mit der neuen Platte auch der Sprung in die europäischen Clubs.
Lyrisch gibt es kein zusammenhängendes Konzept, aber ein gemeinsames Thema. Die Stücke drehen sich um die Dunkelheit und das Licht als Wechselwirkung, die der Mensch und die Gesellschaft erleben.
Behind The Eclipse und der Kontrast zwischen Licht und Dunkelheit
Nach dem Intro geht es mit circa zehn Minuten Behind The Eclipse gleich richtig los. Wechselwirkung ist das richtige Stichwort. Course Of Fate wandeln zwischen brachial und zerbrechlich, Traurigkeit und Aggressivität, die sich in den Lyrics bezüglich des Weltschmerzes und der Sinnlosigkeit des Agierens in einer Welt, die nicht zu retten ist, in der aber trotzdem der Mensch weiter sein Rad dreht, niederschlägt. Das Stück agiert zwischen Dream Theater, Evergrey oder Pain Of Salvation. Es gibt Kost, die keine neuen progressiven Räder liefert, aber ordentlich aus den Boxen tönt. Gleiches gilt für Sky Is Falling, das eine Spur mehr Melancholie liefert. Ruhig und nachdenklich startet And So It Goes, der instrumentale Ausbruch folgt und reicht sich mit den zerbrechlich wirkenden Passagen die Hand. Spätestens hier kommt der Einfluss von Daniel Gildenlöw zum Vorschein, aber auch die norwegische Band Leprous oder die Schweden Wolverine, die gerne zwischen brachial und zerbrechlich springen, dienen als mögliche Referenz.
Selbst kurzen gutturalen Gesang verweben die Herren bei Acolyte, das schon fast in Teilen deprimierend daherkommt, um wenige Minuten später auszubrechen. Kompositorisch und technisch gibt es hohe norwegische Musikkunst. Hiding From The Light schlägt in eine ähnliche Kerbe, wobei die Vocals mächtig keifen, sodass der gesamte Track in Teilen sehr aggressiv wirkt. Das Gegenstück folgt prompt, sodass das ruhig verträumte Don’t Close Your Eyes genau die Wechselwirkung zu Hiding From The Light erzielt, die die Dunkelheit und das Licht bereithalten.
Der Schlusspunkt nennt sich Neverwhere und verwebt die bisherigen Einflüsse, kommt aber nicht so stark daher, wie das Paket Acolyte und Hiding From The Light. Die Nummer ist nicht schlecht, liefert aber nicht das große Abschlussfeuerwerk.
Hier geht es für weitere Informationen zu Course Of Fate – Behind The Eclipse in unserem Time For Metal Release-Kalender.



