Ein großer Name der Rockmusik kommt auf einem kleinen Label mit dem Namen Madfish. Spock’s Beard, 1992 von den Brüdern Neal und Alan Morse gegründet, gehen nach mehr als 30 Jahren im Musikgeschäft neue Wege. Das Ergebnis nennt sich The Archaeoptimist, auf dem mit Nick Potter ein neuer Drummer in die sehr großen Schuhe von Nick D’Virgilio steigt. Dreh- und Angelpunkt bleibt Bandmitbegründer Alan Morse, der genauso wie Dave Meros am Bass und Keyboarder Ryo Okumoto mittlerweile mehr als 30 Jahre mit Spock’s Beard unterwegs ist. Sänger Ted Leonard ist seit 2011 an Bord und überzeugt auch 2025.
Spock’s Beard veröffentlichen auf kleinem Label
Der erste Blick auf die mehr als 60 Minuten Musik: Sechs Stücke, wenn Morse und Co. sich kurzfassen, dann dauert es gute sechs Minuten. Der Titeltrack The Archaeoptimist ragt mit einer Laufzeit von mehr als 20 Minuten heraus. Den Auftakt macht das eher kurze Invisible, das die Hörerschaft aber sofort vollkommen in Beschlag nimmt. Was Ryo Okumoto da auf seinen Keys veranstaltet, würde selbst einen Jon Lord beeindrucken. Progressive Musik, ja, aber nicht verkopft, in Teilen sogar melodisch und immer wieder mit regelrechten Hooklines verziert, liefern Spock’s Beard gleich zum Einstieg ein echtes Ausrufezeichen.
Zwischen Genesis und Gentle Giant kommt Electric Monk daher, das in ähnlicher Form auch auf einer Platte wie Nursery Cryme eine gute Figur abgeben würde. Das Stück liefert bestes 70er-Jahre-Flair mit einer kräftigen Retronote. Wer die Mixtur abstrakter benötigt, kommt zunächst bei Afourthoughts auf seine Kosten. Im weiteren Verlauf mischen sich die verschiedenen Gesangsspuren und die Nummer kommt weniger kantig daher und setzt mit einer a-cappella-Passage und einem Klavierintermezzo zwei hervorstechende Merkmale.
Die etwas mehr als acht Minuten St. Jerome In The Wilderness läuten die Longtracks ein. Nicht nur einmal huscht der Gedanke an Genesis aus den 70ern durch das Gehirn. Aber Spock’s Beard sind weit entfernt von einer Kopie. Der Schlenker kommt und mischt Art Rock und verträumte Elemente in den Sound.
Das Herzstück ist mehr als 20 Minuten Archaeoptimist
Waren bereits vier Hockkaräter zu genießen, setzt die Geschichte eines jungen Mädchens, das von ihrem Vater in einer postkatastrophalen Welt aufgezogen wird, und ihren Weg von einer Inspiration zur Führungspersönlichkeit findet, der Platte die Krone auf. Was Morse und Co. hier fabrizieren, steht den großen Namen des Genres in nichts nach. Funkige Passagen reichen sich mit Classic Rock die Hand. Das Ganze verweben die Herren mit eingängigen Sequenzen, sodass selbst die mehr als 20 Minuten jederzeit spannend zu verfolgen sind.
Was erfolgt, nachdem die Katastrophe überstanden ist? Circa zehn Minuten Next Step ist der Schlusspunkt, bei dem das Klavier den Anfang bestimmt. Im weiteren Verlauf entlädt sich die aufgestaute Energie, immer wieder unterbrochen von Art-Rock-Passagen, die in schnellen Rhythmen münden und zu einem progressiven, aber zugänglichen Sound verschmelzen.
Die Platte ist auf Bandcamp zu finden und lässt sich dort jederzeit Probehören.
Hier geht es für weitere Informationen zu Spock’s Beard – The Archaeoptimist in unserem Time For Metal Release-Kalender.
Spock’s Beard kommen nach Europa und spielen unter anderem drei Konzerte in Deutschland. Hier die Termine:




