Screaming Loz Sutch, Search and DesTroy, Inverted CruciFox, Jaytanic Ritual oder River Sticks. Wenn es nach den Künstlernamen geht, dann spielt die australische Band The Neptune Power Federation die Overstatement-Karte sehr direkt aus. Wobei das Vorbild für die charismatische Sängerin Screaming Loz Sutch der verstorbene englische Musiker und Politiker Screaming Lord Sutch ist, dem eine nicht unbedingt gewollte Ehre anhaftet. Eine seiner Platten erhielt die zweifelhafte Auszeichnung, die schlechteste Rock-Scheibe aller Zeiten zu sein. Mondo Tomorrow heißt der neuste Output der australischen Rockband The Neptune Power Federation, wobei Overstatement zur Tagesordnung gehört.
Screaming Loz Sutch und Mondo Tomorrow
Bei einer derartigen Ausgangslage ist Rockmusik mit einem gewissen Augenzwinkern angesagt. Wer bereits eine Show von The Neptune Power Federation erlebt hat, kann sich an die zwischen Horror, Märchen und mit einer gewissen Einzigartigkeit ausgestattete Darbietung gut erinnern. Egal, ob das Verteilen von roten Rosen oder der Biss in den verbotenen Apfel – die Show ist ein wichtiger Bestandteil. Der Titeltrack eröffnet zwischen The Hellacopters mit einer Portion The Stooges. Die Truppe feuert aus allen Rohren, wobei es Loz Sutch gelingt, mit ihrer Gesangsperformance das gefühlte Chaos melodisch zu sortieren. Etwas mehr Garagen Rock tönt bei The Grip Of Death aus den Boxen, wobei auch hier der Refrain die Tonlage verschiebt und so das musikalische Gemisch eine sehr hohe Eigenständigkeit aufweist.
Ob mit einer punkigen Attitüde und progressivem 70er-Jahre-Einschlag (And The Bones Decay), psychedelischem Energy-Rock mit tief gestimmtem Stoner-Bass (Living In The Gutter), gradlinigem Classic Rock im 70er-Jahre-Style (Mind Controller) oder dem unorthodoxen Cybernetic Times. The Neptune Power Federation wildern durch die Rockmusik der 70er und 80er-Jahre und interpretieren die verschiedenen Ausrichtungen mit ihrem eigenen Style.
Was zunächst nach 20th Century Boys und T. Rex klingt, entpuppt sich als leicht psychedelisch angehauchter Rocker namens Rhapsody In Blue, wobei verschiedene Glam-Rock-Tracks kurz zitiert werden, aber ohne, dass sich die Komposition in Richtung einer Abschrift entwickelt. Der Schlusspunkt The Barbarian Dominion legt den Fokus auf den krautrockigen, psychedelischen Aspekt, sodass am Ende jedes Stück von Mondo Tomorrow für sich selbst steht und Wiederholungen nur sehr reduziert eingesetzt werden.
Hier geht es für weitere Informationen zu The Neptune Power Federation – Mondo Tomorrow in unserem Time For Metal Release-Kalender.



