Lex Legion – Lex Legion

12.06.2026 – Heavy Metal – MRNK Heavy – 34:36 Minuten

Als die Gründung von Lex Legion bekannt wurde, ging bezüglich der Bandbesetzung ein erstauntes Raunen durch die königliche Gefolgschaft von Kim Bendix Petersen. Wer zum Beispiel die Platte Them aus dem dänischen Königshaus auflegt, der findet neben King Diamond die exakt gleiche Bandbesetzung wie von Lex Legion. Mit der Conspiracy funktioniert das ebenfalls, wobei Mikkey Dee offiziell kein Bandmember mehr ist, aber die Drums einspielt. The Eye aus dem Jahr 1990 ist von den Saitenarbeitern ebenfalls identisch. An den Drums agiert der spätere Dream-Evil-Drummer Snowy Shaw. Ab 1995 und The Spider’s Lullabye verbleibt nur noch Andy LaRocque bei King Diamond. Während Dee bei Motörhead aktiv ist, wird es um Bassist Hal Patino und Gitarrist Pete Blakk ruhig.

Lex Legion ist King Diamond ohne den King

Dass eine derartige Reunion die Fans die Ohren spitzen lässt, ist selbstverständlich. Den Gesang bei Lex Legion übernimmt Nils K. Rue von Pagan’s Mind und ehemals Eidolon. Kann Rue in die Fußstapfen von King Diamond treten?

Der Auftakt Sleep Eternally liefert klassisches King-Diamond- oder Mercyful-Fate-Material mit der bekannten düsteren Attitüde, was aber ohne die Theatralik der königlichen Vocals auskommen muss und teilweise an zum Beispiel Portrait erinnert. Spätestens mit Gypsy Tears ist Lex Legion komplett im King-Diamond-Universum unterwegs, wobei das Manko des fehlenden charismatischen Gesangs auch beim zweiten Titel anzumerken ist. Trotzdem ist das Ding hörenswert, nur kein King-Diamond-Track.

Im flotten Galopp geht es mit When The Stars Align weiter, (I Am) The Ressurected wird etwas komplexer und Rue greift auch mal zum Falsettgesang, kommt aber nicht annähernd mit einer königlichen Aura daher. Bei Sachen wie Dreams Of Darkness oder Saviours wären die Interpretationen von zum Beispiel Per Lengstedt (Portrait) oder Meister Cagliostro (Attic) interessant. Mit Rue am Mikrofon gibt es nicht viel mehr als Düster-Metaller mit starker Arbeit an den Instrumenten, der eher ins Progressive rutschende Gesang lässt leider Potenzial liegen. Instrumental balladesk mit Far Away dreht sich das Debüt von Lex Legion seinem Ende entgegen.

Hier geht es für weitere Informationen zu Lex LegionLex Legion in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Lex Legion – Lex Legion
Fazit Lex Legion
Das Debüt von Andy LaRocque und Co. als Lex Legion hinterlässt einen zwiegespaltenen Eindruck. Vom Songwriting her setzt LaRocque genau da an, wo er bei King Diamond und Mercyful Fate aufgehört hat. Das Manko bleiben die Vocals. Technisch ist Nils K. Rue nichts vorzuwerfen. Er ist aber eher im progressiven Power Metal unterwegs und kann nicht die Theatralik und das Charisma liefern, welches ein King Diamond in seine Songs bekommt. Vielleicht ist das auch genauso gewünscht und Lex Legion möchten dem King gar nicht auf die Pelle rücken.

So bleibt ein gelungenes Heavy-Metal-Album, das im königlichen Fahrwasser schwimmt, sich aber hinter anderen King-Diamond-Anbetern klar und deutlich einsortiert.

Anspieltipps: Gypsy Tears, When The Stars Align und Dreams Of Darkness
Jürgen F.
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