Mein Ärger ist groß, viel zu spät in I Beat Loneliness von Bush hineingehört zu haben. Klar, der Festivalsommer war hart und der Herbst gespickt mit grandiosen Shows, aber eine solche ist wohl auch von meiner Person verpasst worden. Schließlich hat die prämerte Formation das neue Material auf ihrer Tour zelebriert, die erst Mitte November ihr Ende fand. Unter dem Motto „60 Ways To Forget People“, zelebriert die Scheibe eine emotionale Reise durch 46 Minuten, die den Hörer durch 12 Tracks führt. Produziert von Gavin Rossdale und Erik Ron (Godsmack, Bad Omens), ist I Beat Loneliness das zehnte Studioalbum von Bush. Die modernen Katatonia-Hooks von Jonas „Lord Seth“ Renkse werden in atmosphärische alternative Rockgefilde getragen, die am Dark Rock kratzen und Post-Grunge-Wunden aufreißen. Bislang noch nie mit der Truppe in Berührung gekommen, kann mich persönlich Gavin Rossdale sofort abholen. Umso verwunderter bin ich dann über das durchwachsene Feedback zur Scheibe.
Wie haben Bush vorher geklungen?
Eine Frage, die hier nicht beantwortet werden kann. Die Voraussetzungen, um sich mit I Beat Loneliness auseinanderzusetzen, dürften wie bei allen anderen Werken unterschiedlich sein. Unvoreingenommen machen die Stücke ohne Frage Spaß. Der Groove geht unter die Haut und auch einzelne Hits servieren die Musiker aus London auf ihrem zehnten Silberling. Viel Platz zum Träumen. Leise im Hintergrund läuft das Material super rund. Lauter aufgedreht können Kompositionen wie I Am Here To Safe Your Life den Hörer schnell binden. Nicht weniger eingängig legt sich 60 Ways To Forget People in die Gehörgänge. Der Bush-Groove packt sofort zu. Die warmen Vocals werden als Schutzschild ausgebreitet und die poppigen Beats gleiten immer wieder in moderne Dark-Rock-Alternativen. Auch zum Ende hin bleiben Bush am Drücker und zaubern noch einen Höhepunkt in die Produktion: Don’t Be Afraid. Langsam schlängeln die Klänge wie feiner Niesel gen Erde. Dort angekommen treffen die Tropfen den sehnsüchtigen Körper, der nur darauf wartet, die Emotionen aufzusaugen. Große Explosionen braucht man beim Intermezzo nicht zu erwarten, zwar stechen einzelne Werke heraus, aber hier liegt der Fokus auf dem Gesamtgebilde!
HIER! geht es für weitere Informationen zu Bush – I Beat Loneliness in unserem Time For Metal Release-Kalender.



