Dawn Of Solace – Waves

Nach 13 Jahren melden sich Dawn Of Solace mit einem neuen Album zurück

Artist: Dawn Of Solace

Herkunft: Lathi, Finnland

Album: Waves

Spiellänge: 40:59 Minuten

Genre: Melodic Doom Metal, Melodic Death Metal

Release: 24.01.2020

Label: Noble Deamon

Link: https://www.facebook.com/dawnofsolace/

Produktion: Tuomas Saukkonen

Bandmitglieder:

Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard – Tuomas Saukkonen
Gesang – Mikko Heikkilä

Gastmusiker:

Gitarre – Jukka Salovaara
Gesang – Lars Eikind

Tracklist:

  1. Lead Wings
  2. Ashes
  3. Silence
  4. Hiding
  5. Tuli
  6. Numb
  7. Choice
  8. Ghost

Das Debütalbum Darkness von Dawn Of Solace entstand bereits im Jahr 2006. Mit dabei waren damals Mastermind und Multitalent Tuomas Saukkonen (Before The Dawn, Black Sun Aeon, Wolfheart) Lars Eikind (Before The Dawn) und Jukka Salovaara (Sole Remedy). Die Songs hierfür schrieb Tuomas Saukkonnen ursprünglich für das dritte Album Ghost seiner Band Before The Dawn. Er erkannte jedoch, dass die Stücke zu langsam und dunkel für den Stil waren und beschloss, sie über das neue Projekt Dawn Of Solace zu veröffentlichen. Diverse Probleme mit dem damaligen Label verhinderten die Produktion weiterer Alben. Das gesamte Projekt musste für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt werden. Jetzt haben sich die finnischen Musiker wieder zusammengetan und endlich das langersehnte zweite Langeisen auf den Weg gebracht.

Am 24. Januar 2020 veröffentlichen Dawn Of Solace nach 13-jähriger Schaffenspause ihr brandneues Album Waves, über das neu gegründete Label Noble Demon (siehe auch unsere News: hier). Den Part als Sänger hat Mikko Heikkilä (Black Sun Aeon, Kaunis Kuolematon) übernommen. Lars Eikind und Jukka Salovaara fungieren diesmal als Gastmusiker. Lead Wings und Ashes, die bereits veröffentlichten Single-Auskopplungen, hinterlassen erste Eindrücke des neuen musikalischen Materials. Das Label Nobel Deamon beschreibt den pressfrischen Silberling mit folgenden Worten:

Waves entführt uns in Klanglandschaften des Melodic Metals, nimmt uns mit in eine Welt der tiefsten Melancholie, und kleidet sich im Gewand feinstem Death und schwersten Doom-Hymnen. Eine fesselnde und majestätische Prog- und Melodic Doom-Affäre, die glorreiche Wellen schlagen wird!

Ich bin gespannt, was mich erwartet. Das Erstlingswerk Darkness lief bei mir in Dauerrotation. Ich höre es mir heute noch mit voller Begeisterung an.

Der Opener Lead Wings beginnt mit wehmütigen Leads, die sofort eine melancholische Grundstimmung erzeugen. In diesem Song dreht sich alles um Trauer und Zerrissenheit. Nach knapp zwei Minuten setzt dann der kristallklare Gesang von Mikko Heikkilä ein. Mit einem wummernden Bass schließt Ashes nahtlos an. Hier geht es um Ausweglosigkeit in einer zerstörten Welt. Dezente Synthies im Hintergrund untermalen den balladesken Sound. Erst eine energische Doublebass-Salve im letzten Drittel reißt einen aus der Tristesse. Silence lädt mit seiner Rhythmik und sanften Klavierklängen zum entspannten Mitwippen und Träumen ein. Dieser Song hebt einen in entfernte Sphären, lässt den Alltag vergessen. Hidings prägnante Hookline fräst sich im Anschluss langsam, aber sicher ins Gehirn. Dieser Track hinterlässt bleibende Spuren. Am Ende ziehen die Leads noch einmal ordentlich durchs Gebälk. Tuli dröhnt tief und druckvoll durch den Schädel. Bei diesem energiegeladenen Stück bestreiten Mikko Heikkilä und Lars Eikind den kurzen Gesangspart in finnischer Landessprache gemeinsam. Numb läuft rund vier Minuten in ruhigen Bahnen durch, bevor es dann hinter der Schießbude noch einmal lebhaft wird. Die Nummer ging etwas an mir vorbei. Das ändert sich bei Choice sofort, hier ist gleich mehr Dynamik angesagt und der Gesangsstil erhält eine neue Färbung, die entfernt an Ronny James Dio erinnert. Bei der Ballade Ghost als Schlusslicht kommt noch einmal eine wehmütige Atmosphäre auf. Sie führt mit sanften Pianoklängen nach knappen 41 Spielminuten zum Ende des Albums. Das ist mir für einen Longplayer eine Spur zu kurz geraten.

Waves bietet stimmungsvolle und melodisch gut gelungene Kompositionen. Mikko Heikkiläs Stimme ist absolut klar und ein echter Hörgenuss. Ich vermisse allerdings schmerzlich die Brachialpower von Tuomas Saukkonens Growling, die mich auf dem Debütalbum Darkness so massiv in ihren Bann gezogen hat.

Pre-Order: hier

Order:  The Darkness 2006 (Debütalbum): hier

Dawn Of Solace – Waves
Fazit
Wer eine Fortsetzung des 2006er Debütalbums Darkness erwartet hat, wird schnell merken, dass hier einiges anders ist und definitiv nicht voll auf seine Kosten kommen. Die glasklare Stimme von Mikko Heikkilä passt perfekt zur hochwertigen Produktion und dem gelungenen Songwriting, allerdings fehlt das kraftvolle Growling von Tuomass Saukkonen, wodurch das erste Album stark geprägt war. Der kraftvolle als auch mitreißende Sound des Vorgängers fehlt beim zweiten Studioalbum. Waves fällt um einiges Doom-lastiger aus. Hier hat eine deutlich vernehmbare Weiterentwicklung des Projekts stattgefunden, ob die stilistische Veränderung bei den Fans der ersten Stunde ankommt, muss sich herausstellen. Ich wünsche mir jedenfalls für nachfolgende Alben wieder eine gute Portion Growling mit voller Brachialpower.

Anspieltipps: Lead Wings, Choice und Tuli
Sandra R.
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