Deathswarm – Forward Into Oblivion

Aus Uppsala kommt ein Todesschwarm auf uns zu

Artist: Deathswarm

Herkunft: Schweden

Album: Forward Into Oblivion

Spiellänge: 49:30 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 16.04.2021

Label: FDA Records

Link: https://www.facebook.com/deathswarm/

Bandmitglieder:

Gesang – Heval Borzarslan
Gitarre – Johan Haag
Gitarre – Anders Eriksson
Bassgitarre – Nicklas Gelotte
Schlagzeug – Alvaro Svanerö

Tracklist:

  1. We Still Burn
  2. Unshackle The Jackal
  3. Where Death Is Recrowned
  4. Army Of Shadows
  5. Unblessed Be Catharsis
  6. The Poet And The Meat Cleaver
  7. Deus Ex Nihilo
  8. The Eating Blood
  9. In The Wells They Await

Wer Mitglieder einer Old School Death Metal aus Schweden innehat, kann ja gar nicht anders, als diesen Weg fortzuführen, würde ich mal sagen. Warum auch, dieser schockt ja auch. 3/5 der Member von Deathswarm sind auch noch bei der Melodic Death Metal Band Sarcasm aktiv. Sarcasm waren von 1992 – 1994 am Start und seit 2015 wieder fleißig dabei. Irgendwie reichte das aber wohl nicht aus und so wurde im Jahre 2017 die Band Deathswarm ins Leben gerufen. Shadowlands Of Darkness, das Debüt, folgte dann zwei Jahre später. Dieses erschien bei Chaos Records. FDA Records hat es wohl gefallen und so nahm man sie unter Vertrag und nun steht Album Nummer zwei an.

Uppsala ist keine Entschuldigungsfloskel, sondern der Ort in Schweden, woher die Burschen stammen und entschuldigen brauchen die fünf sich definitiv auch nicht – auch wenn sie sich nicht für eine Gangart des Death Metals entscheiden können.

Los geht es mit We Still Burn und natürlich erwartet man von alten Schweden, dass sie auch old schooligen Death Metal schwedischer Natur, sei es jetzt Richtung Göteborg oder Stockholm, zocken. Der Opener geht aber einen ganz anderen Weg. Eine Midtempowalze kommt auf einen zugerollt und ausweichen ist definitiv nicht möglich. Logischerweise muss hier der Name Bolt Thrower fallen. Sehr nah am Original orientiert, geht man rifftechnisch zu Werke. Auch das drückende und schleppende Drumming erinnert an die Legende, nur der Gesang nicht. Ansonsten ist man stark inspiriert und man führt eine Art Huldigung durch. Cooler Song, kommt aber nicht ans Original heran.

Unshackle The Jackal geht da denn doch andere Wege. Nun befinden wir uns auf schwedischen Pfaden. Sehr schöne Uptemponummer mit typischen schwedischen Elementen. Am Ende das wilde Solo, vorher schnelles Drumming und Riffing mit melodischen Leads. Zwischendurch wird immer wieder das Tempo rausgenommen und ein atmosphärischer Part mit eingebaut. Der Song geht über fünf Minuten, ist aber spürbar schneller vorbei. Geile Nummer.

Sehr atmosphärisch und schleppend wird der Song Where Death Is Recrowned aufgebaut. So, wie man es von schwedischen Bands wie Dismember, Lik oder Entombed kennt. Das Tempo bleibt recht langsam und bedrohlich. Die Doubebass bringt ein wenig Härte ins Geschehen und so schleicht man sich atmosphärisch durch das Universum. Man wartet quasi auf das Ende der Bedrohlichkeit und auf den Anfang des Uptempos. Aber es erfolgt ein nach Sirenen klingendes Gitarrenriff und der Rest drückt weiter. Der Sänger growlt und screamt, was das Zeug hält. Sehr passend. Nach diesem Riffing bleibt man aber beim langsamen Tempo und schleppt ein bedrohliches Riff ins Ziel. Schade – ich hätte mir einen Ausbruch gewünscht, aber ansonsten richtig fett.

Erwähnen muss ich es nicht, aber es wird natürlich der Boss verwendet. Die Rede ist vom HM2-Pedal, das i-Tüpfelchen in der Gitarrenwelt. So ein geiler Gitarrensound. Zusammen mit dem geilem Drumming und der kraftvollen Stimme wird eine gewisse Schwere erreicht.

Der von mir vermisste Ausbruch kommt dann bei Army Of Shadows. Ja, wieder eine straighte Nummer. Genauso wie ich es mag. Sicherlich nicht neu, kaum Innovation, aber eben eine geile Zusammenstellung von schwedischen Death Metal Riffs. Gefällt mir eigentlich immer. Ein Solo, gefolgt von einem atmosphärischen Part unterbricht das Geschehen. Es folgen Vorspieler und wieder ein Solo und dann geht es mit geilem Riffing in einen fetten Midtempopart. Die Doublebass agiert als Orientierungsmaschine, danach nimmt man weder Fahrt auf in schwedischen Gewässern und am Ende geht es in einen groovigen Midtempopart mit fetter Melodie. Ja, natürlich, genau mein Ding. Mit sechs Minuten übertreibt man es vielleicht ein wenig, aber das spielt keine Rolle. Der Song fetzt.

Unblessed Be Catharsis ist pure Abwechslung – kommt mit marschierendem Drumming zu Beginn und endet auch so. Zwischendurch, bei recht langsamen Tempo, walzt man wieder in britischer Natur und baut auch schwedische Parts mit ein. Melodiöse Parts dürfen einfach nicht fehlen. Allerdings zieht der Song irgendwie an mir vorbei.

Deus Ex Nihilo ist auch so eine geile, getragene Nummer, die von geilem melodiösem Riffing lebt. Einfach den Kopf im Takt Mitnicken und genießen, da kann man nicht viel verkehrt machen.

Und Abwechslung pur gibt es dann noch einmal am Ende des Albums. Während The Eating Blood als Ziel hat, kaum Gefangene zu machen, lässt In The Wells They Await die paar Gefangenen verhungern. Ersterer Song ist eine fette Uptemponummer, letzteres Stück eine geile Doom/Death Nummer. Hat man beides schon mal ähnlich gehört, vielleicht auch besser, macht aber absolute Laune.

Wie immer habe ich mir das Album dreimal angehört und ich muss sagen, dass das Album durchaus gelungen ist und mir sehr viel Freude bereitet. Fans vom old schooligen Death Metal machen Musik für Fans vom old schooligen Death Metal. Drummer Alvarao hat das Teil aufgenommen (HSH Studios). Der Rest wurde dann von Johan Ericson (Dead Dog Farm Studios) erledigt. Sehr geile Arbeit. Das Coverartwork finde ich leider nicht so gelungen, aber das nur am Rande.

Deathswarm – Forward Into Oblivion
Fazit
Deathswarm haben Old School Death Metal im Blut. Überwiegend wildert man natürlich in der eigenen schwedischen Heimat, nimmt aber auch andere Einflüsse auf und beglückt somit auch Bolt Thrower oder Demigod Fans. Da ich nicht genügend vom Death Metal bekommen kann, trifft das Album genau meinen Kern. Wer auf die alte Schule und den HM2-Sound abfährt, sollte zuschlagen.

Anspieltipps: Army Of Shadows und The Eating Blood
Michael E.
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