Bereits am 23.06.2026 ist das vierte Album der Kieler Bong-Metaller Earthong über das Berliner Label The Lasting Dose Records erschienen, hinter dem Jan Oberg (Earth Ship, Grin) steht. Erhältlich ist das Album als CD und in verschiedenen Vinylvarianten. Hier heißt es natürlich wieder, sehr schnell sein, denn erfahrungsgemäß sind die Vinylausgaben der Kieler Doomer schnell ausverkauft.
Ein Hoch auf die Kultivatoren!
Beim Bandnamen Earthbong dürfte dem geneigten Stoner-Doom-Fan eigentlich schon klar sein, wohin die musikalische Reise geht. Da blubbert es gemütlich in der Bong, während sich die musikalischen Dämpfe ihren Weg in die Hirnanhangdrüse bahnen, dort ein Depot anlegen und irgendwann für den einen oder anderen Flashback sorgen. Ob dabei auch Halluzinationen entstehen, überlasse ich lieber der Fantasie. Fest steht: Seit meinem Review zum Vorgängeralbum Church Of Bong (Review hier) bin ich bekennender Bongianer und lasse mich nur zu gerne erneut von den Kieler Klangkultivatoren in andere Sphären entführen. Dass ich Earthbong 2024 beim Hoflärm in Marienthal bereits live erleben durfte, macht die Begegnung mit dem neuen Material für mich umso schöner.

Pic by Big Simonski
Seit ihrer Gründung 2018 haben sich die Norddeutschen dem Stoner Doom mit Haut und Haaren verschrieben. Wenn es um die besonders tiefen und schweren Ausprägungen dieser Spielart geht, fallen Namen wie Bongzilla, Bongripper oder BelzebonG. Auf der Bühne haben Earthbong mit diesen Genrekollegen bereits gemeinsame Sache gemacht. Also haben die ein Aufeinandertreffen mit all diesen Bong-Kapellen mit mir gemeinsam. Trotzdem möchte ich gar nicht erst anfangen, irgendwelche Schubladenvergleiche aufzustellen. Das Trio besitzt genügend eigene Qualitäten, um sich zwischen den Schwergewichten zu behaupten. Mit Salutations To The Cultivators verneigen sich die Kieler vor den Wegbereitern des Genres, ohne dabei ihre eigene Handschrift aufzugeben.
Viermal die volle Dröhnung
Vier Tracks mit insgesamt rund 40 Minuten Spielzeit – für mich ist das genau die richtige Dosis. Schon der Einstieg Bug (quasi Naked Lunch für die Ohren) lässt die Gitarren tiefgestimmt aus den Boxen drücken. Mersel Nuhijis Bass wummert herrlich dreckig, Thomas Handschick hält an den Drums das rhythmische Fundament zusammen, und Claas Ogorek lässt seine Gitarre immer wieder zu ausufernden Soli ansetzen. Hier wird nicht einfach nur stumpf drauflosgewalzt. Zwischen all der Schwere entwickelt sich ein hypnotischer Sog, dem ich mich gerne hingebe.
Beim zweiten Song Third Eye steuert Feli von der Kieler Black-Metal-/Crust-Punk-Band Frost, Pisse & Elend zusätzliche Vocals bei. Beim abschließenden fünfzehnminütigen Herbal Saints (welche Kräuterheiligen werden hier wohl durch die Bong gezogen!?) ist Timo Fritz von den Kölnern Purple Dawn mit einem Gitarrensolo zu vernehmen.
Die Verbindung zu Genregrößen (die ich jetzt bewusst nicht nenne) ist unüberhörbar, doch Earthbong machen aus ihrer Verehrung keine bloße Kopie. Die Riffs rollen gemächlich, die tiefen Frequenzen drücken auf die Magengrube, und immer wieder brechen psychedelische Gitarrenpassagen aus dem schweren Fundament hervor. Dabei blitzt auch eine gewisse Lockerheit durch, die verhindert, dass das Album unter seiner eigenen Schwere zusammenbricht. Stattdessen darf sich jeder Song in Ruhe entfalten und seine Wirkung entwickeln.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Earthbong – Salutations To The Cultivators in unserem Time For Metal Release-Kalender.



