Europe In Ecstasy Tour 2019, Kissin’ Dynamite in der Hamburger Markthalle am 06.04.2019

Kissin’ Dynamite und John Diva lassen die Hamburger Markthalle kochen

Eventname: Europe In Ecstasy Tour 2019

Headliner: Kissin’ Dynamite

Vorband: John Diva & The Rockets Of Love

Ort: Markthalle, Hamburg

Datum: 06.04.2019

Kosten: 30,50 € VK, Sold Out

Genre: Heavy Metal, Glam Metal, Power Metal

Besucher: 1000 Besucher

Veranstalter: Markthalle Hamburg

Links: https://www.kissin-dynamite.de
https://johndiva.com/
https://markthalle-hamburg.de/

Setlisten:

John Diva & The Rockets Of Love

  1. Get It On
  2. Whiplash
  3. Lolita
  4. Blinded
  5. Wild Life
  6. Drumsolo
  7. RNR HVN
  8. Toxic
  9. Dance Dirty
  10. Rocket Of Love

Kissin’ Dynamite:

  1. Intro
  2. I’ve Got The Fire
  3. Somebody’s Gotta Do It
  4. Money, Sex & Power
  5. Love Me, Hate Me
  6. She Came She Saw
  7. DNA
  8. Sex Is War
  9. Ecstasy
  10. Sleaze Deluxe
  11. Breaking The Silence
  12. Heart Of Stone
  13. Waging War
  14. Steel Of Swabia
  15. Six Feet Under
  16. I Will Be King

Zugabe:

  1. Still Around
  2. You Are Not Alone
  3. Flying Colours

Konzert Nummer vier in einer Woche. Nun ist auch bald mal genug. Zum Glück habe ich Urlaub. Heute geht es zu Kissin’ Dynamite, die in der Hamburger Markthalle spielen. Als Support sind John Diva & The Rockets Of Love dabei, auf die wir uns schon sehr freuen, denn die durften wir bereits einige Male sehen und hatten auch schon das eine oder andere Interview mit den Sunny Boys aus L.A.

Da das Konzert heute ausverkauft ist, sind wir zeitig da, um einen guten Platz am Graben zu ergattern. Zu unserer Freude ist Rainer Mohrdet auch da und wird sich das nicht entgehen lassen. Mit seinem Rollstuhl kommt er etwas früher rein und so steht er bereits strategisch günstig am Absperrgitter. Wir gesellen uns zu ihm und können uns noch ein wenig über Kameras, metallische Schiffsreisen und Ähnliches unterhalten. So vergeht die Zeit wie im Fluge. Pünktlich um 20:00 Uhr geht das Licht aus und John Diva kommt mit seinen Rockets Of Love auf die Bühne. Gewohnt souverän beginnen die, an die guten alten achtziger Jahre erinnernden Glam Rocker mit Get It On. John, mit knapp sitzender roter Hose, die langen blonden Haare mit einem Stirnband gebändigt, schafft es sogleich die ersten Reihen in seinen Bann zu ziehen. Umrahmt von Bassist Remy Martin und Gitarrist Snake Rocket präsentieren sie Songs ihres aktuellen Albums Mama Said Rock Is Dead. Dass dies nicht stimmt, wird bei den folgenden Songs klar. J.J. Love, zweiter Gitarrist an der anderen Bühnenseite, freut sich sichtlich über den anhaltenden Beifall und die Begeisterung, die ihre Musik hervorruft. Weiter geht es mit Whiplash, bei dem die beiden Cheerleaderinnen Pompon schwingend ankommen und verleihen dem Auftritt etwas, was auch in großen Stadien für Furore sorgen könnte. Irgendwie wird man an den Superbowl erinnert und die da auftretenden Künstler. Wer weiß, vielleicht eines Tages….

John zieht sich dann noch um und erscheint mit weißen Chaps, während seine Musiker Gas geben. Drummer Lee Stingray lässt es im Hintergrund ordentlich krachen und das lässt kaum jemanden ruhig bleiben. Mit Lolita, Blinded und Wildlife geht es weiter und sie verstehen es, zumindest für die Meisten, ordentliche Stimmung zu machen. Selbst Rollifahrer Rainer lässt sich anstecken und fängt mit seinem Turbo Rollstuhl an zu hüpfen – das wird dann honoriert und er bekommt von Lee Stingray als Anerkennung einen Stick geschenkt. John schafft es dann auch die hinteren Reihen zu motivieren und da kommt mächtig Stimmung auf. So soll ein Support sein. Früher nannte man diese Bands Anheizer und das klappt hier super. Die Zeit geht schnell rum und mit Rocket Of Love endet der Auftritt nach vierzig Minuten. Es gibt noch ein Abklatschen und auch das gute Firewater Getränk macht die Runde.

Nach dem schnellen Umbau wird ein großer Vorhang aufgehängt. So bleiben der Beginn des Konzertes und der Bühnenaufbau zunächst im Verborgenem. Nach dem Intro, bei dem dann der Vorhang fällt, geht es gleich mit I‘ve Got The Fire los. Die Halle tobt vom ersten Moment an. Das ist aber kein Wunder. Die Jungs auf der Bühne verstehen ihren Job. Die Musik geht in die Beine, Arme und Kopf. Der blond toupierte Sänger Johannes Braun kommt mit kräftiger Stimme um die Ecke und sie sind gleich bei 100%. Gitarrist Ande Braun und sein gegenüber Jim Müller liefern sich packende Duelle. Angetan hat es mir Bassist Steffen Haile, der so richtig den Metaller raushängen lässt. Seine langen Harre werden gekonnt zurückgeworfen und er könnte bestimmt auch in einer Thrash oder Power Metal Combo gut unterkommen. Im Hintergrund sitzt Drummer Andi Schnitzer, der sein Equipment gekonnt bearbeitet. Weiter geht es mit Somebody’s Gotta Do It. Der Lärmfaktor ist immens. Auch wir sind angetan von dem, was da auf der Bühne abgeliefert wird. Ähnlich sieht es die Hamburger Crowd. Kissin’ Dynamite haben sich in den letzten Jahren zu einem ernst zu nehmenden Act entwickelt, der es versteht, authentisch und sympathisch zu wirken. So zeigt Hannes sich immer wieder erstaunt ob des Erfolges hier in Hamburg Markthalle und auf der gesamten Tour. Er erzählt, dass Kissin’ Dynamite 2012 bei ihrer ersten Tour im halb vollen Logo aufgetreten sind und heute stehen sie in der ausverkauften Markthalle. Er bedankt sich ausgiebig für den Support, bevor es mit Money, Sex & Power weitergeht. Das zieht. Die ab und an leicht sexistisch angehauchten Songs, präsentiert von einem nett anzusehenden Beau lassen bestimmt bei einigen Mädels nicht nur die Herzen höherschlagen. Hannes versteht es zu unterhalten und so fordert er auch immer wieder lautstark auf mitzumachen. So muss ein Frontmann sein. Seine Mitstreiter verfallen derweil nicht in die zweite Reihe, sondern beweisen, dass sie auch spielen können und ihre Instrumente beherrschen.

Hannes Bruder Ande liefert immer wieder gute Soli, und auch Jim auf der anderen Seite versteht es zu kontern. Dabei sind die Songs oftmals recht einfach gestrickt und das macht es so einfach. Gute Melodie, mehrstimmiger Gesang, ein hoher Mitsinganteil und immer die Möglichkeiten mit Yeah, Yeah, Yeah laut einstimmen zu können sind ein Garant für diese Songs und dadurch lassen sie die Markthalle ordentlich schwitzen. Dabei ist das Publikum textsicher und lässt sich auch gern sagen, dass es der Hammer ist und so entlockt Hannes allen laute Höchstleistungen. Das Lob, dass andere Städte, die auf der Tour noch kommen, es schwer haben werden, das zu toppen, fordert natürlich Tribut und sorgt für Sympathie, aber man nimmt es dem Sänger ab, dass er es ernst meint. Dann kommt der Titeltrack der aktuellen CD Ecstasy. Dazu holt sich die Band Unterstützung von Anna Brunner, die bei diesem Song auch auf der CD mitgewirkt hat. Knappe Hotpants, bauchfrei und ein enges Bustier lassen sie sexy wirken. Stimmlich ok, aber es dominiert klar Sänger Johannes. Auch sie kann den Lärmfaktor kaum glauben. Auch der nächste Song wird zu zweit gesungen.

Dann kommt ein härteres Stück. Beide Gitarristen schenken sich nichts und liefern gute Battles, während Bassist Steffen Haile auf einem Podest steht und von unten seine langen Haare effektvoll nach oben wehen lässt. Eine willkommene Abwechslung im bisherigen doch recht schnellen Set ist es, als für Hannes ein Klavier, ein teures Klavier, klar, soll für Beifallsstürme sorgen, auf die Bühne geschoben wird. Dazu gibt es zwei romantisch drapierte Feuerschalen, die aber schon nach kurzer Zeit ihren berennenden Inhalt auf den Boden tropfen lassen. Dazu sollen alle ihre Handy Taschenlampen anmachen und einen Sternenhimmel zaubern. Es folgt die einzige Ballade des Abends. Heart Of Stone wird gefühlvoll mit Klavierbegleitung gesungen und das kann er auch, obwohl hier der Sound nicht so gut ist. Nun wird es wieder schneller. Bei Waging War steht der Frontmann mit riesiger Kissin’ Dynamite Flagge hinter den Drums und dann folgt der wohl, nach eigener Aussage, härteste Song, Steel Of Swabia. Dabei wird an vielen Stellen der Gesang gerade in den längeren Schreiphasen durch einen Hall effektvoll verstärkt. Das Publikum ist bereits gut gekocht in der Markthallen-Sauna. Trotzdem geht noch was. Mit Six Feet Under, einem derzeit bei vielen Radiosendern oft gespielten Track, geht es dem Ende zu. So ist dann der letzte Song des regulären Sets I Will Be King. Hannes, mit rotem Umhang und Zepter stolziert zu dem Lied über die Bühne und nimmt danach auf einem hinter dem Schlagzeug erhöht positionierten Thron Platz. Der eiserne Thron von GOT? Nein, der hier ist aus Holz.

Und damit endet der Auftritt um kurz nach halb elf. Es sollte wohl noch etwas Pyro zum Einsatz kommen, aber da versagt die Technik und so brennt nur einseitig eine Funkenfontäne. Dadurch wird auch die schon stickige Luft nicht wirklich besser. Trotzdem stehen die Fünf gleich wieder auf der Bühne und liefern noch drei Songs als Zugabe. Still Alone und You’re Not Alone verlangt allen nochmals viel ab. Zum letzten Lied kommt dann natürlich auch noch mal Anna Brunner mit auf die Bühne und auch die Technik funktioniert diesmal. Zwei sprühende Funkenregen erleuchten die Bühne und liefern einen würdigen Abschluss. So entlassen die Schwaben zufriedene und ausgepowerte Menschen in die Nacht.

Beim Merch werden Kissin’ Dynamite nicht anzutreffen sein, denn die haben, wie viele andere auch, die Möglichkeit des kaufbaren Meet and Greet eingeführt. Für 60 € gibt’s Bilder, Autogramme und einen Fan Bag mit einigen netten Gimmicks. Die Schwaben wissen, wie sie es machen müssen. John Diva und seine Rockets sind noch am Merch anzutreffen und die Security muss für geordnete Verhältnisse sorgen, denn es ist entsprechend voll.

Fazit: Eine überaus gelungene Veranstaltung. John Diva & The Rockets Of Love sind gewohnt souverän und ein Garant für gute Laune. Kissin’ Dynamite, eine junge, aufstrebende neue Generation bringt frischen Wind in die deutsche Rock/Metal Landschaft. Da dürfte noch einiges gehen, wenn sie es wieder schaffen Hits wie Six Feet Under, I‘ve Got The Fire oder You’re Not Alone bringen. Das könnte eine dauerhafte erfolgreiche Institution werden, sie müssen nur durchhalten. Ein insgesamt lohnenswerter Abend.

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