Exumer – Hostile Defiance

Eine Melange aus neueren Kreator und früheren Exodus

Artist: Exumer

Herkunft: Deutschland

Album: Hostile Defiance

Spiellänge: 41:58 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 05.04.2019

Label: Metal Blade Records

Links: exumer.de
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twitter.com/exumerofficial

Produktion: Dennis Koehne in Dortmund und Frankfurt

Bandmitglieder:

Vocals – Mem Von Stein
Gitarre – Marc Bräutigam
Gitarre – Ray Mensch
Bass – T. Schiavo
Schlagzeug – Matthias Kassner

Tracklist:

1. Hostile Defiance
2. Raptor
3. Carnage Rider
4. Dust Eater
5. King’s End
6. Descent
7. Trapper
8. The Order Of Shadows
9. Vertical Violence
10. Splinter

Exumer gehen auf ihrem fünften Album etwas weniger schnell, also öfter mal im Midtempo, zudem ein Ticken „melodiöser“ zu Werke, als beim allseits gelobten Vorgänger The Raging Tides (2016). Das meiste auf Hostile Defiance klingt nach einer Mischung aus Exodus zu Zeiten von Faboulus Desaster und Kreator ab der Jahrtausendwende mit erstklassigem Sound. Bedeutet: Nicht immer nur stumpf auf die Zwölf, sondern der Versuch, mehrschichtige Songs zu spielen, bei denen man im Gehämmer (das ist immer noch Thrash Metal!) langläufige Melodielinien entdecken kann (wie beim starken Carnage Rider oder bei Trapper mit einer sehr einprägsamen Chorusline und um die Wette riffenden Gitarren. Stark!). Dennoch gibt’s noch immer mächtig auf die Nuss. Insbesondere bei den schnellen Riffmonstern Hostile Defiance (das Highlight des Albums!), Raptor und Vertical Violence.

Die Hessen beziehungsweise Wahl-New-Yorker (Hälfte der Band wohnt dort) haben aber leider auch einiges Mittelmaß produziert: So sind Dust Eater, King’s End und Descent alles keine schlechten Songs, plätschern aber ziemlich unspektakulär zumeist im Midtempo am Ohr vorbei. The Order Of Shadows kommt wieder nicht so richtig aus dem Quark. Immer, wenn man denkt, ja, ja, das ist gut zum Headbangen, mal sehen, was noch kommt – kommt dann nix mehr. Also nicht schlecht, aber nicht mitreißend. Beim Refrain klingt Sänger Mem Von Stein auch etwas überfordert, weil schief. Die beiden Cover-Bonustracks (Supposed To Rot von Entombed, Scorpions He’s A Woman, She’s A Man) lagen zu diesem Review übrigens nicht vor.

Fazit
Unterm Strich haben Exumer ein weiteres Album vorgelegt, das alle Thrash-Metal-Fans antesten sollten, da es ein paar richtig gute Songs hat. Allerdings kann nicht alles überzeugen, es wirkt manchmal etwas ideenlos, vor allem auch im Vergleich zu Referenzgrößen wie Exodus und Kreator. Live werden ein paar der Songs wahrscheinlich etwas besser funktionieren. Ohne Bier und im heimischen Wohnzimmer fetzt der Langspieler nicht oft genug.

Anspieltipps: Hostile Defiance, Trapper und Carnage Rider
Tobias K.7
Leser Bewertung1 Bewertung8.2
7
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