From Fall To Spring – Entry Wounds

Einmal Chaos im Kopf zum Mitnehmen

Artist: From Fall To Spring

Herkunft: Neunkirchen, Saarland, Deutschland

Album: Entry Wounds

Spiellänge: 29:40 Minuten

Genre: Post-Hardcore, Nu-Metal

Release: 26.09.2025

Label: Arising Empire

Link: www.fromfalltospring.de

Bandmitglieder:

Gesang – Philip Wilhelm
Gesang – Lukas Wilhelm
Keyboard – Simon Triem
Gitarre – Sebastian Monzel
Bass – Leon Arend
Schlagzeug – Benedikt Veith

Tracklist:

  1. Init
  2. Chasing The High
  3. Cast Away
  4. Blood
  5. Control
  6. Pieces
  7. Come Alive
  8. Take The Pain Away
  9. I Won’t Back Down
  10. Simulation.exe

Noch drei Tage, dann veröffentlichen From Fall To Spring ihr neues Album Entry Wounds. Wer schon vor dem 26.09.2025 neugierig auf das neueste Werk ist, darf mich heute auf meiner Durchhör-Reise begleiten. Es sind zehn Titel im Angebot, die sich auf knappe 30 Minuten verteilen. Ich denke, das wird kurz und knackig, sehr gut! Seit mich die Jungs vor einiger Zeit mit offenem Mund vor der Bühne des Hütte Rockt Festivals zurückließen, verfolge ich gespannt ihren Werdegang und freue mich, dass es stetig vorangeht.

Init startet das Spektakel und nachdem ich grad noch verworfen habe, etwas über das Cover zu schreiben, wird es nun zwingend nötig. Auf selbigem ist ein Schloss abgebildet, gehalten ist das Ganze wie der Einlog-Bereich einer PC-Grafik, quasi wie man es manchmal bei Filmen auf den Bildschirmen flackern sieht. Und genau hier schließt sich der Kreis. Das Intro ist quasi unser Log-In in dieses Album und zum Glück ertönt „Verified“ und wir dürfen weiterhören. Und genau an dieser Stelle ist es mal wieder ein Jammer, dass man heutzutage kein Album mehr in der Hand hält, wenn man ein Review schreibt. Ich hätte mir jetzt gerne angesehen, was die noch so für Ideen in ihrem Booklet untergebracht haben. Weiter geht es mit Chasing The High, auch hier wieder der Bogen zum Intro und ein Start, der immer noch sehr elektrisch daherkommt, dann ein kurzer Moment, der fast Boygroup-fähig wäre, um dann über Growl, Klargesang und viele elektrische Parts im Nu-Metal anzukommen. Nach drei Minuten ist es vorbei und ich hab das Gefühl, es hat doch grad erst angefangen. Ich muss das noch mal hören.

Nun ist Cast Away an der Reihe. Ich habe sofort Tom Hanks und seinen Ball Mr. Wilson im Kopf, doch ob es da eine Verbindung außer dem Namen gibt? Ich bin neugierig und lese mir die deutsche Übersetzung des Textes durch. Es geht um Aufbruch, um Gestrandetsein und Weiterkämpfen. Ja, der Titel wurde wohl nicht durch Zufall gewählt. Ich mag es, wie der Song sich immer mehr aufbäumt und fast wie eine Welle über mich schwappt, zur Ruhe kommt und dann erneut Schwung holt und Gas gibt, alles herausschreit und wieder und wieder neu startet. Den schieben wir doch mal gleich in die Favoriten.

Blood liefert deutlich mehr Klargesang, hat aber auch viele elektronische Parts. Es ist ein ständiges Auf und Ab zwischen Vollgas und Entschleunigung. Sehr abwechslungsreich, mitunter aber fast anstrengend, all das Gehörte zu verarbeiten. Und in all dem Chaos finde ich es immer wieder erstaunlich, wie gut man trotz der Geschwindigkeit die Texte versteht. Vorausgesetzt, man schafft es, sich darauf zu konzentrieren, ohne sich von all den anderen interessanten Spielereien ablenken zu lassen.

Control kennt man schon vom zweiten Anlauf der Jungs beim ESC. Und wie beim letzten Mal, kann ich nur wieder meine Meinung kundtun: Ja, es hat sicher Reichweite gebracht, und ich hätte es ihnen von Herzen gegönnt, ich finde, aber sie haben so viel Potenzial, dass sie es gar nicht nötig haben, sich von so einem Format verheizen zu lassen. Aber immerhin hat es ihnen ihren ersten Auftritt auf Wacken beschert, also alles gut.

Wenn man auf diesem Album so was wie eine Ballade sucht, dann nähert sich Pieces wohl am ehesten daran. Der Song ist trotz seiner beibehaltenen vorantreibenden Geschwindigkeit irgendwie nahbar und ergreifend. Eine laute Ballade halt 😊

Come Alive holt mich nach all der Abwechslung jetzt nicht mehr wirklich ab, obwohl der unfassbar schnelle Rap-Part schon beeindruckend ist. Ich befürchte, ich bin ein wenig überfordert von all dem, was in den letzten Minuten so über mich hinweggeballert ist. Und das ist keineswegs negativ zu bewerten, aber dieses Album ist so wie der Live-Auftritt: Es passiert so viel auf einmal, dass ich mich manchmal wie faszinierend überrollt fühle von all dem, was hier auf mich einprasselt.

Natürlich lässt die Neugier keine Pause zu und es geht mit Take The Pain Away direkt stark weiter. Auch dieser Song war im ESC-Spektakel zu sehen und zu hören. Das Interessante ist, dass jeder einzelne Song sich stilmäßig zwar treu bleibt, aber ihnen die beigefügten „Essenzen“ scheinbar nie ausgehen. Es kommt immer wieder was Neues dazu, es wird einfach nicht langweilig oder gar Einheitsbrei.

I Won’t Back Down ist schon seit Mai auf den Streaming-Plattformen zu hören und hat sich einen Platz in meiner Playlist erobert. Von daher ist hier grad nix mit unvoreingenommener Bewertung: Ich mag ihn schon viel zu lange.

Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass Simulation.exe eine Art Outro ist, um uns wieder aus dem System auszuloggen. Stattdessen kommt hier noch mal ein starker lauter Song um die Ecke. Doch meine Erwartungen werden nicht enttäuscht, die letzten 30 Sekunden gehören dann doch noch der vertrauten Computerstimme vom Anfang.

Das Album Entry Wounds zusammenzufassen, ist fast so schwer wie einen Auftritt von From Fall To Spring in Worte packen zu wollen. Es ist Wahnsinn, gepaart mit gutem Gesang und hervorragend eingesetzten Instrumenten. Ich habe mich jetzt zwei Stunden nur mit diesem Album befasst und habe das Gefühl, mein Gehirn kommt gar nicht mehr zur Ruhe. Dr. Google sagt, Chaos im Kopf kann durch Stress und Überforderung, kognitive Störung oder Brain Fog hervorgerufen werden. Ich denke, da fehlt ein wichtiger Punkt: Hören von From Fall To Spring! Ich schicke euch jetzt direkt weiter ins Fazit, ich bin völlig fertig.

From Fall To Spring – Entry Wounds
Fazit
Das Album Entry Wounds ist ein Auf und Ab der Gefühle. Man wird mitgerissen von den einfach starken und vorantreibenden Post-Hardcore-Sounds, dazu sowohl guten Growl- und Rap-Parts als auch einem Klargesang, dem man gut zuhören kann. Mich haben die Abwechslung und der Ideenreichtum begeistert. Und selbst wenn man die Ideen hat, muss man sie ja auch noch gekonnt zusammenpacken. Mich hat das hier echt überzeugt, auch wenn es bei so intensivem Hören schon manchmal fast anstrengend war. Kommt auf jeden Fall am 26.09. direkt in die Playlist.

Anspieltipps: Cast Away, Control und Take The Pain Away
Alex D.
9.5
Leserbewertung4 Bewertungen
7.6
9.5
Punkte