Insane-Band-Battle am 14.01.2017 in Schwerin

“Band Battle in Schwerin!“

Eventname: Insane Band Battle

Bands: Unperfäkt, Mother Of Exile, Der Dunkle Kloth, Blue Sky Theory, Dreiviertel Noin

Ort: Insane Studios, Schwerin

Datum: 14.01.2017

Kosten: 5,00 € AK

Genre: Prog Metal, Neue Deutsche Härte, Pop, Rock

Besucher: ca. 140

Veranstalter: Insane Studios Schwerin http://www.insanestudios.de/

NOISE And More Schwerin http://www.noiseandmore-schwerin.de/

Link: https://www.facebook.com/events/1691733351147430/

Setliste:

Unperfäkt

  1. Meine Wahrheit
  2. Das Ende
  3. Der Beste Tag
  4. Letzte Bahn

Mother Of Exil

  1. Cemetary
  2. The Switch
  3. Monkey Time
  4. Burned
  5. Numb

Der Dunkle Kloth

  1. Raketoid
  2. Die See
  3. Sirenen
  4. Sie Gehört Mir
  5. Fisch
  6. Matador

Blue Sky Theory

  1. Intro
  2. The Covenant
  3. NIL
  4. I Can’t Forget

Dreiviertel Noin

  1. Zeile Meines Herzens
  2. Eine Horde Wilder
  3. Froindschaft
  4. Wieder So Ein Tag
  5. Leben Geniessen
  6. Mein Weg
  7. Ostseekind


Die Schweriner Insane Studios laden erstmalig zum Band Battle ein. In Verbindung mit NOISE And More, Schwerin, wurde die Veranstaltung in den Tanz- und Nachtklub Dr.K verlagert. Hier finden sich im Laufe des Abends knapp 140 zahlende Gäste sowie Vertreter von Presse und Freunde der spielenden Bands ein. Im Dr.K wird die Versorgung durch die hauseigenen Mitarbeiter gewährleistet und fast zum Selbstkostenpreis (0,5 Liter Lübzer 1,50 plus 50 Cent Pfand) angeboten. Der „Tanzclub“ ist recht klein und somit gibt es auch nur einen beschränkten Platz als Bühne. Die Soundanlage ist eher suboptimal, aber die Bands versuchen das Beste daraus zu machen, was sich dann auch im Laufe des Abends positiv bemerkbar macht. Durch die Bandauswahl ist das Publikum recht gemischt, aber für die Jungs aus Boltenhagen, Der Dunkle Kloth, sind schon einige, zumindest vom Aussehen her, eher in die Springerstiefel- und Kurzhaarfrisur-Fraktion einzuordnen. Hierbei handelt es sich aber um die Skinhead Szene, es wird sich eindeutig von Rechts distanziert. Dies wurde auch von Dreiviertel Noin nochmals deutlich hervorgehoben. Aber das tut dem Battle keinen Abbruch, denn alles ist friedlich und an der Musik interessiert.

Aber der Reihe nach. Um kurz nach 22:00 Uhr beginnen die zwei Jungs von Unperfäkt mit ihrem ersten Auftritt der Karriere. Zwei Mann, zwei Gitarren, eine akustisch, eine elektrisch verstärkt, präsentieren in den jeder Band zustehenden 20 Minuten. Bereits nach dem dritten Song ist das Repertoire scheinbar erschöpft, sie meistern es aber trotzdem über die Zeit. Das Urteil der dreiköpfigen Jury ist dann auch eher verhalten, aber der Einsatz wird gelobt. Musikalisch geht es eher in Songwriter-Richtung. Freundlicher Applaus verabschiedet die beiden. Danach erfolgt eine kurze Umbaupause. Alle müssen anpacken, denn der Raum ist begrenzt und der Zeittakt muss rigoros eingehalten werden, da um 01:00 Uhr keine laute Musik mehr gespielt werden darf.

Die Berliner Mother Of Exile gehen da schon mehr zur Sache. Dreckiger, erdiger Rock gemischt mit einem zunächst guten Songwriting lässt die ersten beiden Stücke gut abgehen. Dann folgt der leichte Einbruch. Die Songs sind nicht mehr stimmig. Am deutlichsten fällt es bei dem Stück Monkey Time auf. Trotzdem gibt es Anhänger, die lautstark, günstigem Lübzer sei Dank, nach einer Zugabe rufen. Aber leider ist das hier nicht möglich. Das Jury-Urteil deckt sich mit meinem. Da ist Luft nach oben, vor allem im Gesangsbereich. Gute Performance des huttragenden Gitaristen Zezo. Bassist E.J. und Alp am Schlagzeug liefern den Rhythmus, auf dem dann Sänger und Gitarist Hansi agiert. Heute reicht es nur für Platz vier.

Scheinbar um einiges bekannter sind die „fast“ Lokalmatadoren aus Boltenhagen (an der Ostseeküste knapp 50 km entfernt), Der Dunkle Kloth. Zumindest ihre Zuhörerschaft, wie von mir bereits erwähnt, kann die deutschen Texte textsicher mitsingen. Die Musik geht in Richtung Neue Deutsche Härte und textlich bewegen sie sich in maritimen Regionen. Die sechs performten Songs werden dann von der Jury ordentlich bewertet, auch wenn Kritik an der einen oder andere Stelle auf Unverständnis trifft. Auch hier ist gerade der Sänger der Mittelpunkt der Kritik, trotzdem werden lobende Worte für das Songwriting gefunden. Auch darf an der Bühnenpräsenz gearbeitet werden, aber dies dürfte der Enge geschuldet sein.

Band Nummer vier, Blue Sky Theory, kommt aus Bremen und beginnt ebenfalls nach einer Umbaupause ihr Set. Nach einem gelungenen Intro folgt Covenant von ihrer ersten selbst produzierten CD Cassandra. Deutlich ist hier der professionelle Auftritt der fünf Bremer Musiker. Bühnenpräsenz, Stage-Acting und Outfit passen zu der Performance. Die Retro-Micros der Backgroundsänger und Gitaristen Ben Schön und Daniel Payjack beleuchtet die Gesichter in einem geheimnisvollen Blau. Fabian Korbjun an den Drums hämmert fette Beats in den Raum und wird eindrucksvoll von Bassist Eike Behrens unterstützt. Der steht, auch seiner Größe geschuldet, im hinteren Bereich der Mini-Bühne. Spätestens beim zweiten Song, NIL, hat es die Combo geschafft und die Zuhörerschaft gefesselt. Dank des unermüdlich agierenden Frontmannes Patrick Zimmermann, die Ähnlichkeit mit dem jungen Johnny Depp ist frappierend, wird das Publikum einbezogen. Nach einem ungewollten kurzen Stromausfall der Instrumente unterhält er die Menge mit Mitsing-Einlagen. Das ist professionell. Der letzte Song I Can’t Forget beschließt den zu kurzen Auftritt. Das hört sich nach einem der vorderen Plätze an. So sieht es auch die Jury, die allerdings auch hier mit dem Sänger in die Kritik geht, auch. Aber gerade der abwechslungsreiche Gesangspart macht die Songs von Blue Sky Theory insgesamt so gut.

Letzte Gruppe des Abends ist Dreiviertel Noin. Die fünf Männer und ihre Frontfrau Liesa haben ein leichtes Spiel, denn sie kommen aus Schwerin. Der Oi-Punk Rock’n’Roll mit Subculture-Einflüssen geht gut los und zeigt auch hier gute Strukturen. Sänger Daniel shoutet ins Mikro, dass es eine reine Freude ist. Harry und Chris an den elektrischen Klampfen zeigen, was guten Oi-Punk ausmacht und geben der Musik einen harten Touch. Die Rhythmusfraktion, bestehend aus Basser Micha und Drummer Dennis, liefert das solide Gerüst. Das Gesamtauftreten, das einfach zur Band gehört, habe ich ja bereits oben erwähnt. Musikalisch bewegen sie sich im Rahmen der frühen Onkelz, auch eindeutige Ska-Einflüsse und Punk Culture-Richtungen sind deutlich erkennbar. So spielen die Musiker auch des Öfteren auf Festivals dieser Richtung. Das ist deutlich zu spüren, denn sie sind schon sehr bühnensicher. Die deutschen Texte kommen gut an und forcieren den Mitsinganteil. Die Jury ist angetan und bewertet die Combo ähnlich stark wie die Vorhergehende, es reicht knapp zu Platz zwei.

Alle Bands haben die Anreise, Unterkunft und ihre Zeit investiert, um hier teilnehmen zu dürfen. Deshalb wird auch immer wieder auf den Merch-Stand verwiesen, um die meist doch knappen Budgets der Gruppen zu unterstützen. CDs und T-Shirts finden guten Absatz und so dürfte ein Teil der Kosten wieder eingefahren worden sein.

Nun kommt es auf das Publikum an. Beim Eintritt wurden Stimmzettel vergeben. Das Publikum bewertet die Bands. Nach der letzten Performance werden die Stimmzettel ausgewertet und der Sieger des Abends verkündet. Heute Abend hat Blue Sky Theory die Nase beim Publikum vorn und siegt knapp vor Dreiviertel Noin, die punktgleich von der Jury bewertet wurden. Die ganzen Mühen wurden dann mit Geldpreisen bzw. der Produktion eines Videos oder einer EP belohnt. Im Anhang seht ihr die Bewertungen und auch die Preise.

Eine interessante Erfahrung und wieder einmal neue Bands kennengelernt. Die Location hat etwas von einem Jugendkeller. Beklebte Wände, etwas runtergekommen, nicht ganz sauber, aber trotzdem mit Atmosphäre. Erinnert mich an meine Jugend in den Kieler Clubs. Netter Abend, wenn nicht noch die Rückfahrt bei Schneefall und Glätte absolviert werden müsste. Danke auch an Norbert Czybulka, der wieder für die tollen Bilder sorgte, aber mit der nicht zufriedenstellenden Beleuchtung als Fotograf zu kämpfen hatte. Eine Beleuchtug fast ausschließlich von hinten, ist des Fotografen Tod.

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