Kvelertak und Skeletonwitch am 11.12.2016 in der Markthalle, Hamburg

Eventname: Kvelertak – Nattesferd Europe

Headliner: Kvelertak

Vorband: Skeletonwitch

Ort: Markthalle, Hamburg

Datum: 11.12.2016

Kosten 25,- Euro

Genre: Thrash Metal, Death Metal, Black Thrash

Besucher: 900

Zum Abschluss des Konzertjahres 2016 gibt es noch einmal die volle Dröhnung. Kvelertak haben sich zum Ende ihrer Tour in Hamburg angekündigt, und im Gepäck haben sie auch nicht gerade irgendeine Schunkel Truppe sondern Skeletonwitch. Und obwohl der Eintrittspreis recht moderat ist, gibt es immer noch Tickets am Eingang zu erwerben. Aber wen wundert es, da in den letzten Tage nahezu jeden Abend ein Konzert in der Markthalle war. Diesen Wahnsinn kann man zwar jedes Jahr erleben, wenn es Richtung Weihnachten geht, aber so geballt wie dieses Jahr habe ich es selten empfunden. Allein in den letzten sieben Tagen spielten Skindred, Life of Agony und Meshuggah. Und das nur in der Markthalle! In anderen Locations spielten im gleichen Zeitraum dann noch so ein paar andere Bands wie Billy Talent oder Alter Bridge zum Beispiel…….. wer soll das alles anschauen bzw. bezahlen?

Wer sich heute Abend für die grobe Kelle entschieden hat, bekommt auf alle Fälle ordentlich was auf die Ohren für sein Geld. Denn allein Skeletonwitch spielen eine Setlist, die aus nicht weniger als 12 Songs besteht. Die Amerikaner um die Gebrüder Garnette kommen pünktlich auf die Bühne und geben von Anfang an Vollgas. Der durchaus interessante Mix aus Thrash Metal, Black Thrash, Death Metal und klassischen Heavy Metal Anleihen kann das Publikum, was bereits zahlreich anwesend ist, gut überzeugen. Zwar dominieren die Kvelertak Shirts in der Markthalle, aber Skeletonwitch werden mehr als wohlwollend zur Kenntnis genommen. Songs wie Serpents Unleashed, Beyond The Permafrost und I Am Of Death knallen ordentlich und machen Laune. Kommunikation mit dem Publikum findet so gut wie nicht statt, allerdings kann das Quintett mit einer guten Spielfreude und einem amtlichen Sound überzeugen. Zum Ende gibt es dann die Klassiker Well Of Despair, The Infernal Resurrection und Red Death, White Light, bevor die Band ihren wohlverdienten Feierabend antritt. Ein sehr guter Auftritt, der vom Hamburger Publikum ordentlich honoriert wird.

Für die Norweger Kvelertak geht es heute darum, noch mal auf ihr letztes Album Nattesferd aufmerksam zu machen. So besteht die Setlist zum größten Teil aus Material von eben diesem Silberling. Aufgerundet wird das Programm mit Klassikern von den Alben Meir und Kvelertak. Das Licht gleich zu Beginn der Show ist dann mal gepflegt für den Eimer, und als Fotograf wartet man verzweifelt auf den ein oder anderen hellen Moment, der nicht von roten oder blauen LED Lichtern wieder verdunkelt wird. Naja, irgendwie bekomme ich es doch hin und ab dem dritten Song hat der der Lichtmischer dann auch Erbarmen für die Nasen im Fotograben, und es gibt helle Momente.

Kvelertak spielen heute leider sehr routiniert ihren Stiefel runter. Der Einstieg mit dem neuen Song Dendrofil For Yggdrasil ist mit sperrig noch sehr wohlwollend umschrieben. Gleich danach folgt das eher eingängige 1985, bevor man mit Mjöd die Brücke zum Debütalbum schlägt. Danach passierte eigentlich nicht mehr viel. Die Songs werden ins Publikum rausgerotzt, es gibt nur ein paar kleine Ansagen und es wird sich auf der Bühne bewegt. Eine gewisse Spielfreude ist nicht wirklich auszumachen. Woran liegt es? Letzter Tag der Tour? Die Ahnung, am nächsten Tag wieder in die stockdunkle und sehr kalte Heimat zu reisen? Vielleicht was ganz anderes? Keine Ahnung, aber ich habe die Truppe schon mit deutlich mehr Energie gesehen als am heutigen Tage. Der Auftritt plätschert vor sich hin, lediglich das Publikum erfreut sich an Songs wie Berserkr, Ondskapens Galaske oder Nekroskop. Die feiern das skandinavische Sextett ohne Ende ab und erfreuen sich an der brachialen Mixtur von Kvelertak, und wenn man Gerüchten glaubt, gibt es sogar im norwegischen Königshaus Fans der Band aus Stavanger. Zum offiziellen Abschluss gibt es dann noch Bruane Brenn und, natürlich, Kvelertak, bevor man erst einmal die Bühne verlässt. Als Zugabe gibt es noch den Titeltrack vom letzten Album Nattesferd sowie Utrydd Dei Svake, wobei zum Ende auch noch Mitglieder von Skeletonwitch auf die Bühne kommen, um die Norweger zu unterstützen.

Bis auf die geringe Spielfreude des Headliners gibt es an diesem Abend nichts zu bemängeln. Beide Bands haben genug Spielzeit und das Publikum geht zufrieden nach Hause. Ein wirkliches Highlight war dieses Konzert aber nicht.

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