Jahresabschlusskonzert – Ashby & Support am 26.11.2016 im Zentrum Altenberg, Oberhausen

“Ein würdiger Abschluss des Konzertjahres“

Eventname: Jahresabschlusskonzert

Headliner: Ashby

Vorbands: Seeking Raven, Dante

Ort:
Zentrum Altenberg, Oberhausen

Datum: 26.11.2016

Kosten: 10,00€ VK, 15,00€ AK

Genre: Progressive Metal, Progressive Rock

Veranstalter: Rocko e. V. (https://www.facebook.com/rockoev/)

Link: https://www.facebook.com/events/1539691199676790/

 

  1. The River Lethe (Intro)
  2. The High Art Of Flying
  3. Road To The City
  4. Summer Days
  5. Truth
  6. Becoming The Hermit
  7. Searching For Those Eyes

  1. Rearrangement Of The Gods
  2. Beautiful Again
  3. Until The Last Light Breaks In
  4. Vanessa

  1. Ashes Decay
  2. Aether (A Lunar Year)
  3. Holy Water
  4. The Faceless And The Shore (Akustische Version)
  5. Pax (mit Konstantin Kutepoff am Cello)
  6. Interim
  7. A Question Never Heard

 

jahresabschlusskonzert-ashby-poster-2016

 

Das Jahr 2016 neigt sich so langsam dem Ende zu, die Weihnachtsmärkte haben eröffnet und Last Christmas von Wham! lief auch schon diverse Male im Radio. Auch die Konzertsaison geht so langsam vorbei, aber ein richtiges Jahresabschlusskonzert habe ich noch nicht erlebt. Das soll sich heute ändern, denn Ashby haben eben zu genau so einem Konzert in das Zentrum Altenberg nach Oberhausen eingeladen. Am gleichen Abend findet auf dem Gelände des Zentrum Altenberg auch noch ein Food Lover-Markt statt, verhungern muss also auch niemand. Als ich ankomme, sehe ich allerdings als erstes das flackernde Blaulicht eines Feuerwehrwagens und kriege erst einmal einen gehörigen Schreck. Es hat wohl in direkter Nachbarschaft zu dem Gebäude gebrannt, in dem heute die Show stattfinden soll, aber die Feuerwehrmänner haben schon ganze Arbeit geleistet, das Feuer ist gelöscht, das Konzert kann starten.

Mit ihrem zweiten Album The Ending Collage im Gepäck reisen Seeking Raven aus Duisburg an. Die Releaseparty dazu habe ich leider verpasst, aber dann halt heute zum ersten Mal für mich live. Neben Songs vom aktuellen Album wird natürlich auch das Debütalbum Lonely Art bedacht, und bei der Show der drei zeigt sich, dass Seeking Raven nach den diversen Auftritten, u. a. als Support von I Am I oder Cryptex, richtig gut aufeinander eingespielt sind. Viele Worte macht Frontmann János nicht, erzählt allerdings gutgelaunt, dass er normalerweise eher zu viel redet, heute aber lieber die Musik sprechen lassen möchte. Das tun Seeking Raven dann auch, und mit ihren Songs entführen sie uns alle gleich mal in ganz andere Welten. Raus aus dem Zentrum Altenberg, raus aus Oberhausen, die Melodien tragen uns hoch hinaus, lassen uns träumen, reißen uns abrupt wieder aus diesen Träumen heraus und setzen dann doch immer wieder irgendwann einen Schlusspunkt. Da János ja schon seit vielen Jahren mehrere Instrumente spielt – mit sechs Jahren hat er bereits begonnen, das Klavier spielen zu lernen – wechselt er auch heute souverän zwischen Gitarre und Keyboard, während Jan am Bass für das solide Fundament sorgt und Martin ein sehr tightes Schlagzeugspiel abliefert. Wie nebenbei sorgen Jan und Martin auch für den stimmigen Backgroundgesang, so dass der Auftritt zu einer absolut runden Sache wird und sehr kurzweilig vergeht.

Seeking Raven @ Jahresabschlusskonzert Ashby 2016 11 26

Seeking Raven @ Jahresabschlusskonzert Ashby 2016 11 26

Zum dritten Mal in diesem Jahr darf ich dann die Band Dante live erleben. Nachdem Ashby schon einmal zu einer Show mit Dante nach Bayern gereist waren, sind die vier Männer heute also zum Gegenbesuch wieder nach Nordrhein-Westfalen gekommen. Es heißt ja immer „aller guten Dinge sind drei“, aber das stimmt insofern nicht, als diese Show nicht nur gut, sondern für mich die beste ist, die ich bislang von Dante gesehen habe. Ganz abgesehen davon, dass hier sowohl der Ton stimmt als auch der Lichttechniker seinen Job versteht, legen Dante heute eine Show hin, die mir streckenweise die Gänsepelle über den Balg jagt. Dass nur vier Tracks in der Setliste stehen, ist für Fans der progressiven Klänge sicherlich nicht überraschend, sind die Tracks von Dante doch gern mal um die zehn Minuten lang, der letzte Track Vanessa kratzt sogar an der 20-Minuten-Marke. Auf die überragende Qualität der heutigen Show angesprochen, wiegeln allerdings alle vier ab, es wäre halt heute mal wieder ein „guter Auftritt“ gewesen. Ja nee, is‘ klar! 😀 Der Großteil des Publikums ist wohl auch meiner Meinung, es gibt begeisterten Applaus, „Zugabe“-Rufe und hinterher am Merchandise-Stand auch sehr viele Menschen, die Dante ein dickes Kompliment aussprechen. Da dürften die vier Männer heute viele neue Fans dazugewonnen haben.

Dante @ Jahresabschlusskonzert Ashby 2016 11 26

Dante @ Jahresabschlusskonzert Ashby 2016 11 26

Dann findet auch schon der letzte Umbau des Abends statt, um die Bühne für Ashby zu bereiten. Im Vorfeld hatte man ja schon so einiges angekündigt, und sicherlich nicht nur ich bin sehr gespannt auf die Umsetzung. Los geht es aber erst mal mit einigen Tracks des Debütalbums Fragmental, das mittlerweile ein Jahr alt ist. Dieses Album haben Ashby ja komplett noch einmal eingespielt, und zwar jeden Song in einer akustischen Version. Dieses Akustikalbum wird, passend zur Vorweihnachtszeit, Mitte Dezember veröffentlicht, heute gibt es die Akustik-Version von The Faceless And The Shore als Appetithäppchen. Vorher müssen noch einige technische Probleme überwunden werden – ausgerechnet beim Umstieg auf die akustische Gitarre – und so muss Sabina noch ein paar Minuten der hektischen Betriebsamkeit hinter ihr überbrücken. So erzählt sie dann, dass einige Tracks für die akustische Version komplett umarrangiert wurden und jetzt ein ganz neues Gewand erhalten haben. Das kann man, nachdem die technischen Probleme beseitigt und der Song endlich performt werden konnte, nur bestätigen. Sind die Tracks auf Fragmental in ihrer ursprünglichen Form ja schon qualitativ absolut top, finde ich die Leistung, diese Songs dann noch einmal neu zu arrangieren, besonders herausragend. Aber das ist nicht das einzig Außergewöhnliche, das heute auf der Bühne stattfindet. Für die Darbietung von Pax kommt der russische Cellist Konstantin Kutepoff mit auf die Bühne. Wie Jan dazu erzählt, hat er genau bei eben diesem Konstantin das Gitarre spielen erlernt, und der Kontakt besteht nach wie vor. Wieder einmal ist also An- und Umstöpseln angesagt, aber das Warten lohnt sich definitiv, fügt doch Konstantin mit seinem wunderbaren Spiel eine weitere Ebene in die ohnehin schon vielschichtigen Songs von Ashby hinzu. So würde man sich wünschen, dass er vielleicht noch den einen oder anderen Song begleitet, aber zumindest für heute verlässt er nach Pax dann auch schon wieder die Bühne. Das dritte Special, das auch schon angekündigt war, ist die Präsentation eines neuen Songs, und bei diesem grandiosen Meisterwerk Interim, das mich von seiner Komplexität – und auch Länge – sehr an Dream Theater denken lässt, vergesse ich dann sogar das Fotografieren. Wie auch einige andere Gäste setze ich mich vor die erste Besucherreihe auf den Boden und lasse diese Performance auf mich wirken. Hier passt dann auch meine Überschrift zum Review von Fragmental wieder wie die Faust aufs Auge: Der Nachwuchs ist ins Rennen gegangen. Mittlerweile haben Ashby die ersten Hürden allerdings mit Bravour genommen, und nach dieser Kostprobe bin ich wirklich sehr auf das neue Album gespannt. Das wird sicherlich einige – auch der großen – Genrekollegen vor Neid erblassen lassen. Zum Abschluss gibt es dann noch A Question Never Heard, der von einem Konfettiregen begleitet wird. Die vehementen „Zugabe“-Rufe können dann leider nicht erhört werden. Da es mittlerweile doch tatsächlich schon fast halb zwölf ist, muss die Show leider beendet werden.

Ashby @ Jahresabschlusskonzert 2016 11 26

Ashby @ Jahresabschlusskonzert 2016 11 26

Nach der Show sind die sehr schön dekorierten Merchandisestände dann noch dicht umlagert, und selbstverständlich findet sich hier auch immer mindestens ein Mitglied der drei Bands des Abends ein. Ich plaudere noch ein wenig länger mit den Jungs von Dante, währenddessen läuft schon der Abbau, und als ich die Halle verlasse, ist dieser auch schon recht weit fortgeschritten. Das war wieder einmal ein tolles Konzert, und das Zentrum Altenberg beweist wieder einmal, dass es eine gute Adresse für derlei Veranstaltungen ist.

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