Madball – Hardcore Lives

“Mehr als nur ein Lebenszeichen“

Artist: Madball

Herkunft: New York, USA

Album: Hardcore Lives

Spiellänge: 31:57 Minuten

Genre: Old School New York Hardcore

Release: 27.06.2014

Label: Nucelar Blast

Link: https://www.facebook.com/madballNYC

Produktion: Ken Susi (UNEARTH)

Bandmitglieder:

Gesang – Freddy Cricien

Gitarre – Mitts

Bassgitarre – Hoya Roc

Schlagzeug – Mike Justian

Tracklist:

1. Intro

2. Hardcore Lives

3. The Balance

4. Doc Marten Stomp

5. DNA

6. True School Feat. Scott (Terror)

7. The Here And Now

8. Nothing To Me

9. My Armor Feat. Toby (H 20 Hazen St)

10.Beacon Of Light

11.Born Strong Feat. Candace (Walls of Jericho)

12.Spirit

13.Mi Palabra

14.NBNC

15.For The Judged

Madball - Hardcore Lives

Madball – Ikonen des Hardcore. Seit 1988 treiben Madball Ihr Unwesen in der Hardcore Szene und sind nicht tot zu kriegen. Das beweisen sie eindrucksvoll und wortwörtlich auf ihrem neuen, inzwischen achten Album Hardcore Lives. Madball wissen ganz genau, was ihre Fans von ihnen erwarten und das wird geliefert. Dabei klingen die neuen Songs aber nicht nach Fließbandarbeit. Wären Madball ein Möbelstück, wären sie ein in liebevoller Kleinstarbeit gefertigter Kneipentresen aus massivem Holz, der einem über den Kopf gezogen wird. Sowas in der Art darf man in musikalischer Form auf Hardcore Lives erleben. Von der ersten Sekunde an geht es rund. Als geneigter Hardcore Fan hat mir das Album, jedesmal wenn sich das Ding bei mir im Laufwerk gedreht, hat ein fettes Grinsen ins Gesicht gemeißelt. Old school – Hardcore pur.

Was mir persönlich daran sehr gut gefällt ist, neben dem Songwriting, die fette Produktion. Alles klingt super brillant. Diese pseudo-authentische-DIY-Attitüde ist doch, spätestens seit den 2010er Jahren, inzwischen vollkommen obsolet. Warum den Leuten also gewollt schlechte Soundqualität liefern wenn doch, heutzutage, auch in Eigenproduktion High-Quality produziert werden kann. An den Reglern saß bei diesem Album übrigens Ken Susi, der Gitarrist der Melodic-Deather Unearth. Und der stellt die Regler ja aufgrund seines gewohnten musikalischen Umfelds schon auf: Brett und Brillianz. Beim Songwriting ziehen Madball die beiden Hardcore- Register. Schnell und langsam. So drückt True School nach einem kurzen Vorbereitungsintro direkt aufs Gas, um dann in einem gewaltigen Schred- und Downtempo-Part zu enden. Das Programm zieht die Band die kompletten 15 Songs durch. Ganz konsequent. Für den neuen Silberling haben sich die Ur-New-Yorker neben Scott Vogel und Ken Susi auch noch ein paar andere Kollegen aus der Szene dazu geholt. Für ein paar zusätzliche Vocal Parts kamen noch Toby Morse von H20 und Candace Kucsulaine von Walls Of Jericho dazu. Um die Fotos und das Artwork hat Lamb Of God Frontman Randy Blythe sich gekümmert.

Fazit: Mit Hardcore Lives liefert Madball in gewohnt hoher Qualität gewohnt geilen Hardcore ab. Nicht mehr, nicht weniger. Die Produktion klingt dank Ken Susi super klar und weist weder Ecken noch Kanten auf, dafür aber jede Menge Wumms, der jedem Soundfetischisten ein Grinsen ins Gesicht zaubert. Hardcore Lives ist mit Sicherheit nicht das stärkste Werk der Band, muss sich aber nicht hinter seinen Vorgängern verstecken. Einziger Kritikpunkt: Die Songs an sich sind geil, bleiben aber nicht wirklich im Gedächtnis hängen. Es fehlt der Wiedererkennungswert. Aus den fünfzehn ziemlich coolen Songs, die beim Hören Spaß machen, bleibt im Nachhinein leider nicht mehr als graue Erinnerung und die Frage: Hat sich einer die Nummer von dem Bus gemerkt, der mich überrollt hat?

Anspieltipps: DNA, True School (feat. Scott Vogel), Born Strong (feat. Candace Kucsulaine)
Patrick S.
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