Event: Neal Morse – Darkness & Light Tour 2026
Bands: Neal Morse
Ort: Indra Musikclub, Große Freiheit 64, 22767 Hamburg
Datum: 18.06.2026
Kosten: VVK 30 € plus Gebühren, AK 35 €
Zuschauer: ca. 80 Menschen
Genre: Progressive Rock, Singer/Songwriter
Link: https://indramusikclub.de/
Setlist:
- Songs Of Freedom
- Freedom Song
- The Rattlin‘ Bog
- We All Need Some Light
- Prowder Key
- Guilty Secret
- Medley: The Storm/Whirlwind
- Bridge Across Forever
- Papa Was A Rolling Stone
- Manchester
- Medley: California Nights/Somber Days/It’s All I Can Do
- Medley: I Am Willing/Jayda/Oh To Feel Him
- The Light Has Won The War
- Stranger In Your Soul
- Sing It High
- The Wind + The Rain
- Pride (In the Name of Love)
- June
Neal Morse ist eine Art Tausendsassa, der in jedem Jahr diverse Platten veröffentlicht. Anscheinend gehen dem Sänger und Multiinstrumentalisten die Ideen nie aus. Seit einiger Zeit setzt er auf seine Solo-Band, die bezüglich des White-Rock-Einschlags nicht nur Zustimmung im progressiven Lager findet. Neal Morse überspannt mit seinen christlichen Lyrics gelegentlich den Bogen. Es gibt auch andere Bands, die christliche Texte verfassen. Ein Beispiel wäre Believe, das Glaubensbekenntnis von Jon Olivia von Savatage. Der Unterschied liegt in der Art und Weise. Morse kommt teilweise mit dem gehobenen Zeigefinger daher und wirkt mehr wie ein Prediger, der auch Musik produziert.

Die neueste Entdeckung von Morse: Als Singer und Songwriter minimalistisch agieren. Die erste Station der Darkness & Light Tour 2026 ist Hamburg. Im Indra Musikclub steht Morse um 20 Uhr als Alleinunterhalter auf der Bühne. Er kann unterhalten, keine Frage. Anfänglich funktioniert das auch neben dem Freedom Song gut, allen voran, da er direkt We All Need Some Light aus seiner Transatlantic-Zeit folgen lässt. Das war eine Art progressive Supergroup mit Roine Stolt, Mike Portnoy und Pete Trewavas. Abgespeckt und nur mit akustischer Gitarre und Keyboard ist das eine andere Nummer – aber trotzdem ein Klassiker.
Mit seinen eigenen Songs wird es Stück für Stück skurriler. Es gibt Lieder von der noch nicht veröffentlichten Platte Darkness & Light und zu jedem Stück eine Geschichte. Irgendwann kommt der missionarische Neal Morse durch, was den Genuss der Musik deutlich verringert. Bevor es heißt, dass Metaller alle nur Tod und Teufel spucken – darum geht es nicht. Ähnlich wie Stryper, die mit Bibeln auf das Publikum warfen, ist es am Ende der Sänger und nicht der Song, der die Show fährt. Wenn ich eine Musikshow sehen möchte, dann sind missionarische Monologe nicht wirklich das Gelbe vom Ei.

Rein musikalisch gibt es wenig zu meckern. Sowohl Flying Colour (The Storm) als auch Transatlantic finden Berücksichtigung. Von den alten Spock’s Beard-Sachen schafft es nur June als Zugabe ins Set. Bei der Zugabe holt Morse nochmals als musikalischer Prediger richtig aus. Das kommt nicht überraschend, aber Hallelujah singt nur der Münchener Engel Aloisius im Sketch.
Unterm Strich bleiben zwei Stunden Unterhaltung, wobei einige wenige Nummern aus dem progressiven Sektor als Singer/Songwriter dargeboten werden. Wer die missionarische Ader von Morse ausblenden kann und mit den umgearbeiteten Klassikern klarkommt, könnte Spaß auf den Gigs haben. Vielleicht schaffen es die ehemaligen Transatlantic-Mitstreiter, Morse nochmals in die progressive Rockmusik zu holen. Sonst bleibt, dass der Sänger und Multiinstrumentalist leider mit seiner Art der Showführung vielen musikalischen Stücken den Spaß nimmt.








