Pharmacist – Carnal Pollution (EP)

Pathologen Sound aus dem Land der aufgehenden Sonne

Artist: Pharmacist

Herkunft: Japan

Album: Carnal Pollution (EP)

Spiellänge: 20:26 Minuten

Genre: Death Metal, Grindcore

Release: 01.10.2021

Label: Black Hole Production

Link: https://pharmacistgore.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre und Bassgitarre – Pharmacist
Schlagzeug – Therapeutist

Tracklist:

  1. Disintegration
  2. Carnal Pollution
  3. Obsequial Orchestration
  4. Oral Consuming

Das japanische Duo Therapeutist und Pharmacist zockt zwar erst seit 2020 zusammen, hat aber schon viel auf die Beine gestellt. Ein Full-Length, drei Singles, eine EP und sechs Splits. Tja, da hat wohl jemand so richtig Bock. Nun folgt eine weitere EP.

Die Befürchtung, dass mir hier ein undergroundiger 08/15 Sound um die Ohren geblasen kommt, ist zum Glück nicht eingetreten. Die Produktion ist schon recht fett. Der Opener Disintegration legt auch gleich sehr grindig los und fährt die volle Attacke. Man fühlt sich schnell an Bands wie Carcass, Pathology und General Surgery erinnert, aber Pharmacist haben auch thrashige Wurzeln und diese baut man mit ein. Natürlich holt man sehr oft die grindigen Drums raus, aber man kann auch groovig und selbst ein Solo gibt man zum Besten. Und so knattert man über fünf Minuten herum und bietet recht viel Abwechslung und kann durchaus begeistern.

Auch Carnal Pollution bietet diese typischen grindigen Momente und liefert diese Carcass-typischen groovigen Parts – die Vocals sind angepasst. Nach 90 Sekunden holen sie aber einen technischen Part raus und treiben diesen voran. Ein melodischer Part wird ergänzt und man fühlt sich schon an den legendären Song Heartwork erinnert. Jedoch klaut man nicht, sondern man hört eben den Einfluss heraus. Danach geht man wieder in diesen Carcass-Groove und ballert weiter vor sich hin. Die Parts wiederholen sich halt alle und hier und da klingt man dann auch wieder recht thrashig. Frühe Kreator-Einflüsse sind nicht zu leugnen. Auch Bands wie Possessed und Death haben sie gerne in der Jugend gehört und dieses zusammen macht den Sound von Pharmacist aus. Der Song hätte aber durchaus ein wenig kürzer sein können, denn man verzettelt sich ein wenig. Trotzdem macht er durchaus Laune.

Der Reiterpart von Obsequial Orchestration ist ja mal großartig und dieser muss natürlich ausgebaut werden, ist ja wohl klar. Das machen sie dann auch und bleiben vorerst beim Midtempo. Eine melodische Bridge wird mit eingebaut. Ansonsten sind die Hooklines schon wieder stark an die Necroticism-Zeiten von Carcass orientiert. Auch hier reizt man den einen oder anderen Moment ein wenig zu lang aus. Aber irgendwie schockt es wohl. Der Song geht aber nicht so gut ins Ohr wie die beiden davor. Aber dieser melodische Part und der Reitermoment sind schon absolut genießbar.

Oral Consuming steht als Letztes auf der Speisekarte und hier zeigt man sich von Anfang an von der technischen Seite. Klingt sehr verwirrend, baut sich dann aber richtig geil auf und ist wie ein Schlag in die Magengrube. Durch diese technischen Spielereien geht aber ein wenig der Flow verloren, leider. Man wartet irgendwie auf den Zeitpunkt, wann der Song eine Wende nimmt und eingängiger wird. Dieses passiert aber leider nicht und dann ist auf einmal aus.

Bis auf den letzten Song hatte ich absoluten Hörspaß bei dieser EP. Wer wie ich auf alte Carcass abfährt, wird es, denke ich einmal, genauso sehen. Textlich beschäftigt man sich natürlich auch mit alten Büchern der inneren Medizin.

Pharmacist – Carnal Pollution (EP)
Fazit
Die Japaner von Pharmacist lassen keine Zweifel daran, dass sie Carcass-Fans der ersten Stunde sind und wildern in alten Symphonies Of Sickness und Necroticism Zeiten herum. Hinzu kommen Einflüsse von Bands wie Kreator, Death und Possessed, aber der goregrindige Spaß steht natürlich im Vordergrund. Wer auf Bands wie Carcass, General Surgery, Exhumed, Pathologits, Regurgitate oder Dead abfährt, sollte sich diese EP gönnen. Guter Death/Grind.

Anspieltipps: Disintegration und Carnal Pollution
Michael E.
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