Resurrected – Perpetual

03.04.2026 - Death Metal - Svart Records - 33:30 Minuten

Wir sind das Ruhrgebiet – die Droge, die euch süchtig macht! Ähnlich wie wir Ostfriesen sind die Ruhrgebietler ein eigenes und nettes Völkchen. Resurrected stammen aus dem Ruhrgebiet, wo einst Kohlebergwerke und Stahlwerke das Leben prägten und die Thrash-Szene mit Kreator und Sodom weltweit bekannt ist. Resurrected-Gitarrist Thomas Granzow entschied sich aber für den härteren Weg des Death Metal, als er die Band 1993 mitgründete. Mittlerweile ist er das letzte Original der Band. Von 1998 bis 2009 haute man sechs Alben heraus und konnte sich live beweisen. Dann musste man acht Jahre warten, um das siebte Album in Empfang zu nehmen. Ein neuer Gitarrist und ein neuer Bassist wurden in den Jahren 2024 und 2025 eingearbeitet und man machte sich daran, Album Nummer acht aufzunehmen. Mit Testimony Records hat man nun ein Label am Start, welches die Band aktiv supporten wird. Unter anderem übernimmt das Label auch den gesamten Katalog der Band.

Die Duisburger legen sich dann auch gleich mit Unholy Intercession mehr als ordentlich ins Zeug. Man startet mit einem kleinen Intro. Ein Fliegeralarm erklingt, es wird ein Kriegsszenario erschaffen, Bomber sind in Anmarsch, und dann startet man erst einmal sinnig und langsam. Bedrohlich und drückend geht man zu Werke, die Growls erklingen und das Intro nimmt weiter seinen Lauf. Langsam und groovend startet man in das Rennen und ein markantes Riffing wird zum Besten gegeben. Die Doublebass rasselt schon mal ganz gut und am Ende des Parts wird das Tempo ein wenig erhöht. Man lässt es kurz ausklingen und setzt mit einer Blastbeatattacke beim Song Human Wrath sofort wieder ein. Nun ist es vorbei mit der ruhigen Kugel. Im old schooligen Sinne wird hier alles zerlegt. Leichte melodische Elemente werden mit eingebaut, um dann wieder die volle Attacke zu fahren. Schön. Stakkato und Breaks lockern das Geschehen dann auf und die rhythmischen Growls gesellen sich frohlockend dazu. Break, Gitarre vorweg, kleiner Ankündigungspart und dann wieder voll auf die Zwölf. Dabei ist schön zu hören, dass man kein wenig stumpf klingt. Dieses melodische Gitarrenspiel wird wieder eingebaut und von den Drums druckvoll und bedrohlich begleitet. Noch einmal voll Attacke und aus die Maus.

Produktion auf den Leib geschneidert

Forever Damned setzt gnadenlos und nahtlos an und wieder einmal wird der Sound zu einem weiteren Instrument. Auch wenn ich mich wiederhole und ich den Soundmenschen persönlich kenne und schätze, muss ich sagen, dass der Ostfriese Jörg Uken Resurrected eine Produktion auf den Leib geschneidert hat, die absolut nach alter Schule klingt, aber eben transparent und druckvoll aus den Boxen geknallt kommt. Bassdrum von hell. Aber eine geile Produktion macht noch kein geiles Album aus. Dazu gehören dann schließlich auch noch gute Songs, und Forever Damned ist definitiv solch einer. Hier regiert natürlich wieder einmal der Knüppel, und wer Genosse Dennis Schaffen ein wenig verfolgt hat, weiß, dass der Drummer dieses ein wenig mag und auch kann. Diese Start-Stopp-Automatik funktioniert hier sehr gut und erzeugt extrem viel Druck. Growls und Screams wechseln sich ab. Dieses langgezogene Riffing in der Kombination mit der durchdrehenden Doublebass ist absolut fett und bohrt sich in dein Unterbewusstsein. Man merkt beim Hören die Vorliebe zum alten und brutalen amerikanischen Death Metal, ohne sich das geistige Eigentum anderer Musiker anzueignen. Sehr geil.

Ah, bei Into Mighty Death klingen die Drums wieder so fett und in höllischer Geschwindigkeit rast man über die verkorkste Menschheit hinweg. Immer weiter und weiter. Gitarre wieder mal vorweg, wilde Drumbetonungen. Break und dann wieder Knüppel aus dem Sack. Man versucht erst gar nicht, die Meute zu beruhigen, sondern fährt eine Attacke nach der anderen.

Alte Schule im brutalen Gewand

Sanity Is Lost war die erste Single, die man herausbrachte, und fängt erst einmal gediegen an. Ein langsames und treibendes Riff, welches an die großartigen Cannibal Corpse erinnert. Man bedient sich hier des Midtempos und schreitet unaufhaltsam vorwärts. Durch die Vocals und die Drums erzeugt man eine sehr aggressive Grundstimmung. Natürlich findet auch hier zwischendurch immer wieder eine kleine Tempoverschärfung statt. Die Vocals sind echt fett. Dann ein Break, wilde Ankündigungen und schnelle Uftata, bevor man kurz den Knüppel herausholt, um dann ein melodisches Riff ans Tageslicht zu zaubern, welches kurz danach von Dennis komplett zerstört wird. Allerdings endet man so nicht, sondern lässt den Groove noch einmal für sich sprechen. Ja, das hat alles Hand und Fuß und macht Laune ohne Ende. Dann lässt man es aber chillig ausklingen.

Die Burschen machen echt Spaß und haben immer kleine Überraschungen am Start, wie den abgehackten Anfang von Decomposed zum Beispiel oder diesen Morbid-Angel-mäßigen Moment bei Immaculate Deception.

Zum Glück hat man die Zeit zwischen den Alben gut genutzt und ein echt mehr als amtliches Album eingezimmert, welches trotz des selbstgesteckten Rahmens sehr abwechslungsreich klingt. Das Kalenderjahr 2026 und besonders der April meinen es gut mit uns, denn neben den neuen Alben von Immolation, Monstrosity und Anasarca gesellt sich mit Perpetual ein weiteres Album dazu, welches ich jedem Death-Metal-Fan ans Herz legen möchte. Und am Ende dürfen alle Malevolent-Creation-Fans noch einmal durchdrehen, denn mit Infernal Desire hat man noch ein amtliches Cover am Start.

Hier geht es für weitere Informationen zu Resurrected  Perpetual in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Resurrected – Perpetual
Fazit zu Perpetual
Was lange währt, wird endlich gut – so sagt man. Nach neun Jahren Pause hauen uns die Ruhrgebietler von Resurrected neues Material um die Ohren und machen es wie Vader. Die Band steht für kurze, aber intensive Alben, und so hat das neue Album auch nur eine Spielzeit von 33 Minuten, aber in diesen ist auch alles erzählt. Hier regiert der brutale und alte Death Metal, so wie ich ihn mag. Hyperspeed, groovige Midtempoattacken, fette und teilweise auch vertrackte Riffs, drückender Bass und Vocals, die einfach nur aggressiv aus den Boxen kommen. Growls und Screams vom Feinsten. Jörg Uken vom Soundlodge Studio hat der Band dann eine Produktion verpasst, die das Ganze zu einem leckeren Gesamtwerk werden lässt. Technisch anspruchsvoll und ohne jede Art von Spaß. Diesen hat man aber als Fan härterer Klänge beim Anhören. Einkaufszettel geschnappt und Perpetual draufgeschrieben – alles andere wäre ein Frevel.

Anspieltipps: Human Waste und Sanity Is Lost
Michael E.
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